Roddy McDowall

Spotlight: Roddy McDowall

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In seinen berühmtesten Rollen war das Gesicht von Roddy McDowall hinter einer aufwendigen Maske versteckt.

Auf, auf in die USA

Roddy McDowall ist vor allem als amerikanischer Schauspieler bekannt. Dabei ist er ursprünglich Brite gewesen. Denn er wurde am 17. September 1928 in London, England, geboren und lebte dort auch für den Großteil seiner Kindheit. Da seine beiden Eltern das Theater liebten, ist es ebenfalls kein Wunder, dass es ihn schon bald auf die Bühne zog. Er ging auf das St. Josephs College in London.

Sein Leben fürs Theater fing schon früh an. Er arbeitete als Baby- und als Kindermodel und gewann im Alter von neun Jahren einen Preis für seine darstellerische Leistung in einem Schultheaterstück. Dies war für ihn der Auftakt zu einer lang andauernden Karriere auf der Bühne, im Film und im Fernsehen.

Seine erste Rolle hatte er 1938, als in der britischen Musicalkomödie I See Ice! einen Auftritt als Junge hatte, für den er allerdings nicht in den Credits gelistet wurde. Als geradezu prophetisch sollte sich der Titel des Films Hey! Hey! U.S.A. erweisen, wo er erneut eine Rolle hat, die im Abspann nicht genannt wurde.

Als Rattenfänger gegen den Krieg

Denn Roddy McDowall und seine Familie zogen 1940, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, aus Großbritannien fort und wanderten in die Vereinigten Staaten aus. Dort führte er seine Schauspielkarriere nahezu nahtlos weiter, als er beispielsweise 1941 in dem Film Menschenjagd auftrat. Regie führte niemand Geringeres als der aus Deutschland emigrierte Fritz Lang, bekannt als Regisseur des SciFi-Kultfilms Metropolis. 1942 hatte er die zweite männliche Hauptrolle in dem Kriegsfilm Der Rattenfänger von Hameln erhalten.

Als er 18 Jahre alt war und damit volljährig, zog es den Darsteller nach New York, wo er sich eine erfolgreiche Karriere am und außerhalb des Broadways aufbaute. Ebenso nahm er 1949, im Alter von 21 Jahren, die US-Staatsbürgerschaft an.

1948 fing er an, sich neben der Schauspielerei ein zweites Standbein als Produzent aufzubauen. Denn der Kinofilm Rocky, nicht zu verwechseln mit den berühmten Boxfilmen von Sylvester Stallone, wurde mit ihm in der Funktion als Associate Producer realisiert. Übrigens hatte Roddy McDowall außerdem auch noch in diesem die Hauptrolle inne.

Monu? Mental!

1949 hatte er dann eine seiner ersten Fernsehrollen. Da in der Frühzeit das amerikanische Fernsehen unter anderem durch Reihen definiert war, die im Prinzip nur Theateraufführungen auf der Mattscheibe wiedergaben, war es auch kein Wunder, dass sein erster „Serien“-Einsatz in einem Stück von Family Theatre war. Doch parallel blieb er dem Kino treu, als er 1950 in Big Timber die Hauptrolle spielte und gleichzeitig auch Associate Producer war. Zwischen 1951 und 1954 trat er in zwei unterschiedlichen Rollen in drei verschiedenen Folgen von Robert Montgomery Presents auf.

Es war im Jahr 1960, als Roddy McDowall eine seiner ersten Berührungen mit dem Phantastischen hatte. Denn er hatte in diesem Jahr einen Auftritt in der berühmten Serie The Twilight Zone, auf Deutsch Unwahrscheinliche Geschichten. 1962 war einer von vielen damals bekannten Schauspielern, die in dem Kriegsfilm Der längste Tag mitwirkten. Und ein Jahr darauf stellte er in einem der berühmtesten Monumentalfilme aller Zeiten, Cleopatra, Octavian Caesar Augustus dar.

Und auch in Die größte Geschichte aller Zeiten, einem Film, der 1964 das Leben von Jesus Christus fürs Kino adaptierte, hatte er eine Rolle. Er war Matthäus. Übrigens wirkten in diesem Kinofilm ebenso Darsteller wie Max von Sydow, Angela Lansbury und Charlton Heston mit. Mit Letzteren sollte er ein paar Jahre später in einem anderen berühmten Film zusammenarbeiten.

Wenn der Affe ruft

Doch zunächst trat er im Fernsehen auf. Genauer gesagt war er in der 1960er Batman-Serie in zwei Folgen der Bücherwurm. Es sollte nicht die einzige Serie bleiben, die auf Superheldencomics basierte, wo er in der einen oder anderen Art und Weise mitwirken würde.

Roddy McDowalls Namen ist unzertrennbar mit Planet der Affen verbunden. Es war im Jahr 1968, als er in dem Film unter einer heftigen Maske den Schimpansen Cornelius darstellte. Das war übrigens auch jener Kinofilm, wo er wieder mit Charlton Heston zusammenarbeiten konnte. Des Weiteren hatte er bereits ein Jahr zuvor einen Heimfilm zu Planet der Affen erstellt, wo er die entsprechende Arbeit hinter der Kamera allein machte. 1969 machte er einen Abstecher in sein Geburtsland, um in einer Folge der britischen Mysteryserie Journey to the Unknown mitzumachen.

1970 kam mit The Ballad of Tam Lin der erste und auch einzige Kinofilm heraus, in dem er Regie führte. Ein Jahr darauf nahm er in Flucht vom Planet der Affen wieder seine Rolle als Cornelius auf. Im selben Jahr arbeitete er ebenfalls erneut mit Angela Lansbury zusammen, als er gemeinsam mit ihr in der Disneyproduktion Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett auftrat.

Die Affen lassen nicht los

1972 kam der nächste Planet der Affen-Film heraus, wo er wieder mitwirkte. Doch da seine Figur Cornelius am Ende des vorherigen Teils verstarb, stellte er dieses Mal in Eroberung vom Planet der Affen dessen Sohn Caesar dar. 1973 wurde das Kapitel „affige“ Kinofilme mit Die Schlacht um den Planeten der Affen erstmal abgeschlossen. Erneut spielte er Caesar. Doch bedeutete dies noch längst nicht, dass Roddy McDowall einen persönlichen Schlussstrich unter dem Franchise ziehen konnte.

Denn nur ein Jahr darauf sollte eine Fernsehserie herauskommen, basierend auf und benannt nach der berühmten Filmreihe. Er hatte, zum ersten Mal in seiner Karriere, in einer solchen Serie die Hauptrolle drinnen. In insgesamt 14 Folge stellte er den Schimpansen Galen dar, der gemeinsam mit zwei Astronauten über eine zukünftige Erde zog. Übrigens wirkte Mark Lenard, auch bekannt als Spocks Vater Sarek, ebenfalls in 11 Folgen mit.

1977 spielte er in acht Episoden der kurzlebigen SciFi-Serie The Fantastic Journey mit. 1978 war er einer der Darsteller der SciFi-Komödie Die Katze aus dem Weltraum. Außerdem hatte er in beiden Jahren jeweils einen Gastauftritt in der legendären Fernsehserie Wonder Woman, wo er allerdings unterschiedliche Figuren darstellte. Es war ab dieser Zeit, wo Roddy McDowall damit anfing, sich langsam ein zusätzliches Karrierestandbein, als Sprecher von anderen Charakteren, aufzubauen. Denn in dem SciFi-Film Das schwarze Loch gab er dem Roboter V.I.N.C.E.N.T. die Stimme, wofür er jedoch nicht in den Credits gelistet wurde.

Ein verrückter Typ, dieser Hutmacher

1980 war er Teil der Fernsehadaption von Ray Bradburys berühmten Werk Die Marschroniken. Allerdings stand die Miniserie unter keinem guten Stern, da der Autor sich deutlich von dem Endprodukt distanzierte. 1988 konnte man erneut die Stimme von McDowall hören, da er in dem Animationsfilm GoBots: Battle of the Rock People Nuggit sprach.

Mit der Komödie Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser produzierte er außerdem 1987 seinen letzten Film. Die Hauptrollen hatten Goldie Hawn und Kurt Russel inne. 1989 wirkte er in der Adaption von Jules Vernes berühmtem Meisterwerk In 80 Tagen um die Welt als McBaines mit. Ab den 1990er-Jahren konnte man ihn verstärkt in Zeichentrickserien hören, wie beispielsweise im Jahr 1991, als er in Pirates of the Dark Water Niddler sprach.

Natürlich hörte er nicht auf, als Schauspieler zu arbeiten. Dabei war die Qualität der Produktionen, in denen er auftrat, stark schwankend. Er war einerseits in platten B-Movies wie Double Trouble zu sehen, wo er einen gewissen Phillip Chamberlain darstellte, anderseits hatte er im Fernsehen bessere Auftritte, wie zum Beispiel 1992 in einer Episode von Zurück in die Vergangenheit. Und ab 1992 wurde er zu Edward Teach, aka der Mad Hatter. Er sprach diese Figur immer dann, wenn sie im sogenannten DC Animated Universe auftauchte. Genauer gesagt verlieh Roddy McDowall diesem Charakter seine Stimme in Batman (1992 – 1994), Batman and Robin (1998) sowie Superman (1998). Zu den letzten Auftritten des Darstellers zählten 1998 United Artists – Wir sind Hollywood und der Zeichentrickfilm The Return of Captain Sindbad, der posthum 2001 herauskam.

Ein Leben für den Film

Roddy McDowall verstarb am 3. Oktober 1998 an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es ist unklar, ob er jemals verheiratet war oder Kinder hatte. Er wurde zum Zeitpunkt seines Todes von dem Drehbuchautor Dennis Osborne gepflegt.

Der Schauspieler setzte sich viel fürs Filmgeschäft ein. Er war jahrelang Mitglied des Board of Governors der Academy of Motion Picture Arts and Science, die jedes Jahr die Oscars verleiht. Er unterstützte das Motion Picture Retirement Home und war ein erfahrener Fotograf, dessen Fotos unter anderem in der Vogue erschienen.

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Götz Piesbergen

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