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Anthony Head setzt nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Stimme berufsmäßig ein.

Wenn einem keine andere Möglichkeit bleibt

Musik und Film sind in Anthony Heads Familie weit verbreitet. So war der Vater des am 20. Februar 1954 geborenen Schauspielers Dokumentarfilmer und Gründer der britischen Dokumentationsfilmfirma Verity Films. Seine Mutter hingegen war selber ebenfalls Schauspielerin. Und sein Bruder Murray Head kennt man vor allem für das Musikstück „One Night in Bangkock“, welches in den 1980er Jahren in vielen Ländern auf Platz der 1 Charts landete. Dieser ist übrigens ebenso Schauspieler und beide spielten Freddie Trumper in dem Musical Chess. Murray war Teil des Originalcasts und Anthony stellte die Figur 1989 dar.

Film und Musik sollten auch das Leben und die Karriere des Darstellers prägen. Er selbst ging zunächst auf die Sunbury Grammary School, eher seine Erziehung an der London Academy of Music and Dramatic Art weiter vertiefte. Zu seiner Karrierewahl meinte er nur, dass wenn das Filmgeschäft in der Familie verbreitet sei, man keine andere Möglichkeit habe, als dies als Karrierepfad zu wählen. Wobei bei ihm die Initialzündung im Alter von sechs Jahren kam, als die Mutter eines Freundes eine Aufführung von „Des Kaisers neue Kleider“ organisierte. Er stellte den Monarchen dar und kann sich noch gut daran erinnern, wie er beschloss, dass dies der Beruf ist, den er ausüben möchte.

Seine Schauspielkarriere fing 1978 an, als er zunächst in dem Musical Godspell mitwirkte. Gleichzeitig gab Anthony Head in der Kriegsserie Enemy at the Door sein Film- und Fernsehdebüt. Er spielte in zwei Episoden den Clive Martel. In jenen Jahren war er in vielen britischen Fernsehserien Gastschauspieler, der in ein oder zwei Folgen auftauchte. Letzteres geschah zum Beispiel auch in der Dramareihe The Mallens.

Überall zu Gast

1981 trat er in einer Episode von Celebrity Playhouse auf, einer Serie, in der Theaterstücke im Fernsehen aufgeführt wurden. Und 1987 hatte er seine erste Filmrolle, als er in Auf den Schwingen des Todes in einer Nebenrolle auftrat. Dabei wirkten prominente Darsteller wie Micky Rourke, Bob Hoskins und Liam Neeson als Hauptdarsteller mit. Und seine komödiantische Seite durfte er zwischen 1984 und 1987 in zwei Folgen von The Comic Strip Presents… präsentieren.

1988 hatte Anthony Head schließlich seine erste Hauptrolle. Er trat in dem Drama Devil’s Hill auf. Anfang der 1990er hatte er eine komplett andere Rolle. In Wuff! Manchmal bin ich ein Hund spielte er in zwei Folgen mit. Und 1993 war er für eine Episode in der Highlander-Serie zu Gast.

1995 sollte er Geister jagen. Allerdings nicht bei den amerikanischen Geisterjägern, sondern in zwei Folgen der kurzlebigen britischen Fernsehserie Ghostbusters of East Finchley. Etwas mehr hatte er von 1995 bis 1997 in VR.5 zu tun, wo er in zehn von 13 Episoden auftrat.

Wertvolle Unterstützung im Kampf gegen die Dämonen

Anthony Head ist ein großer Doctor Who-Fan, der sich für die Titelrolle in dem 1996er Film bewarb, die dann am Ende allerdings an Paul McGann ging. Trotzdem sollte der Darsteller mit der Serie verbunden bleiben, als er von 2001 bis 2002 in der Webcast-Reihe Doctor Who: Death Comes to Time in einer Episode zu hören war. Ebenso gab er in der Audiostory Doctor Who: Excelis Decays den Antagonisten Lord Vaughan Sutton. Der Doktor in beiden Geschichten war übrigens der von Sylvester McCoy dargestellte siebente.

