Ein krebskranker Wissenschaftler sieht im Gelée royal einer Alien-Königin seine letzte Hoffnung.
Handlung
Dr. Stanislaw Mayakovsky leidet an Krebs und behandelt sich mit Gelée royal, welches von Alien-Königinnen produziert wird. Als Nebenwirkung wird er von Visionen seiner Vergangenheit geplagt. Die Ressource ist knapp und teuer, sodass er nur einen Ausweg sieht. Mit seiner Partnerin Julie Lish bricht er zum kargen Planeten A6 454 auf. Dort soll sein Androide LX 1, der die Gestalt eines Xenomorphen hat, ins Nest einer Königin eindringen und die begehrte Substanz ernten.
Doch der Androide ist nicht ganz ungefährlich und dezimiert die Crew der Dolomit bei einer Vorführung. Dennoch gestattet es Captain Hoban, dass Dr. Mayakovsky mit seiner Mission fortfährt. Er, Lish und der humanoide Android Gill starten mit einem Beiboot und befördern LX 1 auf den Alien-Planeten. Dort befinden sich alle Xenomorphe in einem Dämmerzustand. Ein anderes Team von Imkern hat bereits Vorarbeit geleistet und mehrere Kanister mit Gelée royal gefüllt.
LX 1 tötet kurzerhand den Bodentrupp des Raumschiffs Lancet, welches aus unerfindlichen Gründen führerlos im Orbit treibt. Dabei zerstört der Synth auch den Infraschallgenerator, welcher die Xenomorphe schlafengelegt hat. Da noch mehr als genug Zeit ist, gibt Stanislaw seiner Schöpfung den Befehl, sich im Nest der Aliens umzusehen, um diese zu erforschen. Die akzeptieren jedoch nicht den künstlichen Hormoncocktail des falschen Aliens, sodass dieser aus dem Nest fliehen muss.
Der Doktor lässt daraufhin eine synthetische Ameise frei und kurz darauf hat seine Fähre eine Fehlfunktion. Stan, Julie und Gill müssen in eine Rettungskapsel steigen, mit der sie auf dem Planeten stranden.
Rezension von Aliens: Royal Jelly
Das Gelée royal der Alien-Königinnen spielte schon in den letzten zwei Bänden, die in Deutschland beim Hethke-Verlag erschienen sind, eine Rolle. Der erste Band von Feest Comics baut darauf auf, beginnt jedoch einen neuen Handlungsbogen mit neuen Charakteren. Im Zentrum steht der krebskranke Wissenschaftler Dr. Mayakovsky, der die Substanz braucht, um sich am Leben zu halten. Sein Fachgebiet sind Androiden, auch Synths genannt.
Eines seiner Werke ist die synthetische Ameise Ari, welche schon erfolgreich einen Ameisenbau infiltriert hat. Ähnliches plant er nun mit LX 1, den er Marius tauft. Doch Marius ist durchaus gefährlich, wenn er in den Verteidigungsmodus geht. Von daher ist es bereits grob fahrlässig, dass er seine Partnerin Julie, die zwischendurch Julia heißt, mit dem künstlichen Xenomorphen trainieren lässt. Noch unverantwortlicher ist die Präsentation an Bord der Dolomit, wo Marius mehrere Crewmitglieder tötet, bevor es Stanislaw gelingt, den Synth mit einem Safe Word zu stoppen.
Diese Szene hat keinerlei Berechtigung! Der Doktor hätte wissen müssen, in welche Gefahr er die Crew bringt und er hätte LX 1 sofort stoppen müssen. Es ist nicht zu begreifen, dass Captain Hoban ihn einfach weitermachen lässt, statt ihn sofort zu verhaften und der fahrlässigen Tötung anzuklagen. Stattdessen darf der Android auf dem Planeten weiter Menschen ermorden, deren Ernte obendrein gestohlen wird. Derartige Skrupellosigkeit ist man von den Konzernen des Alien-Franchise‘ zwar durchaus gewohnt, doch hier geschieht alles offen vor versammelter Mannschaft.
Warum das Mutterschiff der Konkurrenz als Wrack im Orbit treibt, wird noch nicht enthüllt. Captain Hoban lässt zumindest die Black Box bergen. Warum das Landungsteam der Lancet noch nichts vom Unglück über ihnen bemerkt hat, wirft die nächsten Fragen auf. Die Handlung hat einige Logikfehler, wobei es noch verzeihlich ist, dass Dr. Mayakovsky seinen künstlichen Xenomorphen aus wissenschaftlicher Neugier ins Alien-Nest steuert. Wieso er dem Synth seinen Hund zur Seite gestellt hat, wirft dann wieder die nächste Frage auf. Etwa nur, um ein Anti-Xenomorph-Halsband zu testen? Und wenn es nicht funktionieren würde, wird der Hund halt der Wissenschaft geopfert.
Völlig wirr ist schlussendlich, dass der Doktor plötzlich seine synthetische Ameise freilässt. Hat er ihr etwa befohlen, die Fähre zu sabotieren? Und wenn ja, warum? War es sein Ziel, auf dem lebensfeindlichen Planeten zu stranden? Und warum ist dort bei der Landung ein Atompilz am Horizont zu sehen? All diese Ungereimtheiten und Fahrlässigkeiten erschweren es, mit der Handlung warm zu werden. Es bleibt nur zu hoffen, dass alle aufgeworfenen Fragen in der Fortsetzung beantwortet werden.
Sieht nicht nach Alien-Franchise aus
Grafisch ist der Comic ebenfalls kein Hochgenuss. Der Detailgrad ist insgesamt mangelhaft. Menschliche Gesichter sind noch okay, der Faltenwurf auch so halbwegs. Die Xenomorphe wirken dagegen stark abstrahiert. Sie haben zu viele Exorippen, die Dorsalhörner stehen zu weit auseinander und der Gesamteindruck ist unproportioniert. Die Darstellung der Königin erinnert auch nur grob an die Filmvorlage.
Die Raumschiffe sehen noch weniger nach dem Alien-Franchise aus und wirken auch nicht sonderlich funktional. Vor allem die Dolomit ist mit ihrer hohen, bauchigen Bauweise wenig überzeugend und erinnert an einige der kurioseren Raumschiffe aus Star Wars. Die Innenausstattung erweckt ebenfalls keinen sonderlich funktionalen Eindruck. Entweder ist hier unter hohem Zeitdruck gearbeitet worden oder der Zeichner hatte einfach keine Lust.
Die Farbwahl wirkt unnatürlich und blass, es dominieren Blautöne. Da kommt nicht wirklich Stimmung auf. Zumindest die Covergestaltung von Dorman ist interessant, verspricht aber leider mehr als der Inhalt hält.
Fazit: Wirkungsloses Wundermittel
Die Handlung des ersten Alien-Bands von Feest kann nicht überzeugen und noch weniger fesseln. Der lieblose Zeichenstil tut sein Übriges, dass man mit diesem Comic einfach nicht warm werden will. Wie schon bei den Hethke-Comics entsteht der Eindruck, dass Dark Horse hier lediglich die Alien-Cashcow gemolken hat. Immerhin war der Feest-Verlag so fair, die Namen des Kreativteams zu nennen.
Info
Autor: Jerry Prosser
Zeichner: Kelley Jones
Farben: Les Dorscheid
Verlag: Feest Comics
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Warpskala
Warpskala-
Story2/10
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Zeichenstil3/10
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