Julian Wangler beschäftigt sich dieses Mal mit einer Organisation, die aus politischen Gründen entstanden ist.

Das ist ein… Volk?
Als ich Die Völker von Star Trek – Der Maquis von Julian Wangler das erste Mal in meinen Händen hielt, war ich sehr irritiert. Denn in meinen Augen war dies kein Volk. Sondern mehr eine Rebellengruppe, die dann später versuchten, einen eigenen Staat zu gründen. Weshalb der Titel meiner Meinung nach nicht ganz richtig ist.
Der Autor selbst gesteht das in seinem Vorwort auch teilweise ein, als er meint, dass das kein Volk im eigentlichen Sinne ist, aber dafür ein ganzer spezieller Akteur im ST-Universum sein. Letzter Aspekt mag stimmen. Doch wenn er selbst weiß, dass dadurch sein Titel im Prinzip nicht richtig wird, wieso hat er ihn dann überhaupt verwendet?
Doch davon abgesehen ist dies wieder ein Julian Wangler-Sachbuch, das zeigt, wieso er im Bereich der Sachbücher einer der besten Star Trek-Kenner überhaupt ist. Weil er nämlich Ahnung von der Materie hat und es schafft, das Thema aus jedem nur erdenklichen Blickwinkel zu beleuchten. Man merkt im positiven Sinne, dass er dies schon seit Jahrzehnten macht.
Falsche Entscheidungen mit am Ende tödlichen Konsequenzen
Als Erstes beschäftigt er sich mit der Historie der Organisation. Man liest, wieso sie entstanden ist, was der Frieden zwischen der Föderation und den Cardassianern damit zu tun hat und wie die Gruppierung sich im Laufe der Zeit immer mehr radikalisierte. Nur um dann im Dominionkrieg vernichtet zu werden.
Dabei kritisiert er die Entscheidungen der Föderation zu Recht. Eindeutig beschreibt und analysiert er, was diese falsch gemacht hat und mit welchen Konsequenzen. Aber ebenso macht er klar, dass die spätere Radikalisierung des Maquis und dessen Pläne der Gruppe nicht sonderlich hilfreich waren.
Wobei der Autor die Tatsache, dass einige Mitglieder des Maquis auch in Voyager vertreten waren, nicht vergisst. Diese beleuchtet er ebenfalls. Und macht so deutlich, wieso diese Gruppe in der Serie nicht zündete, wieso ihre Existenz schon von Anfang keine Chance hatte, irgendwie irgendwelches Storypotenzial zu entwickeln.
Vertrauen missbraucht, Vertrauen gewonnen
Doch Julian Wangler fokussiert sich nicht nur auf die Gruppierung an sich. Ebenso widmet er zwei Kapitel zwei bestimmten Ex-Mitgliedern. Zunächst widmet er ein solches Ro Laren, der Bajoranerin, die die Föderation für den Maquis verriet und damit das Vertrauen ihres Mentores Jean-Luc Picard verriet. Um dann später sich in einem weiteren Kapitel voll und ganz mit Chakotay, dem ersten Offizier der Voyager, zu beschäftigen.
Auch die Raumschiffe und die Kampftaktiken des Maquis berücksichtigt der Autor. Wer schon immer mehr hierüber wissen wollte, der kommt voll und ganz auf seine Kosten. Selbst für jemanden, den diese Materie nicht interessiert, lohnt es sich, einen Blick reinzuwerfen.
Aber natürlich gibt es auch wieder Passagen, in denen der Sachbuchautor Julian Wangler dem Buchautor Julian Wangler Platz macht. Wo dieser erneut fiktive Sequenzen beschreibt. Dieses Mal sind es zwei Kapitel. Einmal eines, wo er beschreibt, wie Chakotay und Janeway nach der Strandung der Voyager im Delta-Quadranten eine Art Pakt eingehen. Und dann später eines, dass sich ausschließlich mit dem ersten Offizier der Voyager beschäftigt.
Kein Fan
Wer meine früheren Rezis des Autors kennt, der weiß, dass ich hiervon kein wirklicher Fan bin. Nur einmal in dem Romulaner-Buch gefiel mir die Story. Doch war das leider eine Ausnahme, denn ansonsten wirken sie nicht überzeugend. Was hier leider erneut der Fall ist.
Trotzdem, bei aller Kritik, muss man sagen, dass dies ein gutes Sachbuch ist.
Info
Autoren: Julian Wangler
Titel: Die Völker von Star Trek – Der Maquis
Verlag: BoD – Books on Demand
Erschienen: 09/2025
Einband: Taschenbuch
Seiten: 230
ISBN: 9783695192465
Sonstige Informationen: Produktseite
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