Doch seine prominenteste Rolle hatte er nicht in Großbritannien, sondern in den USA. In der Serie Buffy – Im Bann der Dämonen spielte er von 1997 bis 2003 Rupert Giles, der die Titelheldin mit Rat und Tat unterstützte. Die Schauspieler und der Showrunner Joss Whedon sollten im Laufe der Zeit engzusammenwachsen, was sogar soweit ging, dass letzter in der sechsten Staffel die berühmte Musicalfolge „Noch einmal mit Gefühl“ schrieb. Und da der Darsteller ebenfalls Musicalerfahrung besaß, war das eine perfekte Gelegenheit, um auch mal eine andere Seite seines Könnens zu zeigen. In jener Zeit lebte er während der Dreharbeiten in den USA, obwohl er in Großbritannien seine Familie hatte. Doch die Sehnsucht nach jener wurde am Ende so groß, dass er in der sechsten Season aus der Serie rausgeschrieben wurde und danach nur noch sporadisch als Gaststar auftrat.

Nach dem Ende der Serie trat Anthony Head in der kurzlebigen Fernsehserie Späte Jungs auf, die als eine Art Sex in the City für Männer beworben wurde und 2003 nach nur einer Staffel und 16 Folgen eingestellt wurde. Nicht, dass er arbeitslos blieb. Im Gegenteil: Er war gut beschäftigt. Er sprach in dem Videospiel Buffy the Vampire Slayer: Chaos Bleeds wieder Rupert Giles, genau wie in dem nie ausgestrahlten Piloten für Buffy the Vampire Slayer: Chaos Bleeds 2004. 2005 hatte er eine größere Rolle in der Liebeskomödie Eine Hochzeit zu dritt.

Und erneut Doctor Who!

Überhaupt baute sich der Schauspieler langsam ein zweites Karrierestandbein als Sprecher auf. So war er 2006 in Destroy All Humans! 2 als Ponsonby zu hören. In demselben Jahr wurde auch eine Aufführung von The Rocky Horror Tribute Show aus den 1990ern ausgestrahlt, wo er Dr. Frank-N-Furter darstellte. Und von 2003 bis 2006 war er Teil des Maincasts der berühmten britischen Comedyreihe Little Britain. Er spielte den britischen Primeminister.

2007 war Anthony Head in der Videoproduktion Das Imperium der Elfen – Ihre Welt ist in Gefahr! Einer der Hauptdarsteller. In demselben Jahr konnte er wieder seiner Leidenschaft für Doctor Who fröhnen, als er in der für jüngere Zuschauer konzipierte Totally Doctor Who Baltazar darstellte. Dieselbe Rolle, die er auch in der Animationsserie Doctor Who: The Infinite Quest hatte. 2007 war er wieder Teil einer Comedyreihe. Doch Sold wurde nach nur sechs Episoden abgesetzt.

2008 konnte er wieder singen. Das war in dem Horrormusical Repo! The Genetic Opera. 2011 machte er einen Ausflug in die Welt der Comicadaptionen, als er in Ghost Rider: Spirit of Vengeance Benedict darstellte. Von 2008 bis 2012 hatte er dann wieder eine größere wiederkehrende Rolle. Denn in Merlin – Die neuen Abenteuer sollte er Uther Pendragon, den Vater von König Arthus, darstellen. 2013 eröffnete sich eine weitere Jobmöglichkeit. Podcasts sollten langsam populär werden und so sprach in der Podcastadaption von Neil Gaimans Neverwhere unter anderem an der Seite von Benedict Cumberbatch diverse Figuren.

Auch in Podcasts zu hören

2013 sollte er allerdings in der Romanadaption Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen den Kentauren Chiron darstellen. Ebenso war er von 2013 bis 2014 in vier Folgen von Warehouse 13 als Paracelsus zu sehen. 2015 rief wieder das Musical. Denn in The Rocky Horror Show Live war er der Erzähler. 2017 sprach er in einer Episode dem Fantasydrama Shadowhunters: Chroniken der Unterwelt den Engel Raziel und war 2018 für sechs Ausgaben in der Podcast-Serie The Archers als Robin Fairbrother zu Gast. Auch in Assassin’s Creed: Gold (2020) war er zu hören und zwar als Isaac Newton.

2021 sollte Anthony Head in der Horrorkomödie School’s Out Forever den Headmaster darstellen und spielte in demselben Jahr in der Miniserie The Canterville Ghost den titelgebenden Geist. 2022 nahm er in Destroy All Humans! 2: Reprobed wieder seine Rolle als Ponsonby auf. Und zuletzt wirkte er in der Podcast-Serie Slayers: A Buffyverse Story mit.

Er ist seit 1982 mit Sarah Fisher verheiratet. Er hat mir ihr zwei Töchter, Emily und Daisy. Beide sind in seine Fußstapfen getreten und ebenfalls Schauspieler geworden.

Anthony Head im Web

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Götz Piesbergen

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