[Olympus Mons Bd. 3] Hangar 754

Lesezeit circa: 6 Minuten

Nachdem der zweite Teil der Olympus Mons-Reihe hauptsächlich auf der Erde spielte, stellt sich die Frage, ob mit Band 3, der den Titel „Hangar 754“ trägt, der Mars wieder mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken wird. Lassen wir uns überraschen!

Hangar 754
© Splitter Verlag

Die Insel Hispaniola in ferner Vergangenheit

Und tatsächlich beginnt „Hangar 754“ direkt mit dem Mars. Hier sehen wir, wie drei Raumschiffe vom Olympus Mons aus starten, um zur Erde zu fliegen. Sie landen auf der Insel Hispaniola, auf der sich heute Haiti und die Dominikanische Republik befinden. Ein Dorf, das die Außerirdischen aufsuchen, zeigt, dass wir uns nicht in der Gegenwart befinden, sondern in einer Zeit, in der die lokalen Menschen sich noch auf einer steinzeitlichen Zivilisationsstufe bewegen.

Wenig später sehen wir einen Teil der männlichen Dorfbevölkerung auf einem der außerirdischen Raumschiffe. Sie liegen an Betten festgeschnallt im Kreis. Führen die Außerirdischen etwa Experimente an ihnen durch? Anscheinend nicht. Denn die Menschen schauen auf die Projektion des Planeten Mars und dessen höchsten Berg, den Olympus Mons. Vermutlich sollen die Menschen verstehen, wo ihre Besucher herkommen.

Hispaniola im Jahre 1492

Wir springen ins Jahr 1492. Zwei spanische Schiffe erreichen Hispaniola. Die indigenen Dolmetscher der Spanier werden von Panik ergriffen, da sie die Einwohner der Insel für Kannibalen halten. Auf der Insel entdecken die spanischen Eroberer eine gewaltige Skulptur, die ein Gesicht ohne Gesicht zu zeigen scheint.

Das Antlitz der Außerirdischen

Als Leser_innen wissen wir natürlich, dass es sich bei diesem Gesicht ohne Gesicht um ein Abbild der außerirdischen Besucher handelt. Diese tragen nämlich Anzüge aus goldenem Metall oder sind vielleicht sogar künstliche Lebensformen. Jedenfalls befindet sich an den Stellen, wo man eigentlich ein Gesicht erwarten würde, eine Art Computerbildschirm mit glänzenden Schriftzeichen eines fremden Alphabets.

Berg Ararat 1949

Wir begleiten sowjetische Soldaten, wie sie auf dem Berg Ararat in der Türkei Teile eines außerirdischen Raumschiffs bergen. Wie der Journalist aus Band 2 der Reihe wird auch den Soldaten extrem übel und sie landen mit schlimmsten Strahlungsschäden im Krankenhaus, wo ihre Körper im Endstadium regelrecht platzen. (Dies erinnert an das Aufeinandertreffen von Menschen und Außerirdischen in der Prometheus-Reihe desselben Autors.)

Marta Kulgina und Aaron Goodwin

Die Hellseher_innen Marta Kulgina und Aaron Goodwin nehmen in der Gegenwart (2026 n. Chr.) Kontakt zueinander auf und tauschen ihre Visionen aus. So erfahren wir, dass der Erde von dem Raumschiff auf dem Meeresgrund (Anomalie 1) die Vernichtung droht, sich aber auf dem Raumschiff auf dem Olympus Mons auf dem Mars ein Mechanismus befindet, der den Countdown des Selbstzerstörungsmechanismus stoppen kann. Marta überlebt den direkten Kontakt zu Aaron nicht und verbrennt nach einer Selbstentzündung. Da Aaron Goodwin in den USA zur Lachnummer degradiert wurde, planen nun die Russen, seine Dienste für ihre Zwecke zu gewinnen.

