[Prometheus Band 3] Exogenesis

Lesezeit circa: 6 Minuten

Nach Band 1 und Band 2 von Christophe Becs Prometheus-Reihe geht es heute mit Band 3 weiter, der den Titel Exogenesis trägt.

Exogenesis
© Splitter Verlag

Historische Rückblicke

Der Ausbruch des Toba und der genetische Flaschenhals

Abweichend von den ersten beiden Bänden beginnt Bd. 3 mit gleich drei historischen Rückblicken. Der Erste führt uns in eine weit entfernte Vergangenheit zu einem Stamm von Steinzeitmenschen, der um 73.000 v. Chr. in der Nähe des Vulkans Toba im heutigen Sumatra lebt. Die Menschen hausen in einer Höhle, in der sie sich unbekleidet aufhalten, während sie draußen Felle und Lederkleidung tragen. Das kulturelle Niveau ist also noch ziemlich gering, doch beherrschen die Menschen zumindest schon die elementare Kunst des Feuermachens. Doch eines Tages bricht der Toba aus.

Hier endet der Rückblick, doch ist deutlich, worauf Bec hinauswill. Denn es gibt die sogenannte Toba-Katastrophentheorie, die davon ausgeht, dass um etwa 75.000 v. Chr. ein gewaltiger Ausbruch des Toba erfolgte, der gravierende Auswirkungen auf die Ausbreitung der jungen Menschheit gehabt haben soll. Wenn dem Ausbruch des Toba weltweit zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen wären, würde das erklären, weshalb die heutige Menschheit genetisch so eng miteinander verwandt ist. Die Theorie geht also davon aus, dass wir alle von relativ wenigen Menschen abstammen, die die damalige Super-Katastrophe überlebt haben, was man als einen “genetischen Flaschenhals” bezeichnet. Es erübrigt sich zu sagen, dass die Theorie keineswegs unumstritten ist. Es wird sich wohl noch zeigen, wie Bec diese Idee in seine Geschichte einbaut.

Mit den Konquistadoren in Panama

Der zweite Rückblick führt uns wieder nach Panama zu den Konquistadoren des 16. Jh., die wir bereits zu Beginn von Bd. 1 kennengelernt haben. Einer der Soldaten berichtet, dass er in einer Stadt der indigenen Bevölkerung gesehen hat, wie sich ein teuflisches Wesen in der Rüstung eines seiner Kameraden spiegelte. Seitdem sieht dieser Soldat alles spiegelverkehrt, was uns an den Astronauten aus dem Space Shuttle erinnert, dem dasselbe widerfahren ist, als er beim Rasieren ein sonderbares Wesen im Spiegel sah.

Mit Apollo 20 auf der dunklen Seite des Mondes

Außerdem reisen wir mit Apollo 20 im August 1976 auf die Rückseite des Mondes, wo die Besatzung das Wrack eines außerirdischen Schiffes untersuchen soll, das hier bereits seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden zu liegen scheint. Als sich ein außerirdisches Wesen zeigt, explodieren die Körper derjenigen, die ihm zu nahekommen, förmlich, sodass nur ein Überlebender die Erde erreicht.

Ein außerirdisches Wrack in Nordsibirien

1973 wird in Nordsibirien ein außerirdisches Wrack gefunden, wie wir an späterer Stelle im Band erfahren. Als russische Soldaten im Wrack auf den Körper eines Außerirdischen stoßen, explodiert der Körper eines Soldaten, der dem Wesen zu nahe kommt.

13:13 Uhr: Die Katastrophen nehmen kein Ende

Nach all den Katastrophen, die die Menschheit in den ersten beiden Bänden der Prometheus-Serie erlitten hat, droht die Welt im Chaos zu versinken. Die Finanzmärkte brechen zusammen und da die satellitengesteuerten Verteidigungssysteme ausgefallen sind, nehmen die Spannungen zwischen den einzelnen Mächten zu. Die Europäer vermuten weiterhin, dass die Amerikaner das Blue Beam Project gestartet haben könnten, um über eine neue Weltreligion eine neue Weltordnung einzuführen.

Damit nicht genug, ereignet sich schon die nächste Katastrophe. Um 13:13 Uhr stürzt die Internationale Raumstation, zu der ein Tag zuvor jeder Kontakt abbrach, auf den Vorplatz von Notre Dame in Paris.

Der Gang durch den Spiegel

Wie wir bereits gesehen haben, sehen Menschen, die Außerirdische im Spiegel gesehen haben, plötzlich alles spiegelverkehrt. Nun geht das Ganze noch einen Schritt weiter, wenn sich herausstellt, dass es flüssige “Spiegel” gibt, die durchschritten werden können, was ja kein seltenes Motiv in der Fantastik ist. Die Spiegel scheinen Reisen durch Raum und Zeit zu ermöglichen. Solche Spiegel finden sich in den sogenannten blauen Löchern im Meer, aber auch in außerirdischen Raumschiffswracks.

Exogenesis und Prä-Astronautik

Eine Geschichtsprofessorin informiert einen führenden Kopf der NASA – und damit natürlich auch die Leserinnen und Leser – über Zeugnisse, die frühe außerirdische Besuche auf der Erde beweisen. Diese beginnen mit steinzeitlichen Wandgemälden und lassen sich laut der Professorin zu allen Zeiten auf sämtlichen Kontinenten vorfinden.

Im Anschluss kommt die Expertin auf die Theorie der Exogenesis zu sprechen, die dem dritten Band der Prometheus-Reihe seinen Namen verliehen hat. Wie der Name schon andeutet, geht es darum, dass die Schöpfung (Genesis) von außen (exo) kam. Konkret soll das Leben über einen Meteoritenstaubregen auf die Erde gekommen sein.

Nun wird auch wieder die bereits oben angesprochene Katastrophe von Toba angesprochen. Tatsächlich beruft sich die Professorin auf die geschilderte Katastrophentheorie und kommt auf Basis all ihrer Überlegungen zu folgenden Schlüssen: Das Leben ist aus dem Weltraum auf die Erde gekommen. Außerirdische beobachten die Menschheit von Anbeginn und haben sie beim Ausbruch des Toba-Vulkans vor der Vernichtung bewahrt, da sie andernfalls ihr kostbares Studienobjekt verloren hätten.

(Die Argumentation und die Schlussfolgerungen sind nicht sonderlich überzeugend, aber da drücken wir mal ein Auge zu.)

Prometheus

Prometheus sehen wir diesmal nur ganz kurz, wie er gefesselt am Kaukasus hängt und der Adler ansetzt, um von seiner Leber zu fressen. Schade!

Mein Eindruck von Prometheus Band 3: Exogenesis

Im Vergleich zu Band 1 fällt wieder der mythologische Anteil sehr gering aus. Dafür stehen nun die Prä-Astronautik und die Theorien der Exogenesis sowie die Toba-Katastrophe im Mittelpunkt. Und endlich treten auch die Außerirdischen auf!

Die Geschichte bleibt weiterhin super spannend. Die Bilder sind großartig und passen hervorragend zur Erzählung. Ich bin weiterhin begeistert.

Die Frage ist nun, weshalb die Außerirdischen die Menschheit vernichten wollen, wenn sie sie doch vor 75.000 Jahren vor der Vernichtung bewahrt hat. Und was befindet sich auf der anderen Seite der flüssigen Spiegel? Mehr werden wir wohl in Band 4 erfahren, der den Titel Prophezeiung trägt.


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Michael Kleu

Michael Kleu

Michael ist Jahrgang 1978 und Althistoriker. Er schreibt einen eigenen Blog über die Antikenrezeption in fantastischen Medien.

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