Review: Star Trek DSN 109 – Dunkelheit und Licht

Lesezeit circa: 6 Minuten

Jemand tötet in Dunkleheit und Licht die ehemaligen Mitglieder von Shakaars Widerstandszelle.

Düster

Ein Vedek wird während einer religiösen Zeremonie durch eine Falle umgebracht. Es stellt sich heraus, dass er ein Ex-Mitglied von Shakaars Widerstandszelle war, der auch Kira Nerys (Nana Visitor) angehörte. Und er ist nicht der Einzige von den Ehemaligen, der durch trickreiche Fallen ums Leben kommt.

Mit jedem Tod wird die hochschwangere Kira Nerys immer aufgebrachter und nervöser. Sie will etwas unternehmen, doch ihre Schwangerschaft zwingt sie dazu, sich zurückzuhalten. Als dann schließlich als nächstes zwei ihrer besten Freunde getötet werden, kann sie sich nicht länger bremsen und wird selber aktiv. Sie stiehlt von Odo (Rene Auberjonois) eine Liste der Verdächtigen und beginnt diese abzuarbeiten, in dem Bemühen, den wahren Schuldigen zu finden.

Dunkelheit und Licht ist eine düstere Episode, in der handlungstechnisch nicht allzu viel passiert. Der Inhalt der Folge hätte problemlos noch kürzer zusammengefasst werden können. Dennoch hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Handlung gestreckt worden ist, dass beim Handlungstempo zu sehr auf die Bremse getreten wurde. Im Gegenteil: Das Tempo ist genau richtig, weil es mehr als genug Möglichkeiten lässt, um den Handlungsfokus auf Kira Nerys zu legen.

Zur Passivität verdonnert

Man sieht hier eine Seite des Majors, die so noch nie präsentiert wurde. Sie, die normalerweise immer aktiv und gerade heraus ist, muss über eine weite Zeitstrecke der Folge hinweg die Füße stillhalten. Sie ist wegen des in ihr entstehen Lebens dazu verdonnert, passiv zu bleiben, was der Übeltäter nutzt, um sie zu triezen, sie förmlich psychisch zu foltern, indem er ihr Nachrichten schickt.

Wunderbar stellt Nana Visitor in Dunkelheit und Licht dar, wie ihre Figur darüber immer mehr und mehr die Nerven verliert. Was auch nicht verwunderlich ist, da der Übeltäter, der hinter den Ereignissen steckt, förmlich mit ihr spielt. Diese kryptischen Nachrichten sowie die Tatsache, dass im Laufe der Handlung immer mehr ihr nahestehende Personen ums Leben kommen, verstärken insgesamt den mentalen Druck, unter dem sie steht.

Dabei ist dies auch eine Episode, in der man ein wenig mehr über den Widerstand erfährt. Es wird erzählt, dass die Widerstandskämpfer nicht alle so wie Kira Nerys waren, also Personen, die nach dem Sieg über die Cardassianer relativ einfach den Wechsel ins neue Leben geschafft haben. So gab es einige, denen erst die Religion den nötigen Frieden gab. Oder solche, die selbst nach dem Abzug der Unterdrücker ihre durch den Widerstand bedingte Paranoia nie aufgeben konnten. Es sind Einzelschicksale, die dem Zuschauer wunderbar näher gebracht werden. Dadurch kann man den Schmerz des Majors wegen dieser Verluste sehr gut nachvollziehen.

Böse und human zugleich

Und genau wie für Kira ist es auch für den Zuschauer ein Schlag in die Magengrube, als es ausgerechnet Furel (William Lucking) und Lupaza (Diane Salinger) erwischt, zwei ihrer engsten Freunde. Und zwei Figuren, die der Zuschauer zuletzt in Shakaar kennenlernen durfte. Diese beiden sind keine Unbekannten, sondern erweisen sich in dieser Folge erneut als Leute, die sich um die Menschen sorgen und kümmern, die ihnen am Herzen liegen. Auch wenn dies am Ende den Tod für sie bedeutet.

Das Ableben dieser Figuren in Dunkelheit und Licht stellt einen Wendepunkt in der Folge dar. Auf einmal wird Kira Nerys wieder aktiv und nimmt die Suche nach dem Schuldigenden selbst in die Hand. Was sie am Ende zu der Konsequenz eines Ereignisses aus ihrer Vergangenheit führt.

Die Enthüllung, wer hinter den Anschlägen steckt, wieso er diese durchführt und was er weiter vorhat, ist der Folge sehr gut gelungen. Auch wenn es sich bei der entsprechenden Person um einen Charakter handelt, der nur für diese eine Episode auftaucht, entwickelt man dennoch widerwilligen Respekt und Mitleid für ihn. Er ist einfach ein Antagonist mit nachvollziehbaren Motiven. Er wird human dargestellt, ohne dass es allzusehr eskaliert, dass er zu vermenschlicht wird. Denn trotz allem ist er immer noch ein verrückter und intelligenter Gegenspieler.

Wenige Auftritte, dafür aber gute Weiterentwicklung

Dadurch, dass die Folge sich so sehr auf Kira Nerys fokussiert, kommen kaum anderen Figuren vor. Doch die wenigen Auftritte der anderen in Dunkelheit und Licht sind gelungen. Nog (Aron Eisenberg) kann hier mit dem besonderen Gehör der Ferengis glänzen, derweil Jadzia Dax (Terry Farrell) und Worf (Michael Dorn) ein aufheiterndes Geplänkel beisteuern können. Es ist insgesamt nicht viel. Doch unterm Strich reicht es aus, um die Charaktere weiterzuentwickeln.

Wenn diese Folge, die im Englischen übrigens The Darkness and the Light heißt, ein Manko hat, dann ist es das Fehlen von Shakaar. Man müsste meinen, dass durch den Tod der Leute, die mit ihm in einer Widerstandszelle waren, er selber aktiv werden müsste. Stattdessen wird er nur erwähnt, taucht aber selbst noch nicht mal für einen Miniauftritt auf.

Wobei dies zwar einerseits zu beklagen, aber andererseits auch nachvollziehbar ist, da durch seine Anwesenheit der Fokus auf Kira Nerys gelitten hätte. Es wäre eben etwas Besonderes gewesen, ihn ebenfalls nochmal zu sehen.

Dunkelheit und Licht ist eine gelungen düstere Folge, von der vor allem Kira Nerys profitiert.

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Götz Piesbergen
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