Es wäre schön, wenn sich diese Folge getraut hätte, Sachen nicht nur zu sagen, sondern auch zu zeigen.
Jetzt schon nach Bar Sing Se
Mit einiger Mühe und Not gelangen Aang (Gordon Cormier) und seine Freunde nach Bar Sing Se. Doch werden sie nicht sofort zum Erdkönig (Justin Chien) durchgelassen, sondern kommen erst mal in eine Villa und werden zu einem Fest eingeladen. Sie dürfen sich auch nicht frei durch die Stadt bewegen, sondern immer nur in Begleitung einer Begleitperson. Dabei fällt ihnen auf, dass anscheinend niemand in der Stadt weiß, das außerhalb der Stadtmauern Krieg herrscht.
Unterdessen zeigt Iroh (Paul Sun-Hyung Lee) Zuko (Dallas Liu), wie man den Blitz bändigen kann. Doch die Wunde, die Azula Ersterem zugefügt hatte, verschlechtert seine Konstitution. Das sie anschließend auch vor der anrückenden Armee der Feuernation fliehen müssen, sorgt nicht eben dafür, dass es ihm besser geht. Außerdem haben sich auf dem Schiff, dass sie zur Stadt bringen soll, so gut wie keine Vorräte. Doch dann lernt der Prinz der Feuernation Jet kennen. Und hilft diesem, Nahrung zu stehlen.
Als Fan der Vorlage ist es überraschend, dass die Serie jetzt schon mit der dritten Episode Die Stadt der Mauern und Geheimnisse nach Bar Sing Se geht. Die Stadt wurde in der Zeichentrickserie schließlich erst in der zweiten Hälfte der zweiten Staffel besucht. Und das dann auch noch unter anderen Verhältnisse, da zu diesem Zeitpunkt Appa, Aangs Reittier, entführt worden war. Was jetzt in der Realadaption nicht der Fall ist.
Kein eindeutiger Antagonist
Aber das zeigt eben einmal mehr, dass diese sich nicht sklavisch an die Vorlage hält. Sondern sie mitunter sehr frei interpretiert. Was man auch an der Figur von Long Feng sehen kann.
In der Zeichentrickserie war von Anfang an klar, dass er nichts Gutes im Schilde führte. In der Realserie wird er hingegen freundlich und nett dargestellt. Als jemand, der zwar das Ohr des Erdkönigs hat. Aber er wirkt Aang und seinen Worten gegenüber aufgeschlossen.
Hier muss man den Schauspieler Chin Han loben. Er schafft es wirklich, diese Figur so darzustellen, dass sie sympathisch wirkt, ohne dass es übertrieben wirkt. Und nur in einer Szene kommen Zweifel auf, als er nämlich mit dem Erdkönig spricht und die Dai Li ihn einfach so durchlassen. Was sie bei anderen Personen nicht getan haben.
Ein langweiliger Ball
Ebenso muss einmal mehr Miyakos Darstellung von Toph gelobt werden. Sie schafft es wiederholt, dass man sie ins Herz schließt. Einmal in den Momenten, wo sie sich barsch gibt und über Katara lustig macht. Aber ebenfalls in den Szenen, in denen sie verwundbar wirkt, wie auf dem Ball wo sich andere über sie lustig machen. Hier wird dann auch die Saat für ihre spätere Freundschaft zu der Wasserbändigerin gelegt, wobei dies etwas plötzlich daherkommt.
Allerdings ist der Ball auch mit ein Schwachpunkt der Folge. Er baut vieles auf und bereitet einiges vor, wie etwa, das Katara dann als die bemalte Dame unterwegs ist. Oder eben die beginnende Freundschaft zwischen der Wasser- und Erdbändigerin. Aber die Szene zieht sich enorm! Es ist langweilig, es ist öde, sie hätte ruhig kürzer sein können. Auch wenn sie natürlich opulent inszeniert worden ist. Hier merkt man das hohe Budget, dass die Reihe hatte.
Der Plot zwischen Zuko und Iroh ist ebenfalls interessant. Weil sich hier wirklich die Zeit genommen wird, zu zeigen, wie sehr der Neffe sich um seinen Onkel sorgt. Und der Auftritt von Jet und seinen Freunden ist auch ein Highlight. Hier hält sich die Folge naher an der Animationsserie, was kein Manko ist. Schließlich sorgt das dafür, dass dies der beste Plot der gesamten Episode ist.
Show, Don’t Tell
Die übrigens noch ein gewaltiges Manko hat: Sie erzählt gerne, zeigt es aber nicht. So stoßen Aang und Toph auf die Mauer von Bar Sing Se, wo sie zufälligerweise auf Katar stoßen, die mit den Flüchtlingen vorausgeilt und verhaftet worden ist. Letzteres sieht man aber nicht, es wird nur erzählt. Später wird dann zwar Sokkas Sicht der Dinge präsentiert, doch das ist erstens zu spät und zweitens kein Ersatz.
Dieses Nicht-Zeigen wiederholt sich in der Folge. Etwa als man dann erfährt, das Suki und die Kyoshi-Kriegerinnen die Stadt wieder verlassen haben, ohne Sokka auf Wiedersehen zu sagen. Auch das hätte man ruhig kurz zeigen können, anstatt es bei bloßen Worten zu belassen. So wirkt es, als ob eine unliebsame Nebenfigur aus der Handlung rausgeschrieben wurde.
Es gibt Licht und Schatten in dieser Episode. Und man kann nicht das Gefühl abschütteln, dass die Reihe an Qualität im Vergleich zur ersten Season abgebaut hat.
Info
Drehbuch: Helen Shang
Showrunner: Christine Boylan, Jabbar Raisani
Regie: Anu Menon
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Warpskala
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