Ein sehr starker Trantor-Plot reicht leider nicht aus, um diese Episode gelungen zu machen.
Ein großer Fehler wurde begangen
Demerzel (Laura Birn) kommt auf Trantor an, wo sie zunächst Bruder Dämmerung (Terrence Mann) und Rue (Sandra Yi Sencindiver) konfrontiert und anschließend tötet. Danach lässt sie Königin Sareth (Ella-Rae Smith) verhaften, die sie mit dem Mordanschlag an Bruder Tag anklagt. Später will sie auch Bruder Morgen (Cassian Bilton) eliminieren, doch kann er entkommen und seine Geliebte Sareth, die von ihm schwanger ist, befreien. Zusammen fliehen sie ins All.
Auf Ignis erzählen Hari Seldon (Jared Harris) und Gaal Dornick (Lou Llobell), wie es ihnen gemeinsam gelungen ist, den Tod von Hari vorzutäuschen. Dann erfahren sie, dass durch den Tod von Tellem die anderen Mentalisten befreit worden sind. Und im All um Terminus will Bruder Tag (Lee Pace) die restlichen Welten, die zur Foundation gehören, vernichten. Doch Bel Riose (Ben Daniels) weigert sich und wird seines Kommandos enthoben. Woraufhin allerdings dann eine Katastrophe ausbricht, die viele Leben kostet.
Eigentlich wollte ich Schöpfungsmythen mögen. Ich hatte mich wirklich auf diese Folge gefreut. Doch dann war ich am Ende enttäuscht. Weil sie meiner Meinung nach einen großen Fehler begangen hat.
Das hat man nicht kommen sehen
Dabei kann sie mit zwei grandiosen Plots aufwarten. Zwei Handlungen sind sehr stark. Und eine kann im Vergleich nicht mithalten.
Zu den starken Plots zählen auch die Vorkommnisse auf Trantor. Wo man dann teilweise nicht mehr aus dem Staunen rauskommt. Hier enthüllt die Serie jede Menge Sachen, mit denen man nicht gerechnet hat. Und enden tut die Handlung auf eine Art und Weise, so das noch jede Menge Potenzial für etwaige künftige Ereignisse über bleibt.
Die vielleicht größte Überraschung ist, dass Demerzel für den Anschlag auf Bruder Tag von Beginn der Staffel verantwortlich war. Sie hat dies getan, um am Ende den Fortbestand der genetischen Dynastie zu garantieren. Weshalb Königin Sareth für sie in dieser Folge der perfekte Sündenbock ist.
Sympathie für die Gegenseite
Doch zuvor tötet sie Bruder Dämmerung und Rue, weil sie die Wahrheit über sie herausgefunden haben. Und hier muss man die Serie wirklich loben. Denn auch, wenn dadurch Demerzel wie eine Antagonistin wirkt, empfindet man für ihre Aktionen durchaus Sympathien. Denn auch, wenn sie es ist, die das Imperium in Wahrheit leitet: Sie ist ebenso dessen Gefangene. Sie ist an ihre Direktiven gebunden und schwankt zwischen Liebe und Hass. Sie ist eine mechanische Lebensform, die anders als die biologischen Lebensformen Ereignisse nicht einfach vergessen oder sich anpassen kann. Sie muss ihren Befehlen folgen, auch wenn sie es schon längst nicht mehr möchte.
Wie sich dies auf lange Sicht auswirken wird, bleibt aktuell unklar. Man sieht nur am Ende dieser Handlung, dass sie jeweils einen neuen Bruder Morgen, Tag und Dämmerung aus den Tanks holt. Und dass sie, dank der Begegnung mit dem zweiten Hari Seldon den Primärradianten hat, dank dem sie Einblick in die Zukunft hat. Die sie als wundervoll bezeichnet.
Hier sieht man übrigens das erste Mal, welche Macht sie über die Cleons hat. Das, was zuvor nur angedeutet wurde, wird hier bestätigt. Sie lenkt sie, sie bestimmt, welche Erinnerungen sie haben. Und das ist schon fast unheimlich.
Das war clever
Im Vergleich wirkt der zweite grandiose Plot deutlich actionlastiger. Man sieht hier, wie Bruder Tag sich an seiner eigenen Macht über Leben und Tod berauscht. Und dann daran scheitert, weil seine Untergebenen gegen ihn rebellieren. Weshalb er sich mit Bel Riose prügelt, was anschließend zum Tod des Imperialen führt. Derweil rings um ihn herum seine ganze Flotte untergeht.
Im Vergleich zu den Ereignissen auf Trantor ist die Handlung im Orbit von Terminus deutlich überraschungsarmer. Aber deswegen jetzt nicht schlecht. Im Gegenteil: Es geht hier deutlich intensiv zur Sache und es gibt deutlich mehr Tote zu vermelden. Wobei der Überraschendste der von Bruder Tag. Er wird sehr clever herbeigeführt. Und man rechnet die ganze Zeit nicht damit. Denn die Folge führt hier einen lange Zeit aufs Glatteis, ehe dann die Enthüllung kommt. Das ist verdammt gut gemacht.
Die Nachwehen dieser Ereignisse sind melancholisch. Weil Leute sich von ihren Liebesten verabschieden und mit jemanden, der ihnen zuvor unbekannt war, die letzten Minuten verbringen. Es ist ein wunderbarer Abschluss dieser Handlung.
Sind sie mit er Erklärung fertig?
Wobei es hier in den letzten Minuten noch zu einem netten Plottwist kommt. Der hier im Prinzip für die Foundation alles offen macht. Denn es zeigt sich, dass die erste nicht untergegangen ist. Sondern dank eines netten Tricks Hari Seldons überlebt hat. Womit sie in einer stärkeren Position ist, als das Imperium, dass jede Menge Schiffe und Leute verloren hat. Und das sind nur die Konsequenzen, die einem sofort einfallen. Darüber hinaus dürfte dies erheblichen Schaden anrichten.
Die Ereignisse auf Ignis haben es da im Vergleich schwer zu überzeugen. Wobei man das Gefühl hat, dass die Macher der Reihe es erst gar nicht versucht haben. Denn dieser Plot ist der mit Abstand schwächste.
Ein ärgerlicher Tod
Es ist schade, dass dieser Abschluss geschieht. Denn er ist unterm Strich eine Riesenohrfeige für den Zuschauer. Und zieht eine ansonsten super Folge massiv runter.
Informationen
Regie: Alex Graves
Drehbuch: David S. Goyer & Liz Phang
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