Auf der Piratenwelt Noa erhalten Iniza und ihre Begleiter eine kurze Atempause.

Das Szenario
Während Glanis und Kranit zusammen mit der Muse versuchen, das antike Hyperraumsprungtor der Maschinen zu öffnen, überlegt Shara, ob es nicht besser wäre, Iniza an den Hexenorden auszuliefern. Die kann sich jedoch wehren und versucht anschließend, den bunt zusammengewürfelten Haufen von Outlaws zusammenzuhalten, indem sie alles herunterspielt. Ohnehin haben bald alle andere Probleme, denn die Kathedrale des Ordens schickt ihre Greifer aus. Gleichzeitig veranlasst die Muse einen Angriff der Maschinen auf die Kathedrale.
Die Drohnen haben leichtes Spiel, denn zwischenzeitlich hat sich Hadrath Talantis mit der Hexe Setembra zerstritten, die seinen Gildenkreuzer nicht starten lassen will. Als Reaktion lässt er die Hangartore kurzerhand aufschießen und während sein Kreuzer ins Freie fliegt, dringen die Kampfdrohnen ein. Überraschenderweise lassen diese den Gildenkreuzer in Ruhe, sodass Hadrath der Nachtwärts nach Noa folgen kann. Dort können die Piraten ihn unter schweren Verlusten stoppen und während er inhaftiert wird, lässt sein Bruder Fael den Rest der Mannschaft kreuzigen.
Die Crew der Nachtwärts teilt sich unterdessen auf. Die Muse und eine Kampfdrohne werden unter strenger Bewachung in ein Stadion gebracht. Kranit und Shara, die in der Vergangenheit mit den Piraten in Konflikt geraten sind, dürfen sich zwar frei bewegen, werden aber überwacht. Iniza wird unterdessen von ihrem Onkel, von dem sie denkt, dass er ihr Vater sei, auf eine Reise zum Tor von Tau mitgenommen. Im Orbit offenbart Fael ihr, dass er nicht ihr Vater sei und ihre Mutter auch nicht verführt, sondern von ihrem anderen Onkel Hadrath vergewaltigt wurde. Dieser ist also ihr wahrer Vater.
Fael macht Iniza unterdessen das unmoralische Angebot, ihn zu heiraten, um auf ihrer Heimatwelt Koryantum die Macht zu übernehmen. Das Piratendasein hat er nämlich langsam satt. Iniza ist von dem Plan wenig begeistert, da sie von Glanis ein Kind erwartet. Mit ihm sucht sie zurück auf Noa ihren Onkel Hadrath auf. Da die Statuen des Tores von Tau das Gesicht der Androidin tragen, die sie als Muse kennt, leitet sie daraus ab, dass der Glaube an die Stille von den Maschinen erschaffen wurde, um die Menschheit zu kontrollieren. Auf diese Offenbarung reagiert Hadrath als Anhänger der Stille selbstverständlich ablehnend.
Rezension von Noa
Gleich zu Beginn des dritten Bandes zeigt sich, wie zwielichtig und wenig vertrauenswürdig einige der Charaktere sind. Eben erklärt Shara Iniza noch die Bedeutung ihres Bitterstern-Tattoos am Hinterkopf und schon geht sie dazu über, sie an den Hexenorden ausliefern zu wollen. Nicht aus Bosheit, sondern aus purem Eigennutz, da sie Angst hat, ihr Raumschiff erneut zu verlieren. Als Glanis, Kranit und die Muse zurückkehren, erklärt Iniza die Blutspuren ihres Kampes mit einer Meinungsverschiedenheit. Da sie die anderen braucht, muss sie die Crew der Nachtwärts irgendwie zusammenhalten.
