Review: Perry Rhodan Storys Galacto City 2: Die Friedensforscherin

Lesezeit circa: 5 Minuten

Fand die Invasion der IVs tatsächlich statt, oder ist sie von Perry Rhodan gefälscht worden? Steckt hinter Galacto City eine Verschwörung?

Die FriedensforscherinPerry Rhodan Storys Galacto City 2: Die Friedensforscherin
Autorin: Tanja Kinkel
Titelbild: Arndt Drechsler-Zakrzewski
Erschienen am 17. September 2021

Zwei Handlungsebenen

Betty Toufry ist Telepathin und Telekinetin und sie ist noch ein Kind. Als 1972 die Individualverformer die Körper von Menschen übernahmen, war ihr Vater eines der Opfer. Als Telepathin erkannte sie, dass im Körper ihres Vaters ein Außerirdischer steckte. Sie erschoss ihn mit seiner Dienstwaffe. Da war sie 6 Jahre alt. Perry Rhodan lud sie in die Dritte Macht ein und nun lebt sie hier als Adoptivtochter von Eric Manoli und seiner Frau. Eines Tages will sie mit zwei anderen Mutanten einen Ausflug in die Wüste machen.

Olga Ilmenova hat mit ihren 60 Jahren fast die ganze Geschichte der Sowjetunion bewusst miterlebt. Besonders die Stalin-Diktatur hat sie sehr geprägt. Als Perry Rhodan in der Wüste Gobi seine Dritte Macht gegründet hat, geht sie davon aus, dass auch er nur ein weiterer Diktator ist. Es gab in der kurzen Zeit der Dritten Macht schon zwei Mal eine Invasion aus dem All, aber Olga glaubt nicht daran. Vermutlich wurden diese Invasionen nur vorgetäuscht, um Rhodans Einfluss auf die Weltpolitik zu vergrößern. Und das will sie beweisen. Sie ist nach Galacto City gekommen, um Beweise für das Machtstreben Rhodans zu finden. In der Wüste soll es das Wrack eines abgestürzten Raumschiffes geben, und das will sie finden.

Keine Kapitel im E-Book

Die Kurzgeschichte wurde von Tanja Kinkel geschrieben, die durch historische Romane bekannt wurde. Für die Perry Rhodan-Serie hatte sie bereits einmal einen Gastroman geschrieben.

Die Perry Rhodan-Storys erscheinen nur als E-Book und damit hat die Kurzgeschichte ein kleines Problem. Es gibt nämlich keine Kapitel. Die abwechselnden Handlungsebenen werden nur durch die aus den Heftromanen bekannten Sternchen unterbrochen. Das macht das Navigieren im E-Book fast unmöglich. Sicher, wenn man das Lesen unterbricht, merkt sich der E-Book-Reader die Stelle, um beim nächsten Mal genau dort weiterzumachen. Aber wenn man noch mal etwas nachlesen will, kann man sich an keiner Kapitelstruktur entlangsuchen. Für E-Books ist es unpraktisch, wenn Autorinnen und Autoren auf Kapitel verzichten. Das ist aber auch der einzige Minuspunkt der Story.

Die Geschichte beschreibt einige Dinge, die in der Heftserie ursprünglich zu kurz gekommen waren. Wir wissen, dass Betty Toufry als Kind zu Perry Rhodan kam, aber wer hat sich denn um das Kind gekümmert? Jetzt erfahren wir es endlich: Es waren Dr. Manoli, der Bordarzt der STARDUST, und seine Frau, die Betty adoptiert hatten. Auch Manolis Frau kam in der Heftserie nie vor. Dabei ist doch naheliegend, dass er verheiratet war, Clark Flipper war es ja auch. Er hat seine Frau offenbar, sobald es möglich war, nach Galacto City geholt. Sehr schönes Detail.

Fake News durch Perry Rhodan?

Die Verschwörungstheorie, der Olga anhängt, ist im Hinblick auf reale Verschwörungsmythen eine sehr gute Idee.  Wenn manche schon glauben, die Mondlandung habe man in einem Studio gedreht oder die Anschläge am 11. September seien iniitiert gewesen, dann sollte es in der ersten Hälfte der Siebziger Jahre im Perryversum auch Menschen geben, welche die Dritte Macht für eine einzige Verschwörung halten, inklusive der außerirdischen Invasionen.

Warum nun aber gerade die 60-jährige Olga, die früher Trainerin für Sportlerinnen war, sich dazu berufen fühlt, diese Verschwörung aufzudecken, ist mir nicht ganz klar geworden. Vielleicht fehlte Tanja Kinkel hier aber auch der Platz, um Olgas Geschichte auszuleuchten, insbesondere ihre Kindheit hätte wohl betont werden müssen, denn in der kleinen Betty Toufry, die ihren Vater erschossen hatte, erkennt sie wohl etwas von sich selbst. Es könnte etwas mit Olgas Erfahrungen in der Stalin-Zeit zu tun haben, wo Mitmenschen verschwanden und man sich an sie nicht erinnern durfte. Um das auszuleuchten, ist die Story dann leider zu kurz.

In der Kurzgeschichte sind nur Frauen die handelnden Figuren. Männer tauchen als Gesprächspartner auf.  Mit Frauen schließe ich Betty Toufry jetzt natürlich ein. Männer stehen im Hintergrund, sind manchmal Gesprächspartner oder Stichwortgeber, aber von ihnen geht keine Aktion aus. Selbst die Individualverformerin ist ein Weibchen, was in Anbetracht der insektoiden Spezies auch nachvollziehbar ist, und rückblickend auf die Erstauflage ist es schon sonderbar, warum damals die IVs immer als männlich gesehen wurden.


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Dirk Wilkens-Hagenkötter
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