[PCD 009] Et in Arcadia Ego Teil 1

Lesezeit circa: 8 Minuten

Die Crew der La Sirena erreicht den Heimatplaneten von Soji.

Staffel 1- Folge 9
„Et in Arcadia Ego Teil 1“ – „Et in Arcadia Ego Part 1“

Keine Zeit für Rückblenden, wir springen direkt aus dem Transwarptunnel. Narek (Harry Treadaway) leider auch und der fängt sofort mit dem Beschuss an. Und auch der Kubus mit Seven (Jeri Ryan) und Elnor an Bord kommt aus dem Transwarp. Doch gigantische Orchideen setzen die Schiffe außer Gefecht und zwingen sie zur Landung auf Coppelius – so wird der Planet von den Bewohnern genannt.

Die romulanische Flotte mit 218 Warbirds ist zwei Tage entfernt, nicht besonders viel Zeit, die drohende Invasion aufzuhalten.

Et in Arcadia Ego Teil 1

Rezension

Während die Raumschlacht ein optischer Leckerbissen ist, hinterlässt sie doch ein paar Fragen. Warum genau entscheidet der Computer der La Sirena, dass das Schiff von Narek eine Gefahr ist, bevor er aus dem Transwarp kommt und feuert, beim Borg-Kubus aber nicht? Und wenn das nur ein Annäherungsalarm ist, sollte der Kubus das nicht auch triggern? Und wirklich, Orchideen? Optisch wirklich beeindruckend und vor allem mal was Neues, aber dann doch wieder irgendwie too much. Und wie genau kann man eine Tarnvorrichtung als Holo-Projektor benutzen?

Elnor (Evan Evagora) und Seven finden bis auf ein paar Dialogzeilen nicht statt, nach der Bruchlandung auf dem Planeten besucht die Crew der La Sirena den Kubus kurz, Picard wechselt zwei Zeilen mit Seven und Elnor und dann geht es schon weiter zur Synth-Siedlung – oder Synthville, wie Raffi Musiker (Michelle Hurd) es nennt.

Et in Arcadia Ego Teil 1

Coppelius Station

Haben wir es hier mit einer selbst-erfüllenden-Prophezeiung zu tun? Wie erwartet ist der Planet, bzw. eine kleine Siedlung auf ihm von Androiden bewohnt. Und einem Menschen, Altan Inigo Soong (Brent Spiner), dem menschlichen Sohn von Noonian Soong. Dieser hat hier offenbar mit Bruce Maddox zusammen neue Androiden nach dem Verbot geschaffen. Die meisten davon sind optisch vom Typ Data – also goldene Haut und gelbe Augen. Auch Sutra, die Schwester von Jana. Sie sieht aus wie Soji (Isa Briones), hat aber eben auch die typischen Data-Merkmale.

Sutra ist ein Fan der vulkanischen Kultur und beherrscht die Gedankenverschmelzung. Waren Vulkanier nicht immer Kontakt-Telepathen? Und wie kann eine Maschine telepathisch Kontakt herstellen? Okay, Spock hat seinen Geist mit V’Ger verschmolzen. Lassen wir das mal durchgehen, obwohl es schon damals ein Plothole war. Sutra erfährt durch die Verschmelzung mit Agnes Jurati (Alison Pill) von der Mahnung und wir sehen sie zum ersten Mal „korrekt“. Es richtet sich wirklich an synthetisches Leben und kommt von einer höheren Art als die Synth oder die Bewohner des Planeten. Sutra will die „Super-Synth“ rufen, damit sie alles organische Leben in der Galaxie auslöschen. Flucht ist keine Option für sie, da sie befürchtet, dann immer auf der Flucht zu sein.

Dabei gibt es einige Möglichkeiten zur Flucht. Wir haben die La Sirena und die Langstreckentransporter des Borg Kubus. Soji will sich nicht damit abfinden, wird dann aber durch den gerade gefangen genommenen Narek (Harry Treadaway) daran erinnert, dass die Organischen sehr grausam sein können. Saga (Nikita Ramsey) überreicht Raffi ein Gerät, mit dem sie die La Sirena wieder startklar kriegen können. Leider vergisst sie dabei komplett eine Anleitung mitzuliefern. Ein merkwürdiges Vorgehen. Dafür ist die Szene mit Picard (Patrick Stewart) und Raffi herzerwärmend. Sie passt zwar nicht zum Bild, welches man bisher von Picard hatte, aber das ist okay. Auch alte Menschen können sich noch ändern und die Verabschiedung auf Nepenthe war schon sehr herzlich.

Et in Arcadia Ego Teil 1

Narek flieht zum Kubus

Der Romulaner ist kurz in Gefangenschaft der Synth, bevor er fliehen kann. Er tötet Saga mit ihrer eigenen Brosche, die er ihr ins Auge sticht. Kurz zuvor hat er noch Besuch von Sutra, die meint, dass sie ihn gerne töten würde, aber ihn noch braucht. Kurz darauf ist Saga tot und Narek auf der Flucht. Wie bitte kann ein Piekser ins Auge einen Androiden töten?