Die Maschinen sorgen kurz darauf für ihre Flucht nach Noa, lassen dabei jedoch den Gildenkreuzer passieren, obwohl der auf die Kampfdrohnen schießt. Da Hadrath noch eine Rolle zu spielen hat, muss er halt überleben. Seine Crew wird hingegen von Faels Piraten gekreuzigt, was ziemlich grausam ist. Fael glaubt, mit solch abschreckenden Bildern seine Feinde auf Distanz zu halten. Aber auch sonst ist er längst nicht mehr der fürsorgliche Onkel, an den sich Iniza erinnert. Sein Heiratsantrag ist moralisch in jeder Hinsicht falsch: Er ist nicht nur viel älter als Iniza, sondern ihr Onkel. Und zum Glück nur das und nicht ihr Vater, wie sie anfangs vermutet. Trotzdem ist das Inzest, pfui!
Am Ende des dritten Bandes lässt sich kaum noch sagen, welcher Onkel der schlimmere ist, denn Hadrath entpuppt sich als Inizas Vater, der einfach mal die Frau seines dritten Bruders vergewaltigt hat und darauf auch noch stolz ist. Väterliche Gefühle hat er selbstverständlich keine für seine Tochter, weshalb diese es geradezu genießt, dessen Glauben zu erschüttern. Die unsichtbaren Aliens, die als Stille verehrt werden, sind nämlich offenkundig eine Erfindung des Maschinenherrschers. Und von denen gab es wohl eine ganze Reihe, denn das Tor von Tau, welches der Eingang des Pilgerkorridors sein soll, trägt das Gesicht der Muse. Diese ist also mitnichten ein einfaches Androidenmodell, welches für Künstler konzipiert wurde, sondern die Anführerin der Maschinen.
Haben das die Borg gebaut?
Das Hyperraumsprungtor, bestehend aus 23 Raumstationen einer längst vergangenen Epoche, wirkt aus der Nähe betrachtet wie Borgarchitektur. Es erinnert damit an die Transwarptore aus Star Trek – Voyager. Irgendwie passend, denn immerhin stellt sich heraus, dass es von Maschinen erbaut wurde. Die haben keinen Sinn für schnörkelige Verzierungen, wie sie auf den Hangartoren der Kathedrale oder den Piratenschiffen zu finden sind. Die Architektur auf Noa ist allerdings ebenfalls recht schmucklos und erinnert an jene der Wüstenvölker Nordafrikas.
Der Zeichenstil ist alles in allem wieder sehr gelungen, vor allem für Hände hat der Zeichner ein Händchen. Und für Kleidung, wobei jene der Piraten besonders kreativ ist. Vor allem die Jacke von Faels Tochter Ria hat einen interessanten Schnitt. Ralf Schlüter hat das Zeug zum Kostümdesigner, denn seine Kreationen wären eine super Vorlage für eine Verfilmung. Ob es in einer solchen auch zu Nacktszenen wie im Comic käme? Aus unerfindlichen Gründen ist die Muse nämlich immer nackt, wenn sie raus ins All muss. Da sie als Androidin keine Genitalien besitzt, bleibt der Comic allerdings weitgehend jugendfrei.
An der Kolorierung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Die wieder einmal etwas flach wirkenden Armaturen der Raumschiffe werden zumindest durch die leuchtenden Displays zum Leben erweckt und auch sonst sind Leuchteffekte sowie Lichteinfall gelungen. Hervorzuheben sind außerdem die Lichtreflexe auf den Helmen der Raumanzüge, welche die Illusion von Glas erzeugen.
Fazit: Krönender Abschluss mit offenem Ende
Sieht man einmal von den Anleihen bei Genreklassikern ab, ist das Finale von Die Krone der Sterne durchaus gelungen. Wobei das Ende offen bleibt, denn eigentlich ist dies nur der Abschluss des ersten Romans. Es gibt noch zwei weitere Bände, deren Inhalt auf einer der hinteren Seiten gespoilert wird. Ob diese ebenfalls als Comic adaptiert werden, bleibt abzuwarten. Als Bonusmaterial gibt es diesmal kein Interview, aber immerhin eine Panoramaskizze der Piratenwelt Noa sowie einige Charakterstudien und Coverentwürfe.
Info
Autoren: Kai Mayer & Yann Krehl
Zeichnungen & Farben: Ralf Schlüter
Verlag: Splitter
Sonstige Infos: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story7/10
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Zeichenstil9/10
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Kolorierung9/10

