Die Marvel-Superhelden bekommen es mit Xenomorphen zu tun.
Handlung
Die Galaxis wird von Xenomorphen überrannt. Im Weltraum kämpfen zunächst die Truppen von Wakanda gegen die Aliens, doch diese werden von einem Laborkomplex aus über weitere Planeten verteilt. Darunter auch die Erde, die schnell aufgegeben werden muss. Der altersschwache Tony Stark, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat ein Gebäude von Weyland-Yutani zu einem Raumschiff umgebaut. Der Konzern ist einst mit seinem Unternehmen fusioniert, sodass er die gebündelten Ressourcen nutzen kann, um sich mit einer Handvoll Superhelden und überlebender Menschen in den Weltraum zu retten. Captain America und Bruce Banner opfern sich, um den Rückzug zu decken.
Das Raumschiff fliegt derweil zum Mars, wo eine Mutantenkolonie ebenfalls von Xenomorphen ausgelöscht wurde. Nur eine Handvoll haben überlebt, darunter Wolverine. Ebenfalls unter den Überlebenden ist der Schurke Sinister, der einen seiner Klone dazu benutzt, einen roten Superxenomorphen zu erschaffen. Da er das Böse glorifiziert, möchte er in den Xenomorphen fortleben und diese bei ihrem Zerstörungsfeldzug anführen.
In letzter Sekunde treffen die Wakander ein, doch die meisten Superhelden sind bereits tot. Doch nicht nur die Avengers und X-Men müssen Federn lassen. Eine Gruppe von David-Androiden hat gleich mehrere Universen mit Xenomorphen beglückt. Zwar konnten die Synths gestoppt werden, doch zerstören nunmehr die außerirdischen Ingenieure infizierte Planeten, was die Aliens zwar aufhält, jedoch ebenso den Tod aller Überlebenden bedeutet. Am Ende bleiben nur eine Handvoll Superhelden übrig, die einer ungewissen Zukunft entgegensehen.
Rezension von Aliens vs. Avengers
Die Handlung ist leider völlig überladen. Statt sich auf die Avengers zu konzentrieren und sie auf eine Mission gegen Xenomorphe zu schicken, werden gleich mehrere Universen in Gänze bedroht. Hinter all dem steckt eine Handvoll David-Androiden, denen die Sicherungen durchgebrannt sind. Man kennt es bereits aus Prometheus – Dunkle Zeichen (2012) und Alien: Covenant (2017). Auch in diesem Comic werden ihre Motive nicht wirklich zufriedenstellend erklärt. Sie hassen einfach alles organische Leben und zerstören es deshalb.
Der Planet aus Alien: Covenant wird hier als Heimatwelt der Ingenieure interpretiert, obwohl einiges dagegen spricht. Aber sei’s drum, für die Handlung spielt es ohnehin keine Rolle. Befremdlich ist nur, dass man die Konstrukteure nicht übersetzt hat, sondern in der deutschen Ausgabe „Engineers“ nennt. Ihre Motive sind jedenfalls so nebulös wie die von David. Erst erschaffen sie Xenomorphe und als diese wegen David außer Kontrolle geraten, zerstören sie ganze Planeten mit schwarzen Mikrolöchern. Das bleibt aber wiederum nur eine Randnotiz, wodurch der Schrecken an Gewicht verliert.
Der Hauptfeind ist Sinister – ein Superschurke, dessen Namen schon ein blankes Klischee ist. Da er in den Xenomorphen das Böse sieht, hilft er ihnen und erschafft einen roten Superalien, der sich teleportieren kann. Das kostet einigen Helden das Leben, die eigentlich aufgrund ihrer Fähigkeiten vor den normalen Exemplaren sicher waren. Am Ende liegt es an Venom, von dem Superxenomorph Besitz zu ergreifen und die Lage so zu entschärfen.