Ich gehe jetzt hier an dieser Stelle in die Hypthese: Sutra hat Saga getötet und Narek fliehen lassen. Man sieht es nur kaum, aber neben Soong (wie kam der überhaupt dahin?) war noch eine Person. Diese ist sicherlich Sutra, die damit Angst unter den Synth auf die Organischen schüren kann. Nach ihrer Ansprache sind die Synth, inklusive Soji und sogar Dr. Jurati auf ihrer Seite. Der Golem ist wahrscheinlich für Soong gedacht, der damit zum Synth wird und die Apokalypse überleben wird.

Sowohl Soji als auch Agnes sind allerdings Wildcards – beide können ein doppeltes Spiel spielen, wobei Soji am ehesten mit einer Lüge durchkommen würde.

Aber was will Narek beim Kubus? Ist das ein Auftrag von Sutra? Ihm müsste doch klar sein, dass er dort nicht sonderlich willkommen sein wird.

Alternativ: Dr. Soong könnte es auch sein, der Saga getötet hat. Er ist auch sehr besessen davon, seine „Kinder“ zu retten und ein wiederkehrendes Thema dieser Episode, ja sogar der gesamten Staffel war es, „zu töten um andere zu retten“.

Et in Arcadia Ego Teil 1

Picard und sein Zustand

Irgendwie bezeichnend, dass wir an die Krankheit des Ex-Admirals erinnert werden und in derselben Folge eine mögliche Lösung offenbart bekommen. Dr. Soong arbeitet an einem Golem, einem synthetischen Körper, in den ein Geist transferiert wird. Und er braucht Hilfe, da dies das Gebiet von Maddox war. Und da Agnes wegen ihrer Tat ein schlechtes Gewissen hat und sicherlich ein wenig von seiner Arbeit mitbekommen hat, ist sie natürlich die ideale Assistentin.

Schade, dass es nicht mehr gab als eine klitzekleine Standpauke. Dr. Jurati wird verdammt leicht verziehen, dass sie Bruce Maddox getötet hat.

Anyone who treats me like a dying man runs the risk of pissing me off. Is that clear?
-Picard

Fun Facts

  • Der Name des Planeten Coppelius stammt aus dem Werk „Der Sandmann“ von E.T.A. Hofmann. Hier geht es um einen Mann mit gelber Haut und grünen Augen, der heimliche Experimente durchführt. Der Name bedeutet so viel wie Schmelztiegel oder Augenhöhle.
  • Brent Spiner ist der erste Darsteller, der drei „Quasi-Verwandte“ seiner eigentlichen Rolle gespielt hat. Zusätzlich zu Lore und B-4, die man als echte Verwandte ansehen kann.

Der Titel

Star Trek hat es wirklich mit lateinischen Titeln. Dieser hier bedeutet „Auch ich bin in Arkadien“ oder „Auch ich war in Arkadien“. (Siehe: Wikipedia) – ein Hinweis darauf, dass der Tod überall lauert, auch in einer Idylle. Der Titel kann gleich auf mehrere Aspekte der Handlung ausgelegt werden. Genauer schauen wir drauf, wenn das Staffelfinale gelaufen ist.

Fazit zu „Et in Arcadia Ego Teil 1“

Eines vorweg: Ich habe mich gefreut, Brent Spiner wiederzusehen und dies kam auch wirklich überraschend. Der Moment hat mich bewegt, auch wenn wir nie vorher von einem menschlichen Sohn gehört haben. Das Intro hat mich auch sehr überzeugt und verheißt Gutes, wenn es denn im zweiten Teil eine Raumschlacht geben sollte.  Mich erinnert das Ganze immer noch an Mass Effect, wobei Battlestar Galactica (der Reboot) auch Pate gestanden haben könnte.

Die Szenen auf dem Planeten sind allerdings super langatmig und wirken nicht wie der erste Teil eines Zweiteilers – der bei dieser Erzählweise sowieso keinen Sinn macht. Warum ist der Kubus schon ins Spiel gebracht worden, wenn er nicht wirklich benutzt wird? Ist es am Ende echt nur ein McGuffin oder wird er doch noch zur Deus ex Machina? Beides waren Befürchtungen meinerseits zu Beginn der Serie.

Abgeholt hat mich die Folge nur mit Spiner und dem Teaser. Der Rest hatte zwar tolle Momente, blieb aber hinter seinen Möglichkeiten weit zurück.

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Marco Golüke
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Marco Golüke

Marco ist Jahrgang 78 und mit He-Man, Star Trek, Star Wars, Galaxy Rangers, Babylon 5 und was es nicht noch alles gibt groß geworden. Er ist der Chefredakteur und Herausgeber dieses Magazins und kümmert sich somit auch um alles Organisatorische.

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