Akito und sein Team kommen einer Verschwörung auf die Spur.
Willkommen in Dystopia
Drake ist bei Akito aufgetaucht und wieder einmal auf einem Drogentrip. Akito ist von dem ungebetenen Gast wenig begeistert, bietet ihm jedoch etwas zu essen an und unterhält sich mit ihm über die jüngsten Ereignisse. Das British Sky Empire wurde von innen angegriffen und das letzte Opfer, ein Commander Huntington, war für die Errichtung von Arbeitslagern zuständig.
Sung-Ji findet zwischenzeitlich heraus, dass ein Computervirus für die Angriffe verantwortlich war. Dieses wurde durch die Abwehr verändert, doch konnte er den Ursprung bis zum alten Rathaus zurückverfolgen. Eben jenem Rathaus, in welches Drakes Halbbruder Seth Sailor vor fünf Jahren gecrasht ist. Der war einst Pilot des Empires und wurde von seinem Vater an die Front in Südeuropa geschickt. Während einer Übung zeigte Seth jedoch, dass er zu eigenwillig ist, wodurch er eine Kameradin gefährdete und die Aufmerksamkeit des damals noch jungen Commander Wessex auf sich zog.
Der gealterte Kain Wessex wird in der Gegenwart zu Sky Marshall May zitiert, welche ihn zurechtweist. Sie will Ergebnisse im Kampf gegen die innere Bedrohung sehen. Zu dieser scheint Akitos Freundin Lara Kontakt zu haben. Nach einem Schießtraining bei der Waffenexpertin Jil sucht sie einen mysteriösen Schattenkämpfer auf. Akito legt sich unterdessen mit Drakes Drogenhändler Alexej Sokolow an und gibt ihm zu verstehen, dass er seinem Freund kein Dust mehr andrehen soll. Dabei rettet er eine andere säumige Kundin vor dem Zorn des Dealers, mit der er erst einmal einen Dreier schiebt.
Zum Ende hin hält Sky Marshall May, die einst Akitos Großvater kannte und den Enkel mit nach England nahm, eine Ansprache an die Nation. Und das ausgerechnet vor dem Rathaus, wo Drake sich vordrängelt und auf dem großen Bildschirm ein vertrautes Gesicht sieht. Seth Sailor wird von May zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt und Drake muss realisieren, dass dieser eben nicht bloß seiner Einbildung entspringt.
Kurz darauf werden die ersten aus dem Publikum verhaftet und Drake muss vor Commander Wessex flüchten. Akito und Lara helfen ihm gegen die Sicherheitskräfte, doch als Wessex ihm einen Deal anbietet, geht er darauf ein. Zum einen, weil ihm der Commander alles über Seth preisgeben will, zum anderen wird ihm versprochen, dass Jared aus dem radioaktiv verseuchten Distrikt Z entlassen wird. Drake muss sich nur ergeben, was er auch tut. Immerhin seine Freunde können entkommen.
Rezension von Rust City – Volume 3
Im dritten Band gibt es endlich mehr Hintergrundinformationen. Drakes Halbbruder bekommt einen Namen und eine Geschichte. Er war Pilot des Empires und war Commander Wessex unterstellt. Allerdings hat er sich durch seine antiautoritäre Art seine Karrierechancen verbaut. Und wie es scheint, führt er nun den Widerstand an und ist nicht so tot, wie es anfangs den Anschein hatte.
Wessex bekommt derweil einen biblischen Vornamen und mit Sky Marshall May eine Vorgesetzte, die noch fieser als er ist. Die blauhaarige Waffenspezialistin bekommt ebenfalls einen Namen und ebenso Drakes Dust-Dealer. Letzterer bekommt außerdem von Akito ein paar Schellen. Akito hatte seinerseits in jungen Jahren eine Begegnung mit May und so langsam formen die ganzen Beziehungsgeflechte ein Gesamtbild.
Vor allem wird die Haupthandlung um den Widerstand in Rust City vorangetrieben, was in einer offenen Kriegserklärung durch Sky Marshall May gipfelt. Die beginnt ihre Rede mit einem Rückblick auf die Bedrohung Europas aus dem Osten und dem Westen. Dabei schwingt eine unterschwellige Kritik an Russland und den USA mit. Allerdings ist das British Sky Empire nicht viel besser und eine ebenso totalitäre Gesellschaft. Die Einheit von Europa wird durch faschistische Unterdrückung erreicht. Logisch, dass das Widerstand erzeugt.
Weniger Nacktheit
Ein Pluspunkt ist, dass es im dritten Teil der Reihe endlich weniger Genitalien zu sehen gibt und vor allem keine sexuelle Gewalt. Als Wessex bei May auftaucht, verlässt gerade eine junge Offizierin beschämt das Gebäude. Solche Andeutungen tun es auch. Lediglich einen Dreier mit Akito muss die Leserschaft erdulden. Dieser ist offenbar bisexuell und Lara gegenüber untreu. Diese verschweigt ihm andererseits ihre Kontakte zum Widerstand.
Große Augen
Der Zeichenstil bleibt auf einem hohen Niveau, obgleich er an einigen Stellen noch ausbaufähig wäre. Vor allem die Augen von Drake und Sung-Ji sind im Manga-Stil deutlich überproportioniert. Aber immerhin sind die Charaktere gut voneinander zu unterscheiden. Dabei helfen nicht nur markante Gesichter, sondern auch die teils auffälligen Outfits. Vor allem die Uniformen des British Sky Empires verleihen dem Comic einen eigenen Look, wobei die von Sky Marshall May besonders ausgefallen ist.
Die Technologie ist ein Mix aus Retro und Moderne. Einerseits gibt es geradezu antiquiert wirkende Flugzeuge, auf der anderen Seite extrem fortschrittliche Kampfjets und Drohnen, die von einem modernen Flugzeugträger starten. Rust City wirkt nach außen brutalistisch, die Inneneinrichtung der Sky Marshall hat derweil barocke Elemente. Die Goldverzierungen in ihrem Haus bleiben aber vage und unscharf. Die Halle, in der Jil Lara ein Schießtraining gibt, erinnert indessen an den Korridor eines Föderationsraumschiffs aus Star Trek.
Details wie Feuer und Meerwasser sind komplett computergeneriert und brechen daher mit dem Comicstil, wobei der ebenfalls am Bildschirm entstanden ist. Der Umgang mit solchen Werkzeugen ist eine Kunst für sich. Farblich bleibt der Comic den ersten beiden Bänden treu, bietet allerdings etwas Abwechslung. Bei Sky Marshall May dominiert Weiß und bei ihrem Ausflug nach Japan gibt es sogar endlich etwas grüne Natur zu sehen.
Fazit: Es bleibt dystopisch
Mehr Handlung und weniger Sex ist genau der richtige Weg! Endlich nimmt die Comic-Serie Fahrt auf und nach dem Cliffhanger möchte man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Wartezeit bis zum vierten Band kann man sich auf dem Instagram-Account der Schöpferin vertreiben, wo Anett Einblicke in ihre Arbeit gewährt.
Info
Autorin/Zeichnerin: Annett Oefner
Verlag: Eigenverlag
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story8/10
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Zeichenstil7/10
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Kolorierung9/10
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