Die nächste Realverfilmung einer bekannten Animationsserie wird mit dieser Folge fortgesetzt.
Ein Erfolg geht in die Verlängerung
Es ist einige Zeit vergangen, als Aang (Gordon Cormier), Sokka (Ian Ousley) und Katara (Kiawentiio) wieder auf Suki (Maria Zhang) treffen und ihr helfen, eine Gruppe von Flüchtlingen vor Feuerbändigersoldaten in Sicherheit zu bringen. Der Avatar fasst dabei den Entschluss, seinen gefangen genommen Freund Bumi (Utkarsh Ambudkar) zu befreien, damit dieser ihm das Erdbändigen beibringt. Doch dieser lehnt das ab und meint, dass nur jemand mit einem neutralen Chi Aang das Erdbändigen beibringen kann.
Zurück bei den Flüchtlingen macht sich die Gruppe auf den Weg nach Bar Sing Se. Wobei unterdessen der Feuerlord (Daniel Dae Kim) einen Vorschlag von Azula (Elizabeth Yu) akzeptiert, sie jedoch auf eine andere Mission ansetzt. Sie soll ihren Bruder zurückholen, von dem sie eigentlich meinte, er sei tot. Doch er (Dallas Liu) ist wirklich am Leben, hadert allerdings enorm mit seinem Dasein als Flüchtling und der Tatsache, dass sein Onkel Iroh (Paul Sun-Hyung Lee) uneigennützig handelt und anderen hilft.
Für Netflix war die erste Season ihrer Avatar – The Last Airbender-Realverfilmung ein voller Erfolg. Sie war sogar so erfolgreich, dass die Serie nicht für eine zweite, sondern auch gleich für eine dritte Staffel verlängert wurde. Womit im Prinzip klar war, dass sie inhaltlich den gesamten Storyarc der Avatar – Der Herr der Elemente-Zeichentrickserie, die ja die Vorlage bildete, adaptieren würde.
Nur wenige Veränderungen
In Sachen Cast gab es keine großen Veränderungen zu verkünden. Ken Leung war nicht mehr an Bord, da sein Charakter Admiral Zhao am Ende der ersten Season starb. Dafür wurden Elizabeth Yu als Prinzessin Azula, Momona Tamada als Ty Lee und Thalia Tran als Mai von den wiederkehrenden Darsteller zum Teil des Maincasts befördert. Auch für Toph, eine wichtige Figur für die zweite Season, wurde eine Schauspielerin gefunden. Sie sollte von Miyako dargestellt werden.
Hinter der Kamera gab es nur eine nennenswerte Änderung zu vermelden. Albert Kim trat von seinem Posten als Showrunner zurück, sollte der Reihe jedoch weiterhin als Executive Producer beistehen. Seine Nachfolge sollten die Co-Executive Producer Christine Boylan und der Executive Producer Jabbar Raisani antreten.
Der Auftakt zur zweiten Season sollte die Folge An einem sicheren Ort bilden. Und man stolpert direkt zu Beginn über die Tatsache, dass der Darsteller von Aang, Gordon Cormier, im Vergleich zur ersten Staffel deutlich älter geworden ist. Zum Glück wird dies in der Folge nicht unter den Teppich gekehrt, sondern auch angesprochen. In einem humorigen Moment muss sich Aang Rücken an Rücken zu Suki stellen, damit man feststellen kann, dass er gleich groß ist wie sie. Die Zeit ist also ebenfalls in der Realverfilmung vergangen.
Wie der Junge groß geworden ist
Es ist ein kleiner, aber feiner Augenblick. Einer, der zeigt, dass den Produzenten klar ist, dass sie dies ansprechen müssen. Zum Glück für sie war Aang der Einzige, bei dem man schon vom Äußeren her merkte, dass einige Zeit zwischen der ersten und der aktuellen Season vergangen ist. Der Rest des Casts war im Vergleich deutlich älter, so das dies nicht ins Gewicht fiel.
