Alte, bekannte Fehler führen dazu, dass diese vorletzte Episode vor dem zweiteiligen Staffelfinale nicht so gut wirkt.
Letzter Stop vorm Staffelfinale
Mary (Scout Taylor-Compton) wird von Baines (Ian James Corlett) geheilt. Er möchte, dass sie an seiner Seite Gottes Werk vollendet. Doch sie warnt ihn davor, dass Arius eher dem Teufel dient, anstatt dem Herren. Allerdings stößt ihre Warnung auf taube Ohren.
Derweil ist Dante (Johnny Yong Bosch) ein Gefangener von Arius (Graham McTavish). Der ihm zeigt, wie er damals als junger Mann vor vielen hundert Jahren ein Diener von dem gefallenen Argosax wurde. Doch Dante ist deshalb nicht bereit, die Seiten zu wechseln. Sondern ist umso mehr daran interessiert, ihn zu töten.
Mit Purgatorio hat man jetzt die letzte Episode vor dem Staffelfinale. Das vermutlich wieder zwei Folgen umfassen dürfte. Dementsprechend wird hier vieles vorbereitet, gezeigt und aufgeklärt. Weshalb dies eigentlich auch eine Episode sein müsste, die Spannung erzeugt, Stimmung und Vorfreude auf das, was noch später in der Season kommen wird. Nur leider vermag der berühmte Funke nicht überzuspringen.
Ist die Musik nicht laut genug?
Schuld daran ist vor allem eins: das diese Folge einen Fehler der früheren Episoden wiederholt. Immer wieder wird Nu-Metal-Musik eingespielt, die stellenweise genauso laut sind wie die Gespräche. Oder, was noch schlimmer ist, sehr unpassend gewählt worden ist.
Dabei ist dies eine Episode, die von der Parallelität zweier ihrer Plots lebt. Denn man sieht, wie sowohl Dante als auch Mary Gefangene sind. Wie beiden etwas enthüllt wird, was dazu führen soll, dass sie sich der jeweils anderen Seite anschließen.
In Marys Fall ist es die Tatsache, dass sie von Baines erfährt, dass ihr Vater noch am Leben ist. Und dass er DarkCom die Info über ihren Verbleib gegeben hat. Doch wenn ihr Vorgesetzter hofft, dass sie dadurch sich ihm anschließt, zeigt er sich getäuscht. Denn noch mehr als sonst ist Mary in ihrem Bestreben gestärkt, die Dämonen zu besiegen.
Keine Träne da
Dante ist hingegen ein Gefallener von Arius. Der ihm zunächst zeigt, wie Mundus Argosax betrogen hat. Nur um dann zu präsentieren, wie die vier Artefakte, die zur Befreiung Letzteren führen sollen, in die Welt der Menschen gelangten. Und er als junger Mann über den Stab stolperte. Der dafür sorgte, dass, wann immer er starb, er in einem neuen Körper und mit allen Erinnerungen an seine früheren Leben wiedergeboren wurde.
Und auch hier zeigt sich, dass die Hoffnungen von Arius, Dante so auf seine Seite zu ziehen, sich als trügerisch erweisen. Was er dann aber mit einem Schulterzucken abtut und stattdessen das Blut des Halbdämonen abzapft. Womit dieser natürlich erheblich geschwächt wird.
Das gipfelt schließlich in einer Szene, in der Baines Arius konfrontiert und von diesem einfach so umgebracht wird. Nicht, dass man dem Erstgenannten eine Träne nachweint. Schließlich war er ja eine der Kräfte, die die Ereignisse durch seine übertriebene Gottesfrömmigkeit überhaupt erst vorantrieben. Er wurde außerdem die ganze Zeit in keinem guten Licht dargestellt, weshalb sein Ableben auch mehr ein Schulterzucken beim Zuschauer erzeugt.
Zäh
Das Problem ist, dass diese Ereignisse sehr zäh inszeniert werden. Die Parallelität mag bewusst gewählt worden sein. Doch führt dies nicht dazu, dass man dadurch auch bei beiden gleichermaßen mitfiebert. Im Prinzip wird hierdurch nur erreicht, dass sie fürs Finale geschwächt sind, damit so mehr Spannung erzeugt werden soll. Mit durchwachsenen Erfolg.
Spannung, die allerdings ebenso durch die Frage entstehen soll, wie Vergil zu den ganzen Ereignissen steht, wenn er davon erfährt. Er ist ja momentan gemeinsam mit Mattie in der Dimension des Trismagia. Und aus der kommen beide nicht so einfach raus.
Man muss der Episode wirklich positiv anrechnen, dass sie Mattie nicht vergisst. Sondern im Gegenteil sie auch weiter ausbauen. Schließlich muss die Kleine ein gewaltiges Trauma verarbeiten. Ob allerdings Vergil der richtige ist, ihr daraus zu helfen, darf bezweifelt werden.
Es bleibt ambivalent
Immerhin darf man bezweifeln, ob sein angebliches Desinteresse an ihr auch wirklich real ist. Die Episode bezieht dazu nicht eindeutig Stellung, sondern belässt in der Ambivalenz. Es kann also sein, kann aber ebenso wiederum nicht sein. Und um ehrlich zu sein, ist dies im Vergleich zu den beiden anderen Plots der deutlich spannendere.
Insgesamt fühlt sich diese Folge sehr lahm und nicht sonderlich überzeugend an.
Info
Drehbuch: Story von Adi Shankar, Geschrieben von Alex Larsen, Keely Macdonald und Adi Shankar
Showrunner: Adi Shankar
Regie: Park So Young
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