Review: DSN 116 – Kriegsgeschäfte

Lesezeit circa: 5 Minuten

Kann Quark durch Kriegsgeschäfte wieder vermögend werden?

Lukrativ und moralisch verwerflich

Es läuft für Quark (Armin Shimerman) nicht gut. Wenn er nicht innerhalb einer Woche seine Schulden begleicht, ist er pleite. Nur dass er momentan keine Möglichkeiten hat, das benötigte Vermögen aufzutreiben.

Doch dann taucht sein Cousin Gaila (Josh Pais) auf und bietet ihm das Geschäft seines Lebens an. Er soll Waffen verkaufen. Tatsächlich entpuppt er sich als ein sehr geschickter Verkäufer, sodass der oberste Händler Hagarth (Steven Berkof) ihn immer mehr und mehr in seine Pläne einweiht. Doch der Nachteil ist, dass dadurch alle anderen, seine Freunde und normalen Bar-Kunden, ihn meiden, weil sie von seinem neuen Geschäftsfeld entsetzt sind. Und auch der Ferengi selbst hat bald Gewissensbisse und schlechte Träume. Denn er steckt in einem Dilemma, wo er nicht weiter weiß. Und er hat niemanden, dem er sich anvertrauen kann.

Ferengifolgen sind normalerweise eine nette Abwechslung von der Norm. Hier wird dann häufig leicht humoristisch ein soziales Thema  vorgenommen und behandelt. Man denke nur an Familienangelegenheiten, wo es ja auch um die Thematik Gleichberechtigung ging. Kriegsgeschäfte hingegen hat den Waffenhandel als zentrales Plotelement.

Charismatisch, intelligent, gut

Das Ausgangsszenario der Episode knüpft an Quarks Schicksal an, wo er von den Ferengi ausgestoßen wurde und dabei alles verloren hat. Und auch wenn ihm damals seine Freunde unter die Arme griffen, bedeutete dies längst nicht einen adäquaten Ersatz, da ihm sicherlich durchs Pariasein viele Geldquellen abhandengekommen sein dürften. Daher macht der Beginn der Folge Sinn und ist der perfekte Startpunkt für die folgende Handlung.

Dabei beschränkt sich das moralische Dilemma in Kriegsgeschäfte nicht nur auf Quark. Der ja zu Beginn sogar noch sehr zufrieden mit seiner neuen Berufung ist. Aber Odo (René Auberjonois) ist anzumerken, dass er nur zu gerne Hagarth festnehmen möchte, ihm allerdings die Hände gebunden sind, da der Waffenhändler während der cardassianischen Besatzung den unterdrückten Bajoranern geholfen hat.

Übrigens muss man dieser Stelle lobend den Schauspieler Steven Berkoff erwähnen. Sein Hagarth ist überaus charismatisch und gleichzeitig auch intelligent. Man kann verstehen, wieso Quark Gefallen an der Arbeit findet, wenn dieser Händler ihn durch seinen nicht unbeträchtlichen Charme um die Finger wickelt. Dass er ebenfalls eine skrupellose Seite besitzt, wird dann klar gemacht, als er eiskalt einen Untergebenen umbringen lässt, weil der sich nicht an seine Regeln hält.

Eine intelligente Lösung

Was dann ja auch der Auslöser für die exzellente Alptraumsequenz ist, in der Quark sein moralisches Dilemma widergespiegelt wird. Zu sehen, wie die Darsteller dem Ferengi Vorwürfe machen und er dadurch immer mehr leidet, verdeutlicht den Druck, der auf ihn lastet. Es ist für ihn auch kein einfaches Szenario.

Armin Shimerman leistet hier wirklich exzellente Arbeit. Er verleiht seiner Figur mit Kriegsgeschäfte eine unglaubliche Tiefe, die einmal mehr deutlich macht, dass Quark zwar gerne den traditionellen Ferengi gibt. Doch unter der harten Schale verbirgt sich auch ein weicher Kern, steckt jemand der, wenn es darauf ankommt, dann jedoch eher zu seiner Familie und seinen Freunden steht. Was man ja bereits in Der Streik bemerken durfte.

Und so ist das Ende der Folge, die Auflösung des Dilemmas, wirklich exzellent und intelligent. Es bietet noch Ansatz für eine etwaige Fortsetzung. Doch für die Figur von Quark an sich ist damit das Geschäft im wahrsten Sinne erledigt und er schafft es, wie ein wahrer Gewinner auszusehen.

Ein gelungener B-Plot

Im B-Plot bereitet sein jüngster Sprössling Miles O’Brien (Colm Meaney) Probleme. Denn Kirayoshi weint jedes Mal, wenn er ihn weglegt. Was für den Chief deutlich Schwierigkeiten verursacht, bis sich am Ende die Situation perfekt klärt.

Normalerweise ist es ja so, dass die B-Plots einer Episode die Schwachpunkte sind, weil sie einfach nicht passen und stören. Im Fall von Kriegsgeschäfte ist es jedoch so, dass diese Nebenhandlung nicht stört. Sie taucht ab und an auf, sorgt für heitere Momente und verschwindet dann erstmal wieder. Es herrscht nicht der Eindruck, dass sie Platz wegnimmt. Und die Auflösung der Problematik ist ebenso simpel wie gelungen.

Kriegsgeschäfte, oder Business as Usual, wie die Folge auf Englisch heißt, ist wieder eine exzellente Deep Space Nine-Episode, die Spaß macht.

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Götz Piesbergen
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