Der erste Film war ein Riesenerfolg. Wird es auch der zweite schaffen, an den Erfolg anzuschließen?
Natürlich kommt eine Fortsetzung
Guardians of the Galaxy war ein Sensationserfolg. Es war ein Besuch im MCU-Weltraum, garniert mit jeder Menge lustiger und grandioser Sprüchen und Gags. Aber ebenso mit vielen interessanten Figuren ausgestattet, die ihn erst so abwechslungsreich und großartig machten.
Natürlich war angesichts des Riesenerfolgs abzusehen, dass es auch einen Nachfolger geben würde. Und das bestätigte sich sehr schnell. Denn die langwierige und schwierige Suche nach einem Regisseur und Drehbuchautor fiel dieses Mal flach. Es stand erst gar nicht zur Debatte, dass jemand anderes als James Gunn wieder diese Funktionen übernehmen würde.
Und der machte sich ungefähr einen Monat nach Release des ersten Films daran, das Drehbuch zu schreiben. Er bestätigte dabei, dass es mindestens einen neuen Guardian geben würde. Und noch während er am Skript werkelte, trudelten parallel dazu die diversen Bestätigungen ein, dass die Schauspieler des vorherigen Teils wieder zurückkehren würden.
Konkrete Vorstellungen
Zum zweiten Teil, der im Untertitel Vol. 2 heißen sollte, hatte James Gunn schon konkrete Visionen. Er wollte zwei neue große Figuren einführen, nämlich Mantis und Adam Warlock. Doch am Ende strich er Letzteren, da der Film sonst zu voll werden würde. Aber er garantierte, dass der Charakter in einem künftigen MCU-Film auftauchen würde. (Spoiler: Das sollte in Guardians of the Galaxy vol. 3 der Fall sein).
Für das Drehbuch hatte der Drehbuchautor konkrete Vorstellungen. Er wollte dem Film eine andere Struktur geben als dem ersten Teil. Ebenso wollte er einige Figuren weiter ausbauen, vor allem Peter Quill. Des weiteren wollte er mehr weibliche Charaktere einführen, vorzugsweise solche, die nicht von der Erde stammten.
Fest stand außerdem, dass der Antagonist des Films Peter Quills Vater werden würde. Genauso wie dass Thanos nicht auftreten würde. James Gunn war sich des weiteren noch unsicher, ob Marvel überhaupt Baby Groot akzeptieren würde, doch das war kein Problem. Als das Drehbuch fertig war, ging es ans Casting. Eine Menge Schauspieler, wie Benecio Del Toro, hatten Interesse bekundet, zurückzukehren oder eine Rolle zu übernehmen.
Überall prominente Namen
Doch wie es üblich ist: Mitmachen wollen viele, wirklich mitmachen können am Ende nur wenige. Für die Rolle des Antagonisten schwebte James Gunn zunächst Matthew McConaughey als Darsteller vor. Der Schauspieler lehnte allerdings ab und wirkte stattdessen in der Stephen-King-Verfilmung Der Dunkle Turm mit. Am Ende sollte die Wahl auf niemand geringeren als Kurt Russell treffen, der die Rolle des Ego, des lebendigen Planeten übernehmen sollte.
Ein weiteres wichtiges Casting sollte die neue große Figur sein. Der Regisseur entschied sich für Mantis und schaffte es, dafür die Französin Pom Klementieff zu casten. Die Schauspielerin kannte man zuvor unter anderem aus Spike Lees Adaption des ursprünglich koreanischstämmigen Films Oldboy. Ein weiterer prominenter Name sollte niemand Geringeres als Sylvester Stallone als der hochrangige Ravager Stakar Ogord sein, der einen Groll auf Yondu hegte. Die Australierin Elizabeth Debicki (Der Mann von U.N.C.L.E.) übernahm den Part der Hohepriesterin und Anführerin der Sovereign, Ayesha. Den Abschluss sollte Chris Sullivan (This is Us) bilden, der die Rolle des meuternden Ravagers Taserface kriegte.
Es sollte noch einige überraschende Cameoauftritte geben. David Hasselhoff tauchte in zwei Szenen kurz auf, derweil Seth Green wieder Howard the Duck sprechen sollte. Michelle Yeoh (Star Trek – Discovery), Ving Rhames (Pulp Fiction) und Michael Rosenbaum (Smallville) sollten Figuren darstellen, die allesamt Mitglieder ursprünglichen Guardians of the Galaxy aus den Comics waren.
Das Filmdebüt wurde für den 5. Mai 2017 angesetzt. Das Filmbudget betrug 200 Millionen US-Dollar und die Laufzeit sollte am Ende 136 Minuten betragen. Die Vorfreude war groß, es konnte also nichts mehr schieflaufen.
