[Babylon 5 021] Die Heilerin

Lesezeit circa: 4 Minuten

Ein verurteilter Mörder, eine Ärztin ohne Lizenz, ein außerirdisches Gerät: Eine gefährliche Kombination.

Staffel 1, Folge 21 – September 2258
„Die Heilerin“ – „The Quality of Mercy”

Die HeilerinDie Handlung

Doktor Franklin betreibt heimlich eine kostenlose Klinik auf der untersten Ebene. Als nach und nach die Patienten ausbleiben, findet er heraus, dass Doktor Laura Rosen Behandlungen mit unglaublichen Erfolgen anbietet. Sie hat dort ein Gerät unbekannten Ursprungs, mit dem sie ihre Lebensenergie auf eine andere Person übertragen kann.

Im selben Zeitraum soll der als Mörder verurteilte Karl Mueller seiner Strafe, dem Tod der Persönlichkeit, zugeführt werden. Es gelingt ihm zu entkommen und er wird auf der Flucht verwundet.

Londo hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lennier mit der Station vertraut zu machen und führt ihn in einen Nachtclub. Als er herausfindet, dass Lennier ein Experte in Wahrscheinlichkeitsrechnung ist, beschließt er, ihn ebenfalls mit Poker vertraut zu machen. Dort wird Londo beim Betrügen erwischt und die beiden können gerade noch entkommen.

Gleichzeitig hat Karl Mueller die Tochter von Dr. Rosen in seine Gewalt gebracht und zwingt sie, ihn zu heilen. Dr. Rosen kehrt die Wirkung ihrer Maschine um und entzieht ihm die Lebensenergie. Ihr Handeln wird als Notwehr gewertet und sie muss die Maschine an Dr. Franklin aushändigen.

Die HeilerinRezension von „Die Heilerin“

Mein Umzug ist überstanden, ich habe alle meine Filme und Serien wieder sortiert und es geht endlich weiter mit Babylon 5.

Hier auch gleich mit der Folge „Die Heilerin“, die mich etwas zwiegespalten lässt. Die Grundidee der Handlung ist sehr gut, es gibt jedoch einige Elemente, die mich auch stören. Dies betrifft vor allem die Nebenhandlung um Londo und Lennier. Für diese hätte ich mir nämlich tatsächlich gern eine eigene Episode gewünscht. Damit hätte man dieser für Lennier absolut neuen Erfahrung wesentlich mehr Raum geben können. Auch so allerdings erfährt man hier einiges über Minbari und Centauri, das schon interessant ist. Bei den Minbari ist dies eher auf einer kulturellen Ebene. Bei den Centauri dann eher das Physiologische.

In der Haupthandlung rund um Dr. Rosen gibt es hingegen meiner Meinung nach einige Stellen, die man durchaus hätte kürzen können. Dies betrifft insbesondere den ganzen Prozess um Karl Mueller und den telepathischen Scan. Ich weiß natürlich, dass dies für den weiteren Weltenbau in die Serie kam. Damit sollen hier auch Grenzen für die Telepathen und ihren Einsatz aufgezeigt werden.

Der gesamte Flirt zwischen Dr. Franklin und Janice Rosen hingegen ist überflüssig. Das wäre anders, wenn wir in Zukunft wieder von diesem Charakter zumindest hören würden. Vor allem da ihre Mutter Dr. Franklin bittet, sich um sie zu kümmern. Und die in einer Weise eine Beziehung zwischen den beiden impliziert.

Interessant sind insgesamt auch die Einblicke in das Rechtssystem der Erde in der Zukunft. Die Todesstrafe in der heutigen Form gibt es nur noch in besonderen Ausnahmefällen. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage, wie der dort verhängte Tod der Persönlichkeit zu bewerten ist. Würden wir dies auch anwenden, wenn wir die Mittel dazu hätten? Oder würden wir anders über die Todesstrafe denken, wenn wir eine Maschine wie dort gezeigt hätten?

Fazit: Eine solide Episode, die Raum lässt, um über vieles nachzudenken. Zumindest, wenn man sich darauf einlassen möchte. Kein Höhepunkt, aber dieser erwartet uns dann in der nächsten Woche.

Fun Facts

  • June Lockhart (Dr. Rosen) und Bill Mumy (Lennier) spielten 1965-1968 in der Serie „Verschollen zwischen fremden Welten“ gemeinsam Mutter und Sohn.
  • Bill wollte gerne in einer Szene zusammen mit June zu sehen sein, aber J. Michael Straczynski dachte, dies würde am Ende nur stören.

Der deutsche Titel

„Die Heilerin“ ist einmal wieder gelungen. Auch wenn der Originaltitel hier mehr Anspielungen auf die möglichen philosophischen Aspekte der Handlung bietet, ist derartiges nicht immer notwendig.

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Sascha Leopold
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Sascha Leopold

Sascha ist Jahrgang 75 und Nerd aus Leidenschaft. Science-Fiction, Fantasy, Rollenspiele und PC Games nehmen alle Zeit in Anspruch die Freundin und Katzen ihm noch lassen.

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