Endlich erhält Roku seine eigenen Romane. Nur zu schade, dass der Erste nicht so ganz überzeugen können.

Aller Anfang ist schwer
Der junge Feuerbändiger Roku, engster Freund des Prinzen der Feuernation Zosin, wird als der neue Avatar auserwählt. Er verlässt seine Heimat, um die anderen Elemente zu erlernen. Doch schon mit dem ersten, der Luft, hat er enorme Probleme. Er fühlt sich fehl am Platze und kriegt Selbstzweifel. Zum Glück kann er sich mit dem jungen Luftbändigermönch Gyatsu anfreunden.
Doch dann verschwinden auf einer abgelegenen Insel Leute. Und entgegen dem Gebot seiner Lehrmeister macht sich Roku auf den Weg, um nachzuforschen, was dort geschehen ist. Er ist allerdings nicht der Einzige. Auch Zosin ist daran interessiert, die Ursache zu finden. Wobei seine Motive dafür andere sind als die des Avatars.
Von allen früheren Inkarnationen Aangs, war Roku derjenige, der am meisten auftrat. Man lernte ihn als einen weisen, alten Mann kennen, den mit dem legendären Feuerlord Zosin einst eine gute Freundschaft verband. Ehe dieser am Ende dafür sorgte, dass er ums Leben kam. Mit Die Vergeltung von Roku erhält man jetzt einen Einblick in die Anfangszeit des Avatars, in die Zeit, wo er überhaupt erst lernen musste, was es heißt, ein solcher zu sein.
Große Fußstapfen
Es ist der Auftaktband zu einem Zweiteiler. Der zweite Roman ist für den 11.11.2026 unter dem Titel Das Erwachen von Roku angekündigt. Auch dieses Buch wird dann wieder von Randy Ribay verfasst.
Randy Ribay wurde auf den Philippinen geboren, ist jedoch später in die USA emigriert. Dort studierte er zunächst Luft- und Raumfahrttechnik, ehe er dann allerdings auf englische Literaturwissenschaften umwechselte. Er arbeitet als Englisch-Lehrer an einer High School in San Francisco. Nebenbei schreibt er auch Bücher, wobei er ursprünglich als Dichter seine Werke verfasste, ehe er dann auf Grund eines Poetry Slams zum Romanschreiben überwechselte. Sein erstes Buch war An Infinite Number of Parallel Universes und ist 2015 erschienen. Seine Avatar Roku-Erzählungen werden die ersten Werke sein, die von ihm auf Deutsch herausgekommen sind.
Randy Ribay muss dabei in große Fußstapfen treten. Denn sein Vorgänger F. C. Yee hat mit seinen Geschichten über Kyoshi und Yangchen fantastische Erzählungen verfasst, die durchaus Maßstäbe setzten. Leider schafft es Ribay nicht, an das vorherige Niveau anzuschließen.
Frustration überall
Was allerdings nicht daran liegt, dass er sich nicht bemüht. Er schreibt auf eine gelungene Art und Weise, wie unsicher Roku zu Beginn ist. Wie schwer er sich damit tut, seine Mentalität als Mitglied der Feuernation abzulegen. Wie frustriert er darüber ist, dass seine Lehrer ihm raten, keine persönlichen Beziehungen einzugehen und ihn allgemein immer wieder in Situationen bringen, wo er sich unwohl fühlt. Und auch seine Gefühle darüber, dass es ihm nicht gelingt, die Luft zu bändigen, was ja sein erstes Element ist, dass er lernen muss.
Wobei er mit dem Frustgefühl nicht der Einzige ist. Gyatsu, den man aus der Avatar – Der Herr der Elemente-Reihe als väterlichen Mentor von Aang kennengelernt hat, der dem einen oder anderen Scherz nicht abgeneigt ist, ist ebenfalls frustriert. Wenn auch aus anderen Gründen. Er kann aus mentalen Gründen nicht mehr luftbändigen. Was natürlich für einen Luftbändigermönch alles andere als gut ist.
Auch die Entwicklung von Sozin ist interessant. Von Anfang werden in ihn hohe Erwartungen gesteckt und er wird hauptsächlich als ein Werkzeug gesehen, um den Avatar dem Willen der Feuernation zu unterwerfen. Er kann sich zwar im Laufe der Story davon befreien. Doch entwickelt er sich in eine Richtung, wo er mehr das Wohl und die Zukunft seiner Heimat über das der Welt stellt. Kenner der Serie wissen natürlich, was für eine Person er dann später sein wird.
Langweilig und Anstrengend
Das Problem ist, dass dann sich irgendwann alles um ein mysteriöses Eiland dreht. Wo eine Gruppe von Leuten existiert, die unter anderem aus verschiedensten Elementbändiger besteht und einen Anführer haben, der seine eigenen Pläne hat. Dieser Teil des Buches ist leider langweilig und anstrengend. Manchmal hat man auch das Gefühl, dass die Protagonisten hier alle ihren Verstand ausgeschaltet haben, weil sie stellenweise echt dumme Sachen machen. Und die Krönung ist dann die Enthüllung, was der mysteriöse Anführer wirklich machen will, die leider sehr klischeehaft ausfällt.
Es ist am Ende einfach kein gutes Buch, vor allem nicht im Vergleich zu den Vorgängerromanen.
Info
Autoren: Randy Ribay
Originaltitel: Avatar – The Reckoning of Roku
Übersetzung: Bernd Sambale
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 08/2025
Einband: Taschenbuch
Seiten: 448
ISBN: 978-3-98666-736-8
Sonstige Informationen: Produktseite
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