Anomalie 1

Unterwasserdrohnen versuchen das Forschungsteam davon abzuhalten, weiterhin das Anomalie 1 genannte Raumschiff zu untersuchen. Schließlich dringt ein Kampftaucher unbekannter Zugehörigkeit in das Raumschiff vor und weckt einen Teil der schlafenden Außerirdischen. Doch schon stoßen weitere Kampftaucher hinzu (anscheinend US-amerikanische), die mit dem ersten in ein Gefecht geraten, in das sich schließlich auch die technisch weit überlegenen Außerirdischen einmischen.

Es geschieht, was um jeden Preis verhindert hätte werden müssen: Das Raumschiff aktiviert einen gewaltigen Lichtstrahl und bei sämtlichen in der Nähe befindlichen Seeeinheiten fällt die komplette Technik aus. Besonders unangenehm ist dies für ein US-amerikanisches U-Boot, das Angehörige des Forschungsteams entführt hat und nun hilflos auf den Meeresgrund sinkt.

Türkei 2026

Der Journalist der „Tracker Legends“, der sich bei Kontakt mit den Überbleibseln des von sowjetischen Soldaten geborgenen Raumschiffs schlimmste Verstrahlungen zugezogen hat, befindet sich nun in einem türkischen Krankenhaus. Seinem Team wird klar, dass es nicht die Arche Noah ist, die einst auf dem Berg Ararat gestrandet ist.

Russisches Raumforschungsinstitut

Über eine Gesichtsanalysesoftware vergewissern sie sich die russischen Wissenschaftler_innen auf der Erde, dass es der Kosmonautin Jelena Schewtschenko, die sich nach dem Tod ihrer beiden Kollegen allein auf dem Mars befindet, psychisch halbwegs gut geht. Den Umstand, dass man das riesige Raumschiff auf dem Olympus Mons nicht bereits von Marsphotos kannte, erklären sich die Expert_innen mit einer Tarnvorrichtung.

Hangar 754

Im titelgebenden Hangar 754 befindet sich das Raumschiff, das die sowjetischen Soldaten 1949 auf dem Berg Ararat geborgen haben. Seit den 50ern erforschen russische Wissenschaftler_innen das Wrack und nutzen ihre – wenn auch nur geringen – Erkenntnisse für Militär und Raumfahrt.

Mars

Da der Mechanismus zur Deaktivierung des Countdowns auf dem Raumschiff auf dem Mars zu finden ist, hängt die Rettung der Welt nun von Russland und ganz besonders natürlich von der Kosmonautin Jelena Schewtschenko ab. Diese muss nun mithilfe eines speziellen Diätprogramms in drei Tagen 5 kg abnehmen, um mit ausreichend viel Sauerstoff etc. das Raumschiffwrack erreichen und untersuchen zu können. Also begibt sie sich auf den Weg zum Olympus Mons …

Eine Wikingerflotte 1013 n. Chr.

Als eine Flotte von Drachenbooten über das Meer reist, ereignet sich über ihnen eine Schlacht zwischen mehreren Raumschiffen. Eines wird getroffen und versinkt im Meer. Vermutlich zeigt uns dieser Abschluss von „Hangar 754“ den Absturz der Anomalie 1.

Mein Eindruck von Olympus Mons Bd.3 „Hangar 754“

Christophe Bec gelingt es auch mit „Hangar 754“ mühelos, den Spannungsbogen aufrecht zu halten. Im Vergleich zu Becs Prometheus-Reihe ist es angenehm, dass es etwas weniger Handlungsstränge gibt. Die Bilder von Stefano Raffaele passen wie immer wunderbar zu Becs Erzählungen. Wie schon in Band 2 kommt auch in „Hangar 754“ der Mars vielleicht ein wenig zu kurz. Womöglich wird dies in den Folgebänden ausgeglichen. Deutlich wird jedenfalls, dass es trotz einiger Ähnlichkeiten zur Prometheus-Reihe zumindest ein paar Aspekte gibt, die Olympus Mons von der Hintergrundgeschichte her von der älteