Für ein Staffelfinale fühlt sich diese Episode, die eigentlich in jedem Aspekt spannend sein soll, stellenweise schlapp an.
Teilweise gescheitert
Auf der Rocinante entdeckt die Crew, dass eines der Protomolekülungeheuer sich an Bord geschlichen hat. James Holden (Steven Strait) wird bei dem Versuch, es zu vernichten, angegriffen und mit einer Box gegen eine Wand gepinnt. Er kann sich nicht befreien und sein Sauerstoff wird knapp. Verzweifelt versuchen die anderen eine Möglichkeit zu finden, wie sie ihn freikriegen und das Ungeheuer loswerden können.
An Bord von Maos Schiff kommt es zu einem Schusswechsel zwischen Cotyar (Nick E. Tarabay) und den Leuten der Gegenseite. Er wird dabei angeschossen, verschafft allerdings Bobbie (Frankie Adams) eine Gelegenheit, wie sie durch die Lüftungsschächte sich auf dem Weg zu ihrer marsianischen Rüstung machen kann. Und im Orbit der Venus beschließt das Forschungsschiff Arboghast in die Atmosphäre der Welt einzutauchen, umso die Struktur des Protomoleküls näher zu untersuchen.
Ein Staffelfinale muss vieles vollbringen. Es muss einerseits spannend sein, andererseits aber auch möglichst alle Plots der laufenden Season abschließen und gleichzeitig die Saat für die nächste legen. Und leider muss man sagen, dass Calibans Krieg dabei stellenweise scheitert.
Langweilig
Es ist kein Flop. Vielmehr ist es so, dass von den drei Handlungsebenen, die diese Folge beinhaltet, zwei wirklich spannende Unterhaltung bieten. Derweil eine ein völliger Reinfall ist.
Es ist ausgerechnet der Hauptplot dieser Episode, der missfällt. Das Ausgangsszenario ist zunächst spannend. Ein Protomolekülungeheuer ist an Bord der Rocinante und beim Versuch, es loszuwerden, wird James Holden handlungsunfähig gemacht. Und während ihm die Zeit davon läuft, versuchen seine Leute nach einer Möglichkeit zu suchen, wie sie einerseits ihn retten können. Aber auch andererseits das Ungeheuer zerstören können.
Was sich spannend liest, wird in Wahrheit langweilig inszeniert. Nichts gegen ein wenig Pathos. Aber hier wird damit vollkommen übertrieben. Naomi und Holden schwören sich gegenseitig ihre Liebe, Amos findet, dass der Kapitän ein guter ist und so weiter und so fort. Das kann man sicherlich auch besser ausdrücken, anstatt auf eine solche klischeehafte und übertriebene Art und Weise.
Es zieht sich
Ein weiteres Problem dieses Plots ist auch, dass er sich extrem zieht. Man merkt hier so ein wenig, dass die Romanvorlage nicht viel Material geboten hat, weshalb bei der Umsetzung alles plattgewälzt wurde, ohne darauf zu achten, dass Spannung und Stimmung aufkommt. Auch die Tatsache, das James Holden einen Großteil der Folge an der Wand des Frachtraums seines Schiffes festgepinnt ist und das Monster überwiegend versucht an den Reaktor des Raumschiffes zu kommen, verstärkt diesen Eindruck.
Das Geständnis, dass Naomi ihrer Liebe am Ende der Folge macht, passt da ebenfalls gut zu. Denn sie braucht sehr lange, um auf den Punkt zu kommen. Zu lange, als dass man als Zuschauer konzentriert zuhören könnte.
Besser ist der Plot an Bord von James Maos Schiff. Es kommt hier zu einem Standoff, der noch zusätzlich dadurch Spannung erhält, dass Cotyar angeschossen worden ist. Man merkt die Hilflosigkeit, die Avasarala verspürt, weil sie nichts tun kann. So muss sie mit ansehen, wie ihr Leibwächter langsam verblutet.
Bobbie kann glänzen
Dies ist die Sternstunde von Bobbie. Bei der man sieht, wie sie selbstbewusst durch die Eingeweiden des Schiffs schleicht, einige Wächter ausschaltet und dabei auch einige gelungene Sprüche von sich gibt. Man hat die marianische Soldatin ja schon vorher liebgewonnen. Doch mit dieser Episode hat sich endgültig ein Platz im Herzen des Zuschauers.
Spannend ist auch der Plot um das Protomolekülgebilde auf der Venus. Vor allem dieser erfüllt die Funktion, Spannung für die kommende Season zu erzeugen. Was ihm mit Bravour und einigen visuell grandiosen Tricks gelingt. Es gibt hier Tote zu beklagen. Und auch, wenn die Arboghast, nicht so viel Handlungszeit erhalten hat, ist sie einem sehr ans Herz gewachsen. Hier wurde alles richtig gemacht.
Unterm Strich ist dies ein eher durchschnittlicher Seasonabschluss.
Informationen
Regie: Thor Freudenthal
Drehbuch: Daniel Abraham & Ty Franck and Naren Shankar
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
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