Aufgrund der haupthandlungstragenden Figur könnte dies eine Episode sein, an der sich viele Geister scheiden werden.
Eine spezielle Figur kriegt ihre eigene Folge
SAM (Kerrice Brooks) ist eine Abgesandte ihres Volkes. Sie soll herausfinden, wie die organischen Wesen ticken und ob sich ihr rein photonenbasierendes Volk sich in diese Gesellschaft integrieren kann. Doch ihre Auftraggeber sind mit ihr und ihren Leistungen unzufrieden und setzen sie unter Druck.
Sie schreibt sich in den Kursus „Das Unbekannte konfrontieren“ ein und ist fasziniert von der Persönlichkeit Benjamin Siskos. Sie versucht mehr über ihn herauszufinden, vor allem, was mit ihm wirklich geschehen ist. Dabei schießt sie mit ihren Bemühungen übers Ziel hinaus, lernt dabei allerdings auch die Professorin Illa (Tawny Newsome) kennen. Die sie sanft bei ihrem Bemühungen unterstützt.
SAM, aka Series Acclimation Mil ist eine sehr spezielle Figur. Es handelt sich bei ihr um eine photonische Lebensform, die im Auftrag ihres Volkes mehr über die Organischen herausfinden soll. Dargestellt wird sie von Kerrice Brooks, die sie als etwas unbeholfen aber auch extrem neugierig und überdreht darstellt. Als jemand, der bewusst übertrieben dargestellt wird, weil sie eben keine Erfahrungen im Umgang mit Organischen hat.
Zu Beginn ein wahrer Overkill
Dass sie jetzt eine eigene Episode erhält, reiht sich dabei ein in die letzten Folgen. In Betatest stand beispielsweise Caleb im Mittelpunkt des Geschehens, derweil in Vox in Excelso Jay-Den jede Menge Charakterentwicklung erhielt. Weshalb man also zumindest vorab gespannt darauf ist, wie jetzt diese Episode sein wird.
Es ist eine Folge, die vor allem zu Beginn es einem nicht einfach macht. Die ersten Minuten sind absoluter visueller Overkill, bei der man sieht, wie SAM die Realität wahrnimmt. Es wirkt extrem übertrieben, stellenweise schon fast cartoonig. Was sicherlich nicht jedem gefallen dürfte und für einige Leute, die mit der Serie und der aktuellen Richtung, die das Franchise genommen hat, nicht zufrieden sind, Wasser auf die Mühlen sein dürfte.
Und doch ist diese Darstellung kein Selbstzweck. Es verstärkt nochmal die Charakterisierung von SAM, es zeigt nochmal, wie anders sie ist. Um dann umzuschwenken auf die eigentliche Mission, die die Figur in dieser Folge haben wird. Nämlich, herauszufinden, was mit Benjamin Sisko passiert ist.
Auftritt von „Star Trek“-Prominenz
Ab diesem Moment merkt man, wie die Episode anfängt, immer weniger überdreht zu sein. Sie hat zwar immer noch einige Momente, wo der Humor vielleicht etwas zu stark in den Vordergrund rückt. Aber man merkt, dass hier die Folge ruhiger wird und sich mehr auf die Figuren und das Vermächtnis von Benjamin Sisko fokussiert.
Dazu muss man anmerken, dass diese Folge das Debüt von Tawny Newsome als Drehbuchautorin darstellt. Die Schauspielerin kennt man aus Lower Decks, wo sie Beckett Mariner die Stimme gab. Ebenso hat sie den Charakter auch in der SNW-Episode Tierisch olle Sternreisende real dargestellt. Sie hatte außerdem nach dem Ende von LD eine Comedyserie im Star Trek-Universum gepitcht, aus der jedoch nichts wurde. Sie selbst hat übrigens in Series Acclimation Mil einen Gastauftritt als die Professorin Illa, die sie grandios darstellt.
Es ist allerdings nicht der einzige Gastauftritt eines Schauspielers mit Star Trek-Vergangenheit. Auch Cirroc Lofton macht seine Aufwartung. Er nimmt seine Rolle als Jake Sisko wieder auf. Seine Auftritte sind ebenfalls sehr stark und nostalgisch. In jedem Fall sind sie ein tolles Testament für den Charakter von Benjamin Sisko.
Verneigung vor Deep Space Nine
Es ist übrigens genial, wie die Folge den Rücktritt von Avery Brooks respektiert. Anstatt sein Konterfei aus dem Archiv zu nutzen, wird nur sein Wirken, sein Charakter in den Vordergrund gestellt. Das Fehlen einer Abbildung seines Aussehens wird mit religiösen Gründen erklärt. Eine geniale Idee, die zeigt, was er für ein Werk hinterlassen hat. Nur am Ende der Folge ertönt seine Stimme, wobei ich jetzt nicht weiß, ob dies eine Archivaufnahme war oder von dem Schauspieler extra für diese Episode eingesprochen.
Man merkt der Folge an, dass Tawny Newsome Fan von Deep Space Nine ist. Sie übernimmt jede Menge Elemente aus der klassischen Serie und transportiert sie hinüber in Starfleet Academy. Man sieht Bajoraner und ihr Ritual, das Pagh des jeweils anderen zu fühlen. Ebenso ertönt an einer Stelle ein Auszug aus dem Openingtheme jener alten Reihe. Die Vergangenheit wird mit Respekt behandelt, wie es auch sein sollte.
Diese Episode mag sich zwar auf SAM fokussieren. Doch ebenso tauchen auch die anderen Kadetten auf. Es kommt dabei zu einer schon fast obligatorischen Kneipenschlägerei zwischen den Sternenflottenkadetten und jenen der Kriegs-Akademie. Wobei gleichzeitig die Beziehung zwischen Caleb und Tarima Sadal weiter entwickelt wird. Im Prinzip entwickelt sich jede Figur des Maincasts ein klein wenig weiter, was diese Folge dann auch so umwerfend macht.
Es wird aufgespielt
Wobei SAM nicht die Einzige ist, die die in dieser Folge zu tun hat. Es gibt ebenso einen Nebenplot, wo Kanzler Ake ihrem Kollegen vom Kriegs-College unter die Arme greift. Auch hier tritt der Humor wieder verstärkt zu Tage, da ein Diner etwas ungewöhnlich verläuft. Hier laufen ebenfalls Robert Picardo und Tig Notaro zum Höhepunkt auf, da sie ihre jeweiligen Charaktere in der entsprechenden Situation famos darstellen.
In jedem Fall wird die Beziehung zwischen Ake und Kelrec weiter entwickelt. Auch hier zeigt sich, dass die Drehbuchautoren wissen, wie sie den Humor einpegeln müssen, damit er nicht zu dominant auftritt. Die Versöhnungsszene zwischen den beiden hat zwar wieder die gewohnte Exzentrizität von Ake. Doch gleichzeitig auch erstaunlich viele gelungene emotionale Zwischentöne.
Series Acclimation Mil ist keine Episode, die jedem gefallen wird. Der stellenweise sehr überdreht präsentierte Humor ist nicht nach jedermanns Geschmack. Doch wenn man sich darauf einlässt, dann erlebt eine Starfleet Academy-Folge, in der die Figuren sich großartig weiterentwickeln. Und wo im Prinzip das einzige Manko die Tatsache ist, dass die Maske von Tawny Newsome etwas missglückt aussieht. Was allerdings Meckern auf hohem Niveau ist.
Info
Regie: Larry Teng
Drehbuch: Kirsten Beyer & Tawny Newsome
Showrunner: Alex Kurtzman, Noga Landau
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