[TOS 026] Horta rettet ihre Kinder

Lesezeit circa: 5 Minuten

In einem Bergwerk geht eine todbringende Kreatur um – eine Horta. Die Enterprise wird um Hilfe gebeten und stellt fest, die Horta rettet ihre Kinder.

Staffel 1, Folge 26 – Sternzeit 3196,1
„Horta rettet ihre Kinder“ – „The Devil in the Dark“

Horta rettet ihre KinderDie Handlung von „Horta rettet ihre Kinder“

Auf Janus VI wird Pergium abgebaut. Nachdem es wiederholt zu seltsamen Unfällen gekommen ist, bittet der Chefingenieur der Mine um Unterstützung. Eine unbekannte Kreatur greift die Arbeiter mit einer hochätzenden Säure an.

Kirk nimmt sich der Sache an.

Während Scotty versucht, den durch Säure beschädigten Hauptreaktor der Mine zu reparieren, lässt Kirk die Gänge kontrollieren. Bis auf die bereits zuvor aufgefallenen Siliziumknollen und der ein oder anderen Säurespur ist nichts zu finden.

Schließlich entdecken Kirk und Spock ein steinartiges verletztes Wesen. Während der Halbvulkanier eine Gedankenverschmelzung herbeiführt, versorgt McCoy auf kreative Art und Weise die Wunde der Kreatur.

Spock erkennt, dass die sogenannte Horta einer hochintelligenten Spezis angehört. Sie hat nicht aus Feindseligkeit angegriffen, sondern nur versucht, ihr Gelege zu verteidigen.

Kirk (William Shatner) einigt sich im Namen der Horta mit der Minenbelegschaft. Die Arbeiter sollen die Eier, welche sie bislang für nutzlose Siliziumknollen gehalten und zerstört haben, in Ruhe lassen. Dafür kann Horta ihrerseits dank ihrer Säure beim Tunnelbau behilflich sein.

Betrachtung

„Horta rettet ihre Kinder“ ist eine klassische Star Trek Episode. Sie ist extrem lehrreich. Werte wie Mitgefühl, Miteinander, Misstrauen überwinden, aufeinander zugehen und voneinander lernen werden hier sehr deutlich. Roddenberry sagte in einem Interview: „Wenn man lernen kann, Mitgefühl für eine Horta zu haben, kann man auch lernen, Menschen mit anderer Hautfarbe und / oder Auffassung zu verstehen und mit ihnen zu fühlen.“

Horta rettet ihre KinderMissverständnisse

Bergleute bauen ein Erz ab und stoßen dabei auf unbekannte Kugeln. Statt sie liegen zu lassen, zerstören sie sie. Die Siliziumkugeln sind in ihren Augen wertlos und werden zusammen mit dem restlichen Gestein beiseite geschafft. Es überlegt niemand, woher diese auffällig runden Knollen kommen. Sicherlich kann man den Arbeitern zu Gute halten, dass das nicht ihre Aufgabe ist. Leider denken auch die Vorarbeiter und Vorsteher nicht weiter. Dabei sollte allein das ebenmäßige Aussehen der Kugeln zum Nachdenken anregen.

Die Horta sieht ihre gelegten Eier bedroht und greift an. Sie verhält sich, wie Mütter sich im Allgemeinen verhalten: Sie will ihre Nachkommen schützen. Sie nutzt, was ihr zur Verfügung steht.

Das Unverständnis der Bergleute über ihren Fund und die Horta, die sich nicht mitteilen kann, führen zu einem klassischen Missverständnis und münden in einem kleinen Krieg.

Vorurteile

Was man nicht kennt, zerstört man. Unbekanntes ist grundsätzlich gefährlich und zu bekämpfen. Jeder Angriff auf einen selbst entspringt einer bösartigen Absicht.

Das sind die Vorurteile, die die Menschen in sich tragen.

Hätte nur einer weiter gedacht, wäre einiges erspart geblieben. Eine genauere Untersuchung einer der Knollen hätte mit Sicherheit ergeben, dass es sich um Eier handelt.

Vorurteile entstehen schnell und sind ebenso schnell verfestigt. Hier kommt es zu einer glücklichen Lösung, doch wie viele andere Fälle von vorschnellen Urteilen werden nie aufgeklärt? Wahrscheinlich zu viele.

Hier hat die Horta Glück. Spock (Leonard Nimoy) verschmilzt ihre Geister miteinander und sie kann sich ihm verständlich machen und erklären, worum es ihr geht.

Vertraute Fremde

Die Darstellung der Horta ist etwas Neues gewesen. Eine Art Steinwesen, basierend auf Silizium UND intelligent. Fremdartiger geht es kaum und doch wirkt es vertraut. Letztlich sind alle Eltern gleich, egal, wie sie aussehen, wo sie leben oder woraus sie bestehen. Sie sorgen sich um ihre Kinder und verteidigen sie gegen jegliche Gefahr.

Weiterhin ist die Horta fähig, sich in Kurzform verständlich zu machen. Sie ätzt die Worte „Not kill I“ in den Boden. Ich hätte zwar gerne gewusst, wie sie das gemacht hat und woher sie terranische Schriftzeichen kennt, aber sei es drum. Das Geheimnis bleibt wohl ungelöst. Wichtiger ist, dass sie sich verständlich machen kann. Vielleicht hätte sie dies bereits früher tun sollen. Vermutlich ist es ihr bis dato einfach nicht eingefallen, was bei ihrem Stress und ihrer Angst um ihre Kinder nur zu verständlich ist.

Fazit

Eine Episode mit hohem moralischen Anspruch und in ihrer Aussage immer noch topaktuell.

Fun Facts

  • Ein Nachkomme der Horta wird in „Spocks Welt“ von Diane Duane erwähnt. Dieser dient auf der USS Enterprise unter Captain Kirk.
  • „Horta rettet ihre Kinder“ ist die erste Folge, in der eine Lebensform vorkommt, die nicht auf Kohlenstoff basiert.

Der deutsche Titel

Selbsterklärend, meine ich. „Horta rettet ihre Kinder“ und das tut sie auf ihre Art. Der englische Originaltitel lautet „The Devil in the Dark“. In der Dunkelheit der Mine geht eine unbekannte Lebensform um und tötet die Minenarbeiter. Unterschwellige Furcht wird in dem Ausdruck „Der Teufel im Dunkeln“ dargestellt. So soll deutlich gemacht werden, dass die Bergleute glauben, es handle sich um eine feindselige Kreatur.

amazon

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.
Kirsten Pevestorf

Letzte Artikel von Kirsten Pevestorf (Alle anzeigen)

Kirsten Pevestorf

Kirsten ist Jahrgang 80 und ein totaler TOS-Fan, kein Wunder, dass sie sich bei und auch hauptsächlich darum kümmert. Wenn das nicht reicht, vertritt sie Marco in der Chefredaktion.

Kommentar verfassen