Dieser Film hat großartige Bilder, doch die Story kann nicht überzeugen.
Inhalt
Die Erde wird von einer unheimlichen Macht aus dem All bedroht: Das absolut Böse nähert sich in Gestalt einer riesigen schwarzen Kugel unserem Heimatplaneten und droht sämtliches Leben auszulöschen. Alle Versuche sie mit konventionellen Mitteln aufzuhalten schlagen fehl. Doch glücklicherweise naht Hilfe von den außerirdischen Mondoshawan bringen eine geheime Waffe, das mythische fünfte Element, welche das Böse besiegen soll. Dieses entpuppt sich als eine junge Frau namens Leeloo (Milla Jovovich). Doch bevor sie ihre Mission aufnehmen kann flüchtet sie vor den Menschen und landet bei dem Taxifahrer Korben Dallas (Bruce Willis). Zusammen werden sie von dem mit dem Bösen im Bunde stehenden Waffenhändler Zorg gejagt. Das ungleiche Duo muss zusammenarbeiten um die Welt vor der endgültigen Vernichtung zu retten…
Rezension
Was für ein grausam schlechter Film!
Nachdem ich so viel gutes darüber gehört habe, habe ich mich wirklich darauf gefreut. Ich erwartete ein originelles Spaceabenteuer, das mit meinen Sehgewohnheiten bewusst bricht und deshalb eine willkommene Abwechslung vom Genre Einheitsbrei bietet. Und zumindest visuell hat der Film dieses Versprechen ja schließlich auch tatsächlich gehalten. Die Bilder, welche der französische Starregisseur Luc Besson hier zusammen mit den erfahrenen Trickspezialisten von ILM auf die Leinwand gezaubert hat heben sich wirklich von allen bisher dagewesenen ab. Vor allem wenn man die Entstehungszeit des Streifens bedenkt, wirken die gezeigten Stadtlandschaften, Raumschiffe und Kreaturen nur umso erstaunlicher. Umso größer war dann meine Enttäuschung hinsichtlich der Story. Ich hatte beim Betrachten die ganze Zeit das Gefühl, dass Luc Besson sich nicht wirklich zu entscheiden vermochte was für eine Art Film er hier eigentlich machen wollte: Einen ernsthaften Science-Fiction Film oder vielleicht doch eher eine Komödie. Für einen ernsthaften Film ist „Das fünfte Element“ zu schräg, für eine Komödie ist er jedoch nicht schräg genug.
Die Leistungen der Schauspieler sind unterdurchschnittlich. Bruce Willis nudelt hier nur seine Standard Weltenretter Vorstellung ab, Milla Jovovichs Figur ist nicht mehr als eine seelenlose Schaufensterpuppe mit einer lächerlichen Mimik. Aber vor allem Gary Oldman und Chris Tucker nerven, indem sie es mit dem Overacting massiv übertreiben. Oldmans Charakter wirkt wie eine Figur aus einem Kinderfilm und erscheint nie so bedrohlich wie es sich für einen Bösewicht in einem Film dieses Kalibers gehört. Dabei ist doch bekannt, dass er es besser kann – man denke nur an seine unvergessliche Darbietung in Bessons Leon – Der Profi. Fairerweise muss man aber hierzu anmerken, dass der Darsteller nicht ganz freiwillig mitgespielt hat. Er hat die Rolle nur angenommen, weil er Besson einen Gefallen schuldete und hasst den Film bis heute – was ich ihm absolut nicht verübeln kann.
Chris Tuckers überdrehte Figur wirkte so deplatziert wie Jar Jar Binks in Die dunkle Bedrohung und war mindestens genauso nervig. In unserer heutigen Zeit wäre eine solch klischeehafte Darstellung eines Transvestiten wohl auch kaum noch vorstellbar.
Alptraumhaft ist der Soundtrack, der komplett aus seelenloser elektronischer Musik besteht, welche die sterile Atmosphäre des Films nur noch verstärkt.
Und obwohl die Bilder, wie bereits erwähnt wirklich klasse gemacht sind, muss man trotzdem kritisieren, dass man es mit der quietschbunten Farbgebung massiv übertriebt. Der comichafte Look der Requisiten und der von Modezar Jean Paul Gaulitier entworfenen Kostüme mögen vielen gerade wegen ihrer offensichtlichen Andersartigkeit gefallen, mir war das alles aber eindeutig zu viel des guten. Man merkt dem Film hier einfach zu deutlich an, dass Besson sich den Stoff ausgedacht hat als er erst 16 Jahre alt war, einer Zeit als man als Junge Comics aller Art verschlang und mit Actionfiguren spielte.
Es ist eine Schande, dass es Besson nicht gelungen ist das dramatische Potential des Plots voll auszureizen. Es hätte ein unvergesslicher SF-Kracher mit einer Prise Philosophie und einer humanistischen Botschaft werden können. Wäre er auch etwas ernsthafter, düsterer und vielleicht auch brutaler gewesen, hätte ihm das ebenfalls gutgetan. Doch die inhaltliche Unentschlossenheit, die Dialoge, die genauso gut aus einem X-beliebigen Schundfilm der siebziger Jahre stammen könnten und das übertriebene Spiel sämtlicher Darsteller tun fast schon körperlich weh. So ist Das fünfte Element einfach nur ein fürchterlich alberner, spannungsloser und schlicht und ergreifend blöder Film ohne Sinn und Verstand.
Info
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson & Robert Mark Kamen
Story: Luc Besson
Produktion: Patrice Ladoux
Musik: Eric Serra
Kamera: Thierry Arbogast
Schnitt: Sylvie Landra
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