Es scheint so, als ob jeder, der an Bord der Rocinante kommt, sich erstmal daneben benehmen muss.
Das ergibt keinen Sinn
Bobbie (Frankie Adams) und Avasarala (Shohreh Aghdashloo) sind an Bord der Rocinanete, wo die Untersekretärin erstmal medizinisch versorgt wird. Derweil die marsianische Marine entdeckt, dass das Schiff ursprünglich aus ihrer Heimat kam und versucht, es zu übernehmen. Was aber schon im Ansatz verhindert wird. Als sich die Gemüter langsam beruhigt haben, wird über das weitere Vorgehen geredet, wobei Avasarala nicht glücklich ist, als sie erfährt, dass der Gürtel eine Probe des Protomoleküls haben.
Auf der Erde drängt Untersekretär Errinwright (Shawn Doyle) Generalsekretär Esteban (Jonathan Whittaker) dazu, einen Angriff auf den Mars zu starten. Derweil Jules-Pierre Mao (François Chau) sich mit Praxs Tochter Mei (Leah Jung) anfreundet. Und ein UN-Schiff den schiffbrüchigen Cotyar (Nick E. Tarabay) aufsammelt, nichts ahnend, dass dieser vorher den Marsianer Theo tötete, um so Avasaralas Überleben zu decken.
Es gibt im Verlaufe von Sichere Zerstörung gleich mehrere Momente, wo man das Gefühl hat, dass hier einmal mehr Drama um des Dramas willen eingebaut wurde. Weil einfach einige Charaktermomente so keinen Sinn ergeben. Oder sich sogar von der Romanvorlage unterscheiden.
Out of Character
Das fängt im Prinzip schon zu Beginn der Folge an, als Bobbie entdeckt, dass die Rocinante ursprünglich ein marsianisches Schiff war, weil die Flagge ihrer Heimatwelt an einer Stelle verunstaltet wurde. Nur um dann daraufhin zu versuchen, Zugriff auf die Systeme des Schiffes zu erlangen, damit sie die Kontrolle darüber erlangt. Und hier kann man wirklich Alex danken, dass er in dieser Situation die Stimme der Vernunft ist und es so schafft, die Lage zu beruhigen.
Es wirkt einfach Out of Character, wie die Marine so zu Anfang agiert. Es passt nicht zu ihrer vorigen Darstellungsweise, die längst nicht so patriotisch wirkte. Versucht sie sich zu Beginn aufzuplustern und ihre Macht zu beweisen? Falls ja, wirkt dies sehr lächerlich.
Zum Glück beruhigen sich die Ereignisse danach, auch wenn natürlich die Stimmung an Bord wegen Naomis Verhalten immer noch schief hängt. Wobei hier Alex ebenfalls versucht, die Wogen zu glätten und Wunden zu heilen. Avasarala bemüht sich derweil, die Lage unter ihre Kontrolle zu kriegen und einen Krieg zwischen Erde und Mars zu verhindern. Auch wenn sie sich zunächst ans Weltall gewöhnen muss und die Neuigkeit zu verdauen hat, dass der Gürtel eine Probe des Protomoleküls hat. Was sie natürlich nicht gerade prickelnd findet.
Die Lage spitzt sich zu
Diese Ereignisse wirken im Gesamtkontext deutlich besser als der Beginn der Folge. Einfach, da man zum einen sieht, wie zumindest Alex versucht, die Crew wieder zusammenzubringen. Und weil Avasaralas Präsenz und Null-Bullshit-Attitüde belebend wirkt.
Die Ereignisse auf der Erde dienen dazu, dass der Konflikt zwischen Erde und Mars sich weiter zuspitzt. Wobei man das Gefühl hat, dass Untersekretär Errinwright langsam die Kontrolle über die Ereignisse verliert. Er versucht einerseits den Krieg zu pushen, ist aber andererseits entsetzt, als es zivile Opfer auf der Heimat der Menschheit zu vermelden gibt. Frage ist natürlich, wie es hier jetzt weitergehen soll? Wird dies dazu führen, dass Esteban einsieht, dass er das Blatt überreizt hat? Oder probiert er, seine Ziele anders zu erlangen? Hier bietet sich deutlich mehr Spannung als bei den anderen Plots.
Das Auffinden von Cotyar bringt natürlich ebenfalls etwas Brisanz ins Spiel. Man sieht ja, wie er versucht zu verhindern, dass die Wahrheit über das Überleben von Avasarala ans Licht kommt. Wie weit er bereit ist, dafür zu gehen.
Ein merkwürdiges Verhalten
Wobei an Bord des UN-Schiffes auch ein kleiner Machtkampf ausbricht, weil hier verschiedene Fraktionen seine Präsenz ausnutzen wollen. Die eine will unbedingt den Krieg gegen den Mars, die andere dies verhindern. Und man erkennt bereits, wie scharf die Situation ist. Noch geht es zivil zu, doch spürt man, dass es nur ein Ereignis braucht, damit die Lage eskaliert.
Und dann ist da noch der Plot auf Io. Der ein wenig merkwürdig wirkt. Es scheint so, als ob Jules-Pierre Mao durch seine freundschaftliche Beziehung zu Mei einsieht, dass das, was er macht, nicht gut ist. Weshalb er ja auch, als eines der Kinder wegen der Behandlung stirbt, anordnet, das Projekt einzustellen. Aber das ist ein Charakterzug, der nicht zu ihm passt, der ebenso nicht überzeugt. Es wirkt sogar Out of Character, da er in dem Roman deutlich Eiskalter agiert hat, als es hier der Fall ist.
Am Ende ist dies zwar unterm Strich eine gute Folge. Aber auch eine, die einige Mankos hat, die stellenweise ärgerlich sind.
Informationen
Regie: Thor Freudenthal
Drehbuch: Dan Nowak
Showrunner: Mark Fergus, Hawk Ostby, Naren Shankar
Lust, in unserem Team mitzumischen? Dann schaut doch mal auf unsere MITMACHEN Seite.
Warpskala
Warpskala- The Expanse – 27 – Sichere Zerstörung - 22. Juni 2026
- Die unglaublichen Missionen von Kathy Austin – Scotland – Episode 1 - 22. Juni 2026
- Spider-Noir – 04 – Die Rückkehr der Spinne - 21. Juni 2026