Wie bereits erwähnt liegt der Fokus nicht wirklich auf den titelgebenden Avengers und so kommen auch X-Men, Inhumans und Wakander vor. Letztere haben heimlich die halbe Galaxis kolonisiert, doch ihre Portaltechnologie wird ihnen zum Verhängnis, da sich die Xenomorphe darüber nur noch schneller verbreiten. T’Challa wird als Imperator charakterisiert, was Zweifel an der wakandischen Monarchie aufkommen lässt, die allerdings nicht kritisch aufgearbeitet werden. Warum auch? Es sterben ja sowieso fast alle.
Der Comic ist eine vollkommene Dystopie ohne Happy End. Der Autor scheint regelrecht Freude daran zu haben, möglichst viele Helden auszulöschen, womit die Story ähnlich düster und trostlos ist wie die Marvel Zombies-Comics. Dabei wird man nicht einmal mit speziellen Superhelden-Xenomorphen beglückt, wie DC das bei seinem Batman-Aliens-Crossover gemacht hat. Abgesehen von dem Sinister-Xenomorph gibt es nur die üblichen Exemplare. Und das, obwohl der Hulk und viele andere ihnen zum Opfer fallen. Der Comic gerät damit zu einer Enttäuschung.
Detailliert, aber doch irgendwie unfertig
Immerhin grafisch hat der Comic ein paar Höhepunkte zu bieten. Die Raumschiffe der Wakander sehen interessant aus, gleiches gilt für die Architektur ihrer Kolonien und der Mutanten-Kolonie auf dem Mars. Die Superhelden im Rentenalter präsentiert zu bekommen, ist mal was Neues und man erkennt sie durchaus wieder. Der Detailgrad hätte allerdings hier und da etwas größer sein können. Vor allem aus der Ferne mangelt es den Charakteren an Profil und auch die Raumschiffe der Konstrukteure hätten mehr Details vertragen können.
Die Xenomorphe sind ebenfalls etwas schlicht geraten und haben kastenförmige Köpfe. Der rote Sinister-Alien hat ein Karo auf der Stirn, bei dem nicht klar ist, wie es dorthin gekommen ist. Es erinnert ein wenig an das imperiale Symbol auf der Stirn von Piter de Vries aus Dune (1984). Weiterhin werden einige Dinge sehr frei interpretiert. So geht die aus Prometheus bekannte Sternenkonstellation in eine Raumstation, bestehend aus sechs Asteroiden, über. Das als Weyland-Yutani-Gebäude getarnte Raumschiff scheint aus Beton zu stehen und der Hulk reißt bei seinem ersten Einsatz ein Loch in die Fassade. Das ist nicht sonderlich gut durchdacht.
Die Koloration besticht derweil durch weiche Verläufe, die einen realistischen Lichteinfall simulieren. Die Farben sind gut gewählt, allerdings stark entsättigt, was der düsteren Stimmung entspricht. Glanz ist bestenfalls angedeutet, an Leuchteffekten mangelt es jedoch nicht.
Fazit: Ende gut, alles tot
Statt sich auf eine Handvoll Charaktere zu konzentrieren und sie auf ein düsteres Abenteuer zu schicken, wird ein unkontrolliertes Massensterben gleich über mehrere Universen ausgebreitet. Diese Strategie von Disney, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen, hat schon einige Marvel-Filme und auch Serien zerstört. Muss denn immer das gesamte Multiversum bedroht sein? Geht es nicht mal eine Spur kleiner und dafür vielleicht glaubwürdiger? Und warum funktionieren bei Disney Predator-Storys meist besser als Alien-Produktionen?
Immerhin grafisch hat der Comic ein paar Schauwerte zu bieten. Die machen die ganzen Klischees natürlich nicht wett, zumal die titelgebenden Aliens meist nur halbherzig umgesetzt sind. Das Endergebnis ist nur etwas für extreme Sammlernerds, die Wert auf Vollständigkeit legen. Wer anspruchsvolle oder gar tiefgründige Unterhaltung erwartet, wird dagegen enttäuscht werden.
Info
Story: Jonathan Hickman
Zeichner: Esad Ribić
Farben: Ive Svorcina
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story3/10
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Zeichenstil8/10
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Kolorierung7/10
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