In dieser Folge wird einiges vorbereitet. Einerseits Plots für die zweite Staffelhälfte, andererseits das Ende der Erste Hälfte.
Eine Sache, die mich stört
An Bord der Rosinante werden die Vorbereitungen für eine Begegnung mit Mao (François Chau) auf Io getroffen. Avasarala (Shohreh Aghdashloo) gesteht James Holden (Steven Strait), dass die Erde keine Probe des Protomoleküls hat, aber eine haben möchte. Während Naomi (Dominique Tipper) ihm später erklärt, wieso sie dem Gürtel eine gegeben hat.
Derweil erreicht Avasaralas Nachricht sowohl die Marsianer, wie auch Vertreter der Flotte der UN. Wo Admiral Nguyen (Byron Mann) sich sehr geheimnisvoll gibt und sich auf ein Mal nicht mehr an die Gefechtsregeln hält, sondern zu einem Rendevouzpunkt bei Io fliegt. Er will von Mao die Kontrolle über die Protomolekülmonster erhalten. Sein Kollege Admiral Souther (Martin Roach) hat derweil eine Kopie der Nachricht gekriegt, woraufhin es zu einer Meuterei kommt, mit vielen Todesopfern.
Ich bin nicht wirklich ein Freund der Entscheidung, wie die The Expanse-Romane in der Serie adaptiert werden. Jetzt nicht so sehr vom Inhalt her, wo man wirklich merkt, dass die Macher sich bemühen, der Vorlage treu zu bleiben. Aber es stört, dass sie nicht einen Roman in einer einzigen Season adaptieren, sondern dies in zwei Hälften in aufeinanderfolgenden Staffeln machen. Das hat zur Folge, dass es merkwürdig wirkt, wenn zur Hälfte einer Season das eine Buch zu Ende adaptiert wurde, um dann in der nächsten Episode wiederum das nächste anzufangen.
Eine aufgesetzte Entschuldigung
Das hat auch Auswirkungen auf die Folgen, die dieses Plot-Finale vorbereiten müssen. Es wirkt vom Pacing und von der Platzierung her merkwürdig, dass sich hier Dinge zuspitzen. „Tripelpunkt“ macht das besonders deutlich.
Die Folge an sich ist sehr solide. Es ist zwar schade, dass die Erde mit der UN nicht vorkommt, weil dies mit der spannendste Plot in der aktuellen Staffelhälfte ist. Aber dafür sind die anderen Handlungen auch nicht verkehrt.
Es wirkt zwar etwas aufgesetzt, wenn Naomi sich bei James Holden entschuldigt und ihm die Gründe für ihren Verrat erklärt. Aber das muss man verkraften. Es musste vermutlich eingebaut werden, um die Beziehung zwischen den beiden so kurz vorm Finale wieder zu kitten.
Vorbereitung für den nächsten, großen Handlungsblock
Interessant ist hier vor allem, dass sie ihm davon erzählt, dass sie einen Sohn bei den Gürtlern hat. Das wird dann in der nächsten Staffelhälfte relevant werden, weil es als anschließend Erklärung für eine bestimmte Aktion von ihr stimmt. Diese Enthüllung wurde übrigens in der Vorlage für diese Episode nicht eingebaut, sie kam erst im nächsten Roman. Aber das nur nebenbei.
Dramatisch sind die Ereignisse auf den marsianischen und den UN-Raumschiffen. Wo man merkt, dass trotz allem nicht wirklich alle Interesse daran heben, sich gegenseitig zu beschießen und hierbei Leben zu verlieren. Doch gleichzeitig überwiegt auch die Paranoia, ob man der Nachricht, die man von Avasarala wirklich trauen kann. Es ist spannend zu sehen, wie vorsichtig die jeweiligen Parteien dabei vorgehen.
Derweil Admiral Nguyen vollkommen ausartet. Zum Glück zeigt die Serie, dass er mit Mao unter einer Decke steckt. Aber dass er dann am Ende, nur um seine eigenen Ziele durchzusetzen, sogar seine eigenen Leute entweder einsperrt oder tötet, schockiert. Es zeichnet ihn als einen Fanatiker aus, der im Glaube auf eine gute Sache, in diesem Fall vermutlich der Untergang des in seinen Augen verhassten Mars, bereit ist, alles zu machen. Sogar einen Deal mit dem Teufel.
Am Ende zählt nur das Geschäft
Und das Mao ein solcher ist, zeigt sich auch in seinem eigenen Plot. Als er nämlich, als der vom Protomolekül verwandelte Junge ihm keine weiteren Infos mehr geben kann, praktisch ohne zu Zögern beschließt, Mei als nächste mit dem Molekül zu infizieren. Hier zeigt sich, dass er am Ende seine eigenen Geschäftsinteressen über jegliche Art von freundschaftlichen oder freundlichen Gefühlen stellt. Das also die gemeinsamen Momente mit dem Kind ihm am Ende nichts bedeuten. Und das ist schon krass.
Es ist eine gute Folge. Bei der es aber am Ende merkwürdig wirkt, dass sie so wirkt, wie eine Episode, die auf ein Finale hinarbeitet. Obwohl man mitten in der Season ist und man normalerweise nicht den Abschluss einer Handlung erwarten würde. Sondern nur mehr eine Zuspitzung der Ereignisse.
Informationen
Regie: Jeff Woolnough
Drehbuch: Georgia Lee
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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