Die Episode an sich ist gut. Solange sie sich darauf fokussiert, wirklich eine Geschichte stringent zu erzählen, kann sie sogar gefallen. Es gibt hier viele exzellente Momente, die einen gut unterhalten dürften.
Dazu gehört auch, wie Aang und seine Freunde die Gruppe von Flüchtlingen durch den See leiten, in dem der Avatar und Katara das Wasser zur Seite bändigen. Nur um dann kurz darauf von einer Seeschlange angegriffen zu werden, die die beiden zusammen allerdings besiegen können. Wobei sie sie dabei verletzen, weshalb der Avatar die Wasserbändigerin bittet, das Tier zu heilen.
Wenn man nur als Frustableiter dient
Doch im Vergleich sind die Plots um Azula und Zuko besser. Bei Azula wird umso mehr gezeigt, wie sehr sie das Ohr ihres Vaters hat. Wenn man sieht, wie er ihren Plan einfach so akzeptiert, dann ist deutlich zu erkennen, wie sie vor Stolz beinahe platzt.
Und doch zeigt sich dann auch etwas anderes: Nämlich, dass ihr Vater der Feuerlord andere Pläne hat. Und sie für ihn nur eine weitere Spielfigur für sein Endziel ist. So betraut er einen anderen Kommandanten damit, ihren Plan umzusetzen. Nur um sie dann damit zu betrauen, ihren Bruder, der ja doch noch am Leben ist, zurückzubringen.
Das führt dann zu einem exzellenten Augenblick, wo sie ihren Frust an ihren „Freundinnen“ auslässt, in dem sie Ty Lee und Mai gegeneinander bis zum Tod kämpfen lässt. Nur um im letzten Moment dazwischenzugehen. Sie genießt sichtlich diese Macht über Leben und Tod, egal, ob dies jetzt für die Beteiligten gut war oder nicht. Daran kann man gut erkennen, was für eine bösartige Persönlichkeit sie ist.
Eine Handlung als Fremdkörper
Doch auch die Flucht von Zuko und Iroh wird berücksichtigt. Wo man gut erkennen kann, dass der junge Prinz damit zu knabbern hat. Derweil sein Onkel es locker hinnimmt und sogar anderen hilft. Sehr zum Ärger seines Neffen. Der dann am Ende wieder aufbricht, um den Avatar zu fangen.
Es ist ein intensiver Plot, den die Darsteller auch gut rüberbringen. Vor allem Zukost Unzufriedenheit mit allem wird gut rüber gebracht. Weshalb man seinen Entschluss, den Avatar wieder zu jagen und zu fangen, ebenfalls gut nachvollziehen kann.
Was allerdings diese Folge davon abhält, wirklich komplett zu gefallen, ist die Tatsache, dass die Serie zum einen eine Passage einbaut, in der man sieht, wie Aang versucht Bumi zu befreien. Doch gefühlt existiert diese nur, damit der Freund dem Luftbändiger sagen kann, was für eine Art von Erdbändiger er braucht, um das Erdbändigen zu lernen. Dementsprechend wirkt diese Handlung wie ein Fremdkörper.
Vorausdeutungen Galor
Auch die deutlichen Vorausdeutungen gehen einem auf die Nerven. Sei es, dass Aang wiederholt betont, dass er nicht den Avatarstatus nutzen möchte, ehe er alle Elemente beherrscht. Oder dass die Flüchtlinge beim Lagerfeuer sitzen und dem Luftbändiger Sozins Komet und dessen Bedeutung gezeigt wird. Das fühlt sich forciert an.
Und dann sind da noch die Stellen, wo die Dialoge nicht natürlich wirken. Etwa, wenn Aang beim Heilen der Seeschlange mit Katara auf ein Mal darüber reden möchte, dass sie ihn einst aus dem Eisberg befreit hat. Das Gespräch wirkt unter diesen Umständen einfach fehl am Platze.
Es ist ein guter Auftakt, aber kein überragender. Da ist noch Luft nach oben.
Info
Drehbuch: Christine Boylan
Showrunner: Christine Boylan, Jabbar Raisani
Regie: Jabbar Raisani
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