Dies ist eine äußerst vergnügliche und kurzweilige Geschichte, die einen bestens unterhält.

Ein Wunder ist geschehen!
Mister Fotheringay ist ein Büroangestellter ohne besonderen Ehrgeiz. Er genießt sein Leben und hat nicht den Drang nach großen Veränderungen. Bis eines Tages eine solche in sein Leben eintritt.
Denn eines Abends, als er im Pub mit seinen Freunden und Kameraden ist, entdeckt er, dass er Wunder vollbringen kann. Er muss sich nur etwas wünschen, schon wird es wahr. Zunächst genießt er die angenehmen Seiten seiner neuen Fähigkeit. Bis er eines Tages jedoch auch die negativen Aspekte entdeckt.
Der Mann, der Wunder vollbringen konnte ist die Comicadaption einer Kurzgeschichte des britischen SciFi-Autoren H. G. Wells. Sie wurde 1898 das erste Mal veröffentlicht. Und wurde seitdem viele Male adaptiert.
Ein Mann ohne Ehrgeiz
Die vorliegende Comicadaption stammt von José-Luis Munuera, der nicht nur für die Illustrationen verantwortlich ist. Sondern auch für die Story an, natürlich basierend auf dem Werk des britischen Schriftstellers. Der Künstler ist natürlich kein Unbekannter. Schließlich hatte er zuvor schon unter anderem Das Rennen des Jahrhunderts gezeichnet, wobei da die Story von jemand anderes stammte.
Die Erzählung in diesem Band kommt ohne große Schnörkel aus. Sie liest sich flüssig und ist sehr unterhaltsam geworden. Dabei geht es in ihr jetzt nicht darum, dass der Protagonist herausfindet, woher er diese besonderen Fähigkeiten hat. Das bleibt ungeklärt. Stattdessen geht um die Konsequenzen.
Mister Fotheringay ist auch der passende Handlungsträger. Er ist ein Mann ohne Ehrgeiz. Der das Leben genießt und es lebt, ohne dass er Anstrengungen unternimmt, dass sich etwas ändert. Er liebt es, abends mit seinen Freunden und Bekannten bei einem Pint zu spekulieren und zu sinnieren. Weshalb dann auch der Moment, wo er auf ein Mal seine Fähigkeiten entdeckt, so überraschend daherkommt.
Die schönen Seiten erforschen
Und zunächst sieht man, wie er die angenehmen Seiten seiner Gaben erkundet. Wie etwa, dass er, ohne sich selber anzustrengen, abends ausziehen kann oder sich am Morgen eine Extraportion Spiegeleier zu gönnen, ohne, dass die Küche aktiv werden muss. Er tut dies auf eine wunderbar neugierige und auch irgendwo naive Art und Weise, so das man ihn einfach gerne mag.
Dass er auch anders kann, zeigt sich dann später. Denn im Laufe der Geschichte begegnet er immer wieder einen Wachmann, der ihn mit seiner Art und Weise zur Weißglut treibt. Bis er ihn, weil er genug hat, zur Hölle wünscht. Was dann natürlich ein Wendepunkt der Erzählung ist.
Man muss sich jetzt keine Sorgen machen, dass er dadurch böse wird. Das ist zum Glück nicht der Fall. Im Gegenteil: Er bleibt weiterhin der charmante kleinbürgerliche Büroangestellte. Der schließlich in der Not der Stunde Rat bei einem Priester sucht.
Ein kluges Ende
Wie sich dann die Story entwickelt, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Sie spitzt sich dramatisch zu, bis Mister Fotheringay in seiner Not einen durchaus klugen Ausweg nimmt. Wodurch die Erzählung ein wunderbar rundes Ende nimmt.
Die Illustrationen von José-Luis Munuera passen perfekt zur Story. Sein cartooniger Stil unterstreicht das Absurde, dass in dieser Geschichte passiert. Und so mancher visueller Gag ist einfach nur grandios. Etwa, wenn der Teufel als ein einfacher Mensch in einem 08/15 Teufelskostüm dargestellt wird. Es ist einfach nur herrlich und grandios.
Wobei er sich bei der Adaption etwas traut. Denn er baut noch einen Epilog ein, der im Original nicht vorhanden ist. Der dann aber zu der Story wunderbar passt.
Insgesamt also ein rundherum gelungenes Album.
Info
Autor, Zeichner: José-Luis Munuera
Farben: Sedyas
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
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