Es geht doch! Mit der nunmehr sechsten Episode der zweiten Staffel ändert sich endlich ein großer Kritikpunkt.
Es geht doch!
Auf Ignis treibt die Anführerin der Mentaliten einen Keil zwischen Hari Seldon (Jared Harris) und Gaal Dornick (Lou Llobell). Denn in ihren Augen ist Letztere ein Talent, dass ihre Nachfolgerin werden soll, wenn sie stirbt. Er hingegen ist ein Ärgernis, das am besten gemeinsam mit seiner Idee von der zweiten Foundation verschwindet. Und um dies zu erreichen, lässt sie ihn heimlich hinrichten.
Während seines langsamen Dahinscheidens hat der Mathematiker Erinnerungen an seine Vergangenheit. Daran, wie er als Kind das erste Mal seine mathematischen Fähigkeiten einsetzte. Und daran, wie er als Professor das Glück seines Lebens fand. Nur um es dann wegen dem Imperium wieder zu verlieren.
Na bitte, es geht doch! Mit Mondfänger beweist Foundation, dass die Reihe durchaus in der Lage ist, Salvor Hardin richtig einzusetzen. Zum ersten Mal zeigt sie in der aktuellen Season Eigenständigkeit und ist eben nicht nur eine bessere Handlangerin und Stichwortgeberin.
Es wird geredet
Es reicht schon aus, dass sie von sich aus Hari Seldon aufsucht, um mit ihm zu reden. Dass sie sich von ihm im Angeln einweisen lässt. Und das sie versucht, zwischen ihm und ihrer Mutter zu vermitteln. Das alles sind gute Ansätze, um aus ihr wieder eine eigenständige Figur zu machen. Jetzt kann man nur hoffen, dass dies nicht für diese Season zu spät ist.
Wobei die Serie nicht zu lange auf ihr verweilt. Stattdessen fokussiert sie sich überwiegend auf den Konflikt zwischen Hari Seldon, Gaal Dornick und Tellem, der Anführerin der Mentaliten. Vor allem Letztere kann in dieser Folge glänzen. Es ist großartig, wie sie es scheinbar mühelos schafft, einen Keil zwischen Hari und Gaal zu treiben. Wie sie mit ihren Fähigkeiten die beiden wiederholt aus dem Gleichgewicht bringt. Wie sie vorgibt, nur das Beste für ihre Leute zu wollen. Derweil sie gleichzeitig gegenüber all jenen, die nicht Teil ihrer Art sind, gnadenlos vorgeht. Wie eben der Psychohistoriker erfahren muss.
Interessant sind dabei die Rückblenden, die Hari hat, als er langsam sich dem Tode nähert. Es zeigt sich nämlich erneut, dass seine Kindheit keine glückliche war. Sein Vater schlägt ihn, nachdem Hari berechnet hat, wie man sich zwischen den Mondfängern, einer Tierart seiner Heimatwelt, bewegen muss, um dabei nicht umzukommen. Während seine Mutter sich anfänglich Sorgen um ihn macht.
Eine andere Seite
Besser wird es dann, als er Professor auf der Universität seiner Welt ist. Wo er schon bald die Liebe seines Lebens kennenlernt. Und diese verliert, weil das Imperium an dem Primärradianten interessiert ist und eine ihrer Leute ungeschickt vorgeht.
Hier lernt man eine andere Seite von Hari kennen. Eine, wo er seine mathematischen Fähigkeiten dazu ausnutzt, um sich zu rächen. Gleichzeitig erklärt dieses Ereignis auch vieles von seinem späteren Verhalten. So lässt sich vermuten, dass er sich nicht nur umbringen ließ, damit um ihn ein Mythos entsteht. Sondern ebenfalls, um dann mit seiner toten Geliebten wieder vereint zu sein.
Was dann allerdings nicht erklärt, wieso diese in Herrscher und Untertan anscheinend wieder unter den Lebenden weilte. Und Hari wieder einen Körper gab. Das wird hoffentlich irgendwann später aufgeklärt werden.
Sehr viel Vorbereitung
Zwischendurch wird immer wieder ins Imperium umgewechselt. Wo Bruder Tag erste Zweifel aufkommen, ob die Ehe mit Sareth doch keine so gute Idee war, weil sie ihn nämlich bei ihrer Vorstellung in den Schatten stellt. Derweil im Namen der Foundation Bruder Constant und Poly auf Trantor ankommen und verhaftet werden. Diese Plots sind ganz nett, dienen allerdings eher dazu, kommende Ereignisse vorzubereiten. Was auch für Hober Mallows Aktionen gilt, als er den Spacer begegnet, jenen modifizierten Menschen, die im All überleben können. Das wird vermutlich der nächsten oder übernächsten Episode von Relevanz werden.
Trotzdem ist dies nach langsam wieder eine super Folge.
Informationen
Regie: Alex Graves
Drehbuch: Story: David Goyer, Drehbuch: Jane Espenson
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