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Am Ende seines Lebens war Mako vor allem für seine Stimme bekannt.

Eine abenteuerliche Familiengeschichte

Mako ist ein ungewöhnlicher Name. Dahinter verbirgt sich der am 10. Dezember 1933 in Mikage, Kobe, Hyōgo, Japan, geborene Makoto Iwamatsu. Er war der Sohn der Kinderbuchautoren und Illustratoren Tomoe Sasako und Atsushi Iwamatsu. Seine Eltern waren politische Dissidenten, die 1939 in die USA emigrierten. Ihn ließen sie bei seiner Großmutter zurück. Da die beiden an der Ostküste der USA lebten, wurden sie nicht während der im Zweiten Weltkrieg in den USA grassierenden Anti-Asiatischen-Hysterie interniert, sondern konnten mit dem US Office of War Informationen zusammenarbeiten und erhielten dafür eine Aufenthaltsgenehmigung. Sie konnten ihren Sohn 1949 nachholen. In den USA konnte dieser dann zunächst Architektur studieren, eher er sich 1953 der US-Armee verpflichtete und bis 1956 diente. Das war auch das Jahr, in dem er eingebürgert wurde. Während des Militärdienstes entdeckte er sein Theatertalent und studierte anschließend an der Pasadena Community Playhouse.

Seine erste Rolle hatte er 1959 in dem Weltkriegsdrama Wenn das Blut kocht, wo er einen kleinen Auftritt hatte. Hauptdarsteller waren Frank Sinatra, Gina Lollobrigida und Steve McQueen. Vier Jahre später hatte er einen Gastauftritt in einer Episode der Krimiserie 77 Sunset-Strip. Dass er überwiegend nur als Gastdarsteller auftrat, sollte sich durch seine gesamte Karriere ziehen. Und so konnte man ihn auch 1966 als Gast in einer Folge von Die Grüne Hornisse sehen. Ein Jahr darauf wirkte er in einer Episode der SciFi-Serie The Time Tunnel mit.

1970 hatte Mako eine deutliche größere Rolle in dem Abenteuer-Film Herrscher der Insel. Hauptdarsteller war niemand Geringeres als Charlton Heston, während Geraldine Chaplin ebenfalls eine der Hauptdarstellerinen war. 1972 fing er an, erste Erfahrungen als Synchronsprecher zu sammeln. In der Serie The Blue Racer sprach er in einer Folge den Rooster. Im Laufe der Jahre sollte dies sein zweites Karrierestandbein werden, das er in Trickserien Figuren seine Stimme lieh.

Gastauftritte in vielen prominenten Rollen und Serien

1973 war er zu Gast in der Serie Kung Fu, in der David Caradine die Hauptfigur darstellte. Drei Jahre darauf trat er in einer Folge der Krimireihe Hawaii Fünf-Null auf und war von 1978 bis 1979 in zwei Episoden der Marveladaption Der Unglaubliche Hulk als Li Sung zu sehen. 1979 trat er übrigens ebenfalls bei der Konkurrenz auf, in der DC Comicadaption Wonder Woman. Auch der Kultcomedyreihe M.A.S.H. sollte er im Laufe der Jahre gleich mehrmals einen Besuch abstatten. Ganze vier Mal war er als Gast zugegen, in unterschiedlichen Rollen jeweils.

1982 spielte er in Conan – Der Barbar sowohl den Zauberer, ebenso wie er in dem Arnold-Schwarzenegger-Kultfilm den Erzähler gab. 1983 hatte Mako außerdem eine größere Rolle in dem Actiondrama The Last Ninja und war 1984 Teil des Maincasts der kurzlebigen Krimiserie Hawaiian Heat, in der auch Tracy Scoggins mitwirkte. Zwei Jahre später wirkte er in dem Film Kung Fu – Der Film als der Manchu mit. 1988 spielte er in Biografiekomödie Tucker – Ein Mann und sein Traum mit. Jeff Bridges war der Hauptdarsteller, derweil Christian Slater eine Nebenrolle hatte. 1991 wirkte er außerdem in dem Actionfilm Eine perfekte Waffe mit.

1993 konnte man ihn in der Rolle von Kanemitsu, dem CEO von Kanemitsu Corporation, den neuen Eigentümern von Detroit City, in Robocop 3 bewundern. Und nachdem er bereits in den früheren Versionen von Kung Fu aufgetreten war, war er auch in zwei Folgen von Kung Fu – Im Zeichen des Drachen zu sehen. Martial Arts bestimmten ebenso seine Auftritte in der Krimiserie Martial Law.

Der Wechsel zur Sprache als Karriere

Im neuen Jahrtausend dominierten immer mehr Sprachrollen seine Karriere. Eine der wenigen Realauftritte waren beispielsweise 2003 in der Comicverfilmung Bulletproof Monk – Der kugelsichere Mönch, mit Chow Yun-Fat in der Hauptrolle. Er selbst hatte in diesem Film eine kleine Rolle als ein gewisser Mr. Kojima. Parallel sprach er in einem seiner ersten Videospielrollen in True Crime: Streets of L.A. General Kim. Unvergessen auch seine Arbeit als der Schurke Aku in der Kultzeichentrickserie Samurai Jack. Mako sprach die Figur von 2001 bis 2004 und in dem Videospiel Samurai Jack: The Shadow of Aku.

Von 2003 bis 2005 konnte man Mako in Duck Dodgers in vier Episoden hören, in denen er unterschiedliche Figuren sprach. Wirklich unvergessen wurde er allerdings durch seine Arbeit in der Trickserie Avatar – Der Herr der Elemente. In ihr sprach er wieder verschiedene Figuren, doch vor allem wurde er als Onkel Iroh bekannt, den exzentrischen Onkel des verbannten Prinzen Zuko von der Feuernation. Seine letzte Arbeit in dieser Reihe war die finale Folge der zweiten Season. Posthum erschienen 2007 noch zwei seiner Auftritte. In dem computeranimierten Trickfilm Teenage Mutant Ninja Turtles sprach er Meister Splinter. Und in dem Horrorfilm Rise wirkte er als Poe in einer Nebenrolle mit. Die Hauptrolle hatte Lucy Liu inne.

Der Schauspieler starb am 21. Juli 2006. Er hatte zuletzt gegen Speiseröhrenkrebs angekämpft. Zum Zeitpunkt seines Todes war er mit der japanisch-amerikanischen Schauspielerin Shizuko Hoshi verheiratet, mit der er zwei Töchter hat. Nach seinem Tod wurden Teenage Mutant Ninja Turtles und die Avatar-Episode Tales of Bar Sing Se ihm gewidmet.

Mako im Web

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Götz Piesbergen
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