[Prometheus Band 5] Sarkophag

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Der vierte Teil von Christophe Becs „Prometheus“-Reihe endete mit einer Reihe offener Fragen. Werden wir nach Bd. 5, der den Titel Sarkophag trägt, mehr wissen?

Sarkophag
© Splitter Verlag

Historische Rückblicke

73.000 v. Chr. in Toba

„Sarkophag“ bringt uns wieder zu unseren Steinzeitmenschen. Nach dem gewaltigen Vulkanausbruch scheinen die Erde verdorrt und die Tiere verendet zu sein. In einer schützenden Höhle hat ein Stamm von Menschen die Katastrophe überlebt. Doch wovon sollen sie nun leben? Der Rückblick endet mit einem grellen Licht, das die Höhlenbewohner blendet. Ist ein Raumschiff gelandet, um die junge Menschheit vor dem Untergang zu retten?

Philadelphia 1943

Das zweite historische Szenario führt uns zum berühmten Philadelphia-Experiment. Albert Einstein befindet sich im Seefahrtsarsenal von Philadelphia, um ein Experiment an der USS Eldridge zu beobachten. Der Legende nach soll es das Ziel des Experiments gewesen sein, das Kriegsschiff unsichtbar zu machen. Und tatsächlich verschwindet es vor aller Augen! Doch deutet das letzte Bild auf der Seite an, dass die Eldridge wohl auf andere Art und Weise unsichtbar geworden ist, als Einstein sich das gedacht hat. Tatsächlich erfahren wir an späterer Stelle im Band, dass das Schiff 40 Jahre später bei Camp Hero wieder auftauchte. Es stellte sich heraus, dass der Zeitsprung fatale Folgen für die Besatzung des Schiffs hatte.

Camp Hero 1983

Verschwörungstheoretiker bringen das Philadelphia-Experiment gelegentlich mit Camp Hero in Verbindung. Camp Hero war ein US-Radarstützpunkt, der 1969 geschlossen wurde. Entsprechend der Verschwörungstheorien versuchte man in der Folge, mit der Radaranalage die Gedanken der in der Umgebung lebenden Menschen zu beeinflussen. Christophe Bec geht in „Sarkophag“ noch weiter. So sehen wir eine große Menge nackter Leichen, die ein wenig an Bilder aus Konzentrationslagern erinnern. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei den Toten um die Versuchspersonen eines geheimen Experiments. Da der Stützpunkt nun endgültig geschlossen wird, müssen die Leichen mithilfe eines Säurebads entsorgt werden, während alles anderen Zeugnisse sicher in einem Sarkophag verschlossen werden (s.u.). Wie wir später erfahren, ging es bei den Experimenten auch um Zeitreisen.

Der Sarkophag

Der 5. Bd. der „Prometheus“-Reihe bezieht seinen Titel von einem gewaltigen Sarkophag, mit dem das Militär im oben beschriebenen Militärstützpunkt Camp Hero Zeugnisse seiner Experimente versiegeln lässt.

Die Machenschaften der US-Regierung

Die US-Regierung wird langsam aktiver und lässt bewusst Menschen verschwinden, die zu viel über vergangene Experimente und Kontakte mit Außerirdischen wissen. Außerdem wird das Projekt Blue aktiviert, was wohl in einem Zusammenhang mit dem Blue Beam-Projekt aus Bd. 2 stehen dürfte. Auch wird der Stuhl von Montauk wieder aktiviert. Dieser diente während der oben beschriebenen Experimente in Camp Hero dazu, die Kräfte von Hellsehern mit Psi-Fähigkeiten zu verstärken. Mithilfe des Stuhls konnten Personen mit übernatürlichen Fähigkeiten die Gedanken anderer Menschen effektiver manipulieren, Zeitreiseportale erschaffen und aus dem Nichts Gegenstände erscheinen lassen.

So schickten die Leiter des Experiments zahlreiche Obdachlose durch die Zeit, da diese bei Fehlschlägen niemand vermisste. Eine besondere Rolle nahmen Jungen im Alter von 10 bis 16 Jahre ein, die alle blond und blauäugig waren. Diese Kinder wurden alle in die Zukunft geschickt, wo sie die post-apokalyptische Version der Stadt Providence erforschen sollten, die wir in Bd. 4 kennengelernt haben. Weshalb dies Kinder „arisch“ aussehen müssen und was ihre genaue Aufgabe ist, bleibt ungeklärt.

Wichtig ist, dass die in den Experimenten genutzte Technologie außerirdischen Ursprungs ist. Hat es also doch schon Kontakte zwischen dem fremden Wesen und der Menschheit gegeben? Die Regierung nutzt jetzt jedenfalls einen Mann, der einen der 13:13 Uhr-Flugzeugabstürze überlebt hat und seitdem über übernatürliche Kräfte verfügt, als neues Medium.

Prometheus

Nachdem Herkules Prometheus befreit und den ihn peinigenden Adler getötet hat, ziehen die beiden durch einen Schneesturm, bevor sie in einer Höhle rasten. Herkules fragt, warum Prometheus den Tod des Adlers so sehr bedauert habe. Der Titan erwidert, dass der Adler in den 3.000 Jahren seiner Gefangenschaft sein einziger Gefährte gewesen sei.

Mein Eindruck von „Prometheus“ Bd. 5: Der Sarkophag

Der 5. Band der „Prometheus“-Reihe legt seinen Schwerpunkt auf Verschwörungstheorien, wodurch andere Aspekte wie die Mythologie oder die Prä-Astronautik ein wenig kurz kommen. Obwohl das von allen Thematiken des Comics die ist, die mich am wenigsten interessiert, ist „Sarkophag“ durchaus spannend.

Immer mehr Einzelstränge der Erzählung beginnen sich nun miteinander zu verbinden und die US-Regierung scheint wesentlich mehr zu wissen, als es bisher den Anschein hatte …

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Michael Kleu

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Michael Kleu

Michael ist Jahrgang 1978 und Althistoriker. Er schreibt einen eigenen Blog über die Antikenrezeption in fantastischen Medien.

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