Das LAPD setzt seit neustem Replikanten zur Replikantenjagd ein.
Handlung
Zehn Jahre sind vergangen und Aahna Ashina hilft immer noch Replikanten bei der Flucht aus Los Angeles. Die werden neuerdings von einem neuen Replikanten-Modell namens Luv gejagt. Hergestellt hat es Niander Wallace, der die Reste des Tyrell-Konzerns aufgekauft hat. Seine neuen Replikanten sind auf bedingungslosen Gehorsam programmiert, was sie von den verbotenen Modellen der alten Nexus-Reihe unterscheidet. Doch sie sind auch empathielos und daher noch tödlichere Blade Runner.
Luv soll jedoch nicht nur Replikanten in den „Ruhestand“ schicken, sondern zudem die Forschungsergebnisse von Alexander Selwyn sicherstellen. Sie sucht mit diesem Ziel Ms. Penelope alias Hythe in dessen altem Anwesen auf, wird jedoch von ihr überwältigt. Kurz darauf wird auf Hythe ein Anschlag verübt, den Ashina vereiteln kann. Während des Treffens in einem Restaurant übergibt Hythe der ehemaligen Blade Runner eine Datendisc.
In der Zwischenzeit sucht Luv Cleo Selwyn auf, welche aus unerfindlichen Gründen in ihre einstige Heimat zurückgekehrt ist. Ashina, die Cleo einst versteckte, hat Isobel Selwyns Tochter in einem Penthouse untergebracht, aus dem Ash sie nun erneut retten muss. Zum Schein übergibt sie Luv eine Datendisc, auf der sich die Arbeiten von Selwyn befinden sollen. Während die Replikantin die Disc überprüft, fliehen die beiden aus der Stadt. Wallace hat jedoch noch ein Ass im Ärmel.
Rezension von Blade Runner 2039 – Luv
Die Zeit ist nicht spurlos an den Protagonisten der Comicreihe vorübergegangen. Ashina und Freysa haben jeweils ein Auge eingebüßt, weshalb sie sich von der flüchtigen Replikantin Lexi mit Ersatzaugen bezahlen lassen. Ashs einstige Vorgesetzte Wojciech befindet sich derweil im Ruhestand. Also nicht die Art von „Ruhestand“, welchen sie früher Replikanten zuteil hat werden lassen. Sie wohnt nunmehr in einem Altenheim und kann nicht wirklich helfen.
Cleo ist unterdessen erwachsen geworden und zurück auf der Erde. Es wird leider nicht ganz klar, warum sie ihre Deckung aufgibt. Obwohl sie unter falschem Namen reist, kann Luv sie mit Leichtigkeit aufspüren, weshalb sie erneut mit Ash aus L.A. fliehen muss. Luv und Niander Wallace sind zwei neue Charaktere, die den Bogen zum Kinofilm Blade Runner 2049 (2017) spannen und darin weit größere Rollen einnehmen als Freysa oder Sapper, welche in diesem Comic ebenfalls nur kleine Nebenrollen haben. Wallace verfügt bereits über die Reste des Tyrell-Konzerns und produziert neue Replikanten, welche die alten Modelle seines Vorgängers jagen. Darüber hinaus ist er an den Arbeiten von Alexander Selwyn interessiert und scheut kein Verbrechen, um an selbige heranzukommen.
Luv erweist sich einerseits als skrupellose Gehilfin, muss sich allerdings zurückhalten, da ihre Stelle bei der Polizei nur auf Probe ist. Das L.A.P.D. ist alles andere als überzeugt von ihr und stellt sie für banale Aufgaben ab. Doch in erster Linie folgt sie den Befehlen ihres Schöpfers. Der ist von ihrem Versagen enttäuscht und schickt ein weiteres Modell ins Rennen.
Nicht gut getroffen
Der Zeichenstil bleibt auch im neuen Zyklus durchwachsen. Die Charaktere sind teils recht gut umgesetzt, zuweilen hätten einige aber mehr Profil vertragen können. Luv sieht überhaupt nicht nach der Filmrolle von Sylvia Hoeks aus. Deren Gesicht ist viel weicher und im Comic sieht sie locker doppelt so alt aus wie die Schauspielerin. Sapper schaut ebenfalls nicht gerade nach Dave Bautista aus – nicht einmal wie eine zehn Jahre jüngere Version. Cleo büßt zum Ende erneut ihre Haare ein, wie zuletzt auf Arcadia im zweiten Band Blade Runner 2019 – Off-World. Mit den Haaren verschwindet auch die Weiblichkeit, was am rauen Stil liegt.
Im Hintergrund sind immer wieder Linien sehr zittrig ausgeführt, was vor allem bei sich wiederholenden Details negativ auffällt, die nicht einheitlich sind. Es gibt aber durchaus ein paar hübsche Szenenbilder, welche die Cyberpunk-Atmosphäre gut einfangen. Beziehungsweise könnten die Bilder die Atmosphäre gut rüberbringen, wenn die Farben nicht so entsättigt wären. Der Mangel an Neonfarben ist beklagenswert und die Farbverläufe sind oft sehr geradlinig, sofern vorhanden. Glanzeffekte gibt es nicht wirklich, dafür aber jede Menge Leuchteffekte.
Das Cover von Kendrick Lim hat eindeutig mehr zu bieten als der Inhalt und das Cover von Alan Quah, was für die Rückseite gewählt wurde, kann ebenso überzeugen. Weitere Covervarianten gibt es in der Galerie, zusammen mit einigen Entstehungsprozessen vom Skript zur fertigen Seite.
Fazit: Der Bogen zum zweiten Kinofilm wird gespannt
Zehn Jahre sind es nur noch bis zum Zeitfenster des zweiten Kinofilms. Entsprechend werden Charaktere aus selbigem eingeführt. Die Handlung braucht noch etwas, um wieder in die Gänge zu kommen, doch dieser Band ist ja nur der Auftakt des 2039er-Zyklus. Kritikwürdig bleiben der unfertig wirkende Zeichenstil und die matte Farbgebung.
Info
Autoren: Mike Johnson & Mellow Brown
Zeichner: Andrés Guinaldo
Farben: Marco Lesko
Verlag: Panini
Sonstige Informationen: Produktseite
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Warpskala
Warpskala-
Story8/10
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Zeichenstil6/10
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Kolorierung5/10
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