Wenn der Vater auftritt
Die Guardians sind erst seit wenigen Monaten zusammen und schon ein eingespieltes Team, das sich ständig zankt. Trotzdem erledigen sie erfolgreich ihre Aufträge, wie jetzt zum Beispiel ein interdimensionales Monster mit dem Namen Abilisk zur Strecke zu bringen, um so die wertvollen Batterien der Sovereign zu beschützen. Im Gegenzug erhalten sie Nebula (Karen Gillan), Gamoras (Zoe Saldaña) Schwester. Doch dann stellt sich heraus, das Rocket (Bradley Cooper) einige der Batterien gestohlen hat, weshalb sie schon bald von den Sovereign verfolgt werden.
Bei der Hetzjagd wird das Raumschiff der Guardians schwer beschädigt und nur das Eingreifen eines mysteriösen Mannes, der auf seinem Raumschiff reitet, rettet ihnen das Leben. Nach einer Bruchlandung auf dessen Welt stellt er sich als Ego (Kurt Russell) vor, Peter Quills Vater. Er und seine Dienerin Mantis (Pom Klementieff) laden die Guardians ein. Doch während sein Sohn mit großen Augen von seinem Erbe als ein Gott erfährt, überwiegt bei den anderen Skepsis.
Wieder ein wilder Ritt?
Unterdessen werden Rocket und Groot (Vin Diesel) von Ravagers überfallen und dank Nebulas Verrat gefangen genommen. Yondu (Michael Rooker) wird außer Gefecht gesetzt und Taserface (Chris Sullivan) und seine Leute meutern und ermorden die Ravager, die ihm treu sind. Es scheint so, als ob die Guardians voneinander getrennt dem Untergang geweiht sind. Oder?
Guardians of the Galaxy war ein wilder Ritt. Eine bunte und laute Mischung aus popkulturellen Anspielungen, jeder Menge Humor aber auch stillen Momenten. Es gab zwar ein paar enttäuschende Aspekte, doch insgesamt konnte er überzeugen. Wie schlägt sich also im Vergleich der zweite Teil? Schafft es James Gunn, das Niveau zu halten? Oder ist der Film besser oder schlechter? Die Antworten auf diese Fragen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Es ist kompliziert.
Es lebe die Familie in all ihren Formen
Auch mit Volume 2 erschafft der Regisseur einen wilden Ritt, der sogar in einigen Aspekten vieles besser macht als der Vorgänger. So wird Kurt Russels Ego deutlich besser ausgebaut und dargestellt, als Lee Paces Ronan aus dem Vorgänger. Vor allem deshalb, weil man die Wandlung, die die Figur im Laufe der Zeit durchläuft, sehr schön nachvollziehen kann. Weshalb auch die Enthüllung, was die wahren Pläne des Charakters im dritten Akt zwaren, überrascht, aber sie am Ende zu dem Charakter wunderbar passt.
Familie ist das große Thema des Films. Weil einerseits die Guardians eine solche sind, wenn auch eine sehr dysfunktionale. Derweil Gamorra ihrer Schwester Nebula vieles verzeiht, eben weil diese das einzige Familienmitglied ist, was sie hat. Von ihrem „Vater“ Thanos mal ganz abgesehen.
Bei Peter Quill wird hingegen ein Traum wahr. Denn wie er zu Beginn des Films ja betont, war sein Vater nie anwesend. Und Yondu als Ersatzvater war ein eher schwieriger Charakter. Man sieht wirklich, wie er sich freut, als er endlich seinen richtigen Vater kennenlernt, der noch dazu ein unsterbliches Wesen ist. Womit für für ihn alles wunderbar ist, obwohl man von Anfang ahnt, dass der Schein zu schön ist, um wahr zu sein.
Familien kann man verlieren und gewinnen
Die restlichen Guardians bilden den Nukleus dieser dysfunktionalen Familie. Rocket ist ein zynischer, kleptomanischer Waschbär, dem jedoch, auch wenn er ständig das Gegenteil behauptet, das Schicksal seiner Familie am Herzen liegt. Drax hingegen ist wie üblich dumm, hat allerdings ebenfalls seine Momente, wo er zeigt, was ihm wichtig ist.
Da wirkt der Plot um Yondu und die Ravagers anfänglich wie das komplette Kontrastprogramm. Schließlich ist hier zunächst nicht so offensichtlich, was diese Handlung mit dem großen Thema „Familie“ zu tun hat. Allerdings dürfte einem irgendwann aufgehen, dass die Gruppe für den blauen Mann mit der Finne auf den Kopf eine Art Ersatzfamilie war. Er wurde von seiner ursprünglichen verstoßen, weil er die Regeln gebrochen hat, und hat sich dafür eine eigene, eine Ersatzfamilie aufgebaut. Zu der gehört ebenfalls Peter Quill, auch wenn Yondus Art ihm gegenüber Zuneigung zu zeigen eher merkwürdig wirkt. Und als er am Ende schließlich wählen muss, was ihm am wichtigsten ist, trifft er eine folgenschwere Entscheidung, mit der man nicht gerechnet hat.
Mantis selbst ist in diesem Film zunächst eine Figur ohne Familie. Sie ist eine Dienerin von Ego, eine Empathin, die ihn schlafen schicken kann. Sied wird dann langsam im Laufe des Films unmerklich zu einem Teil der Guardians of the Galaxy-Familie. Womit in ihrem Leben eine Lücke geschlossen wird, von der sie nie ahnte, dass sie vorhanden ist.
Wehe die Familie wird bedroht
Die schauspielerischen Leistungen sind dabei überragend. Vor allem das Duo Karren Gillan und Zoe Saldaña in ihren jeweiligen Rollen ist großartig. Man merkt richtig, wie kaputt Nebula ist und wie sehr Gamora am Ende langsam dazu beiträgt, dass die Figur heilt. Sie ist zwar, wenn die Credits laufen, nicht komplett genesen. Aber sie hat einen massiven Schritt in die richtige Richtung getan. Eben weil sie jetzt mit Gamora wieder eine Schwester hat, ein Familienmitglied.
Familie ist das große Thema. Und es ist interessant, zu was die Figuren in der Lage sind, wenn ihre jeweilige Familie bedroht wird. Oder wenn man schreckliche Wahrheiten über Familienmitglieder erfährt. Letzteres sorgt auch dafür, dass Peter Quill sich aus den Fängen Egos befreien kann.
Und die Sovereign? Wenn man so will, bilden sie ein dunkles Spiegelbild. Sie sind eine von sich sehr überzeugte Familie. Eine perfekte Rasse, die jedoch arrogant und überheblich daherkommen. Und die auf einzelne Mitglieder herabsehen, wenn sie Fehler machen. Was bei den Guardians ja so nicht der Fall ist. Sie streiten sich zwar, doch am Ende verzeihen sie einander und raufen sich zusammen. Eben anders als die Sovereign.
Kein guter Witz
Über weite Teile ist dies ein großartiger Film, mit sehr schönen Actionszenen und stillen Momenten. Und natürlich jeder Menge Humor. Wobei der Übergang zwischen Komik und Ernst fließend sein kann.
Und doch fällt er im Vergleich zum Vorgängerfilm minimal ab. Was eben unter anderem an dem Humor liegt. James Gunns Sinn dafür ist sowieso gewöhnungsbedürftig. Er mag es brachial und laut. Aber es gibt ein, zwei Szenen, in denen er zu sehr unter die Gürtellinie geht und man nicht lachen kann.
Die eine ist die, wo Mantis das erste Mal ihre Fähigkeiten vorstellt und dabei die persönlichen Schwächen einiger Mitglieder darlegt. Das ist etwas, was nicht hätte sein müssen. Der andere ist wieder eine Szene mit Mantis, wo Drax sich vorstellt, mit ihr zu schlafen, und dabei würgt, weil ihm davon übel wird. Er meint dies zwar nur zur Ablenkung, aber Lachen kann man darüber nicht.
Nicht so gute Effekte
Der Film ist natürlich sehr CGI-Lastig. Das muss er auch sein, weil sonst dieses bunte und vielfältige Universum nicht zum Leben erweckt werden kann. Aber manchmal ist weniger mehr. Und so ist der finale Kampf stellenweise mit Effekten zu überladen. Die Auseinandersetzung droht zwar nicht darin unterzugehen, es ist jedoch sehr knapp.
Dennoch kann man Ende sagen, dass Guardians of the Galaxy Vol. 2 ein unterhaltsamer Film geworden ist. Die diversen Cameoauftritte, die ganzen Plots und die Musik reißen einen mit. Am Ende wird natürlich ein dritter Teil angekündigt, doch bis der herauskommen sollte, sollte noch viel Zeit vergehen.
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
Warpskala
Warpskala- Peacemaker – 12 – Das ist nur ein Rick - 1. Mai 2026
- The Expanse – 2 – Calibans Krieg (James Corey) - 1. Mai 2026
- Invincible – 3 – Wen nennst du hier hässlich? - 30. April 2026

