Die Grundlage für diese Serie ist einer der erfolgreichsten Superheldencomics abseits von Marvel und DC.
Erfolg auch außerhalb von Marvel und DC
Normalerweise ist es so, dass das Genre der Superheldencomics und ihren Adaptionen von Marvel und DC dominiert wird. Beide Verlage beherrschen den Markt schon seit Jahrzehnten. Und es gibt nur wenige Comics, die erfolgreich und nicht bei ihnen erschienen sind.
Peter Laird und Kevin Eastman sind da ein Paradebeispiel für. Ihre Teenage Mutant Ninja Turtles-Comics kamen Anfang der 1980er Independent heraus. Und sind seitdem mittlerweile ein sehr erfolgreiches Franchise geworden, mit diversen Serien, Kinofilmen, Comics oder Videospielen.
Ein aktuelleres Beispiel sind die Werke von Robert Kirkman. Jener hatte bereits mit The Walking Dead einen Megaerfolg, aus dem schon bald ein ganzes Serienuniversum entstand. Ehe er mit Invincible einen nicht minder erfolgreichen Superheldencomic schrieb.
Kleinere Änderungen können sein
2017 unterschrieb der Autor und Unternehmer einen Vertrag mit Amazon, die basierend auf seinen Comicserien diverse Reihen für ihren Streamingdienst Amazon Prime entwickeln wollten. Kirkman betonte dabei, dass er vor allem eine Serienadaption seines Comics Invincible gerne gesehen hätte, auch wenn dieser zu jener Zeit bereits für eine Filmadaption vorgesehen worden war. Doch daraus wurde nichts, so das 2018 der Weg für eine Animationsserie frei war. Deren einzelne Episoden so um die Stunde Laufzeit hatten.
Im Vergleich zur Vorlage wurden allerdings einige Veränderungen eingebaut. So ist Steven Yeun, Sprecher der Hauptfigur Mark Grayson aka Invincible, koreanischer Herkunft. Ebenso wie Sandra Oh, die die Stimme der Serienmutter war. Dementsprechend wurde die Ethnie des Hauptcharakters zu einem Halbkoreaner verändert, was auf die Story an sich jedoch keine Auswirkungen hatte. Allgemein wurde Wert darauf gelegt, die Figuren so divers wie möglich zu gestalten. Amber Bennett, die Freundin von Mark, wurde deshalb zu einer Afroamerikanerin. Derweil die Tatsache, dass sein bester Freund William Clockwell homosexuell war, bereits von Anfang an betont wurde.
Los ging es dann hierzulande am 26. März 2021. Die Auftaktfolge sollte den Namen Höchste Zeit tragen und eine Laufzeit von 51 Minuten haben.
Aufs Glatteis geführt
Die Mauler Twins, zwei riesige Klonzwillinge, greifen das Weiße Haus an. Die Guardians of the Globe können zwar die Zivilisten retten. Doch erst die Ankunft von Omni-Man, einem ihrer stärksten Mitglieder rettet den Tag.
Omni-Man heißt im zivilen Leben Nathan Grayson und ist ein erfolgreicher Schriftsteller. Er hat einen Sohn, Mark Grayson, der sich nichts mehr wünscht, als in die Fußstapfen seines Vaters als Superheld zu treten. Sein Wunsch wird dann auch schon bald wahr, als endlich seine Fähigkeiten erwachen. Er ist, genauso wie sein Papa, superstark, kann fliegen und viel Schaden einstecken. Doch bis zu seinem ersten eigenen Kostüm ist es noch ein langer Weg.
Höchste Zeit ist eine Episode, die einen lange Zeit aufs Glatteis führt. Wo man sich, als Nicht-Kenner der Vorlage, fragt, wieso die Comicvorlage denn überhaupt so erfolgreich ist. Denn das, was man hier über weite Teile der Folge sieht, wirkt nicht sonderlich innovativ.
Wenn sich Zeit gelassen wird
Die Episode lässt sich Zeit. Zeit mit dem Beginn, wo zunächst über mehrere Minuten zwei Wachmänner miteinander reden, ehe die Schurken angreifen. Zeit, bis bei Mark die Kräfte erwachen. Und Zeit, bis er sein eigenes Kostüm hat. Ehe dann schließlich das Ende der Folge alles komplett ändert.
Dieses betuliche, schon fast gemächliche Tempo ist nahezu einschläfernd. Man lernt ausgiebig Mark kennen, sieht den Familienalltag und wie er, als seine Kräfte erwachen, von seinem Vater trainiert wird. Dabei wirkt er zunächst wie ein durchschnittlicher, normaler amerikanischer Teenager. Nur eben mit dem Unterschied, dass er schon bald über Superkräfte verfügt, deren Nutzung er langsam erlernen muss.
Interessant ist dabei auch die Rolle seines Vaters. Man sieht Nathan Grayson nur selten in zivil herumlaufen. Doch lernt man ihn als einen pflichtbewussten Helden kennen, der ebenso ein liebevoller Familienvater ist. Der seinen Sohn langsam in die Anwendung seiner Kräfte einführt und es ihm auch ermöglicht sein erstes eigenes Kostüm zu tragen.
Ein Ende, das alles auf den Kopf stellt
Das ist alles zwar interessant. Aber so gesehen nichts Neues. So etwas gab es schon in vielfacher Variation in diversen Comics und ihren Adaptionen. Und die Art und Weise, wie es präsentiert wird, haut einen auch nicht vom Hocker.
Bis dann eben das Ende der Folge passiert. Wo man sieht, wie Omni-Man die Guardians of the Globe, die nahezu alle übrigens wie Kopien der Justice League wirken, einen nach dem anderen auf eine äußerst brutale Art und Weise tötet. Dieses Geschehen raubt einem den Atem. Weil man mit allem gerechnet hat. Nur nicht damit.
Und dadurch macht dieser betuliche Aufbau auf ein Mal Sinn. Nur deshalb wirkt der Schock der Folge auch so sehr. Weil es wie aus dem Nichts kommt. Zu sehen, wie Omni-Man teilweise den Kopf seiner Kameraden zerdrückt oder ihnen seine Hand durch den Körper schlägt wird sehr detailliert dargestellt und das schockiert. Angesichts des betulichen Aufbaus kein Wunder.
Was das für die kommenden Folgen bedeuten wird? Man weiß es nicht. Aber in jedem Fall wird dadurch die Serie auf einen Schlag sehr viel interessanter, als es der Großteil der Laufzeit des Auftakts vermuten ließ.
Informationen
Regie: Robert Valley
Drehbuch: Robert Kirkman
Showrunner: Simon Racioppa
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