Review: Star Trek TNG 147 – Phantasie oder Wahrheit?

Lesezeit circa: 4 Minuten

Star Trek trifft Psychothriller – Riker läuft Gefahr, den Verstand zu verlieren.

Phantasie oder Wahrheit? – Frame of Mind
Staffel 6 – Folge 21

Inhalt

Commander Riker probt für ein von Dr. Crusher inszeniertes Theaterstück, in dem er einen psychisch kranken Frauenmörder spielt, welcher in einer Nervenheilanstalt der Willkür seiner Ärzte ausgeliefert ist. Diese fordernde Rolle nimmt ihn sehr mit, und zu allem Überfluss muss er sich gleichzeitig auch noch auf eine potentiell gefährliche Außenmission vorbereiten. Doch als er eines Morgens aufwacht findet er sich tatsächlich in der Zelle einer psychiatrischen Klinik wieder, deren Ärzte ihm gegenüber behaupten, er sei ein gefährliche Serienmörder, der sich sein Leben auf der Enterprise bloß eingebildet hat. Schon bald weiß Riker nicht mehr, was die Wirklichkeit ist, und beginnt ernsthaft an seinem Verstand zu zweifeln …

Phantasie oder Wahrheit

Fazit

Star Trek kann auch anders. Das Genre des Psychothrillers ist bis dato noch nie von der Serie behandelt worden. In dieser Hinsicht stellt Phantasie oder Wahrheit? eine wahrhaft innovative Episode dar. Sie baut ganz langsam eine bedrückende und auch beängstigende Atmosphäre auf, der man sich als Zuschauer kaum entziehen kann. Dies ist vor allem Jonathan Frakes’ exzellenter Darstellung von Rikers schleichendem Abgleiten in den Wahnsinn zu verdanken. Der sonst immer so selbstsicher auftretende Erste Offizier verwandelt sich hier nach und nach in ein nervliches Wrack, das ganz buchstäblich an seiner eigenen Identität zu zweifeln beginnt. Eine ähnliche Erfahrung machte Captain Picard in der Episode Das zweite Leben aus der fünften Staffel, da er dort ebenfalls in eine ihm gänzlich unbekannte Welt verschlagen wird, in der er sich zurechtfinden muss. In mehrfacher Hinsicht ist Phantasie oder Wahrheit? eine düstere Variante jener Folge, denn Riker sieht sich mit der Möglichkeit konfrontiert, dass sein Leben als brutaler Mörder seine wahre Existenz darstellt und seine Zeit auf der Enterprise immer nur ein Traum gewesen ist.

Wir als Zuschauer wissen natürlich, dass dies nicht stimmt, aber trotzdem können wir Rikers Zweifel und seine Angst absolut nachvollziehen, wodurch die Episode enorm an Spannung gewinnt. Jonathan Frakes zeigt hier eine seiner besten Leistungen in der gesamten Serie.

Die anderen Charaktere haben hingegen nicht sehr viel zu tun und spielen nur Nebenrollen, was der Episode jedoch nicht schadet. Denn wie wir später erfahren, steckt auch hier mehr dahinter, als Rikers Arzt behauptet, die verschiedenen Crewmitglieder der Enterprise seien in Wahrheit Manifestationen unterschiedlicher Aspekte von dessen Persönlichkeit. Und genau hierin liegt dann auch seine Rettung, da die Erinnerungen an sein Leben auf dem Schiff seinen Verstand daran hindern, die vermeintliche Realität seiner Situation zu akzeptieren.

Neben Frakes’ Darstellung tragen auch die düsteren Räumlichkeiten der Klinik und die teils dissonante Musikuntermalung zur Wirkung dieser Episode bei, erinnern sie, Star Trek-untypisch, doch stark an einschlägige Thriller und Horrorfilme.

Phantasie oder Wahrheit? ist – neben Geheime Mission auf Celtris III – die beklemmendste und auch spannendste Folge der sechsten Staffel, die auch für Zuschauer sehenswert ist, die normalerweise weder mit Star Trek noch mit dem Science-Fiction-Genre an sich etwas anfangen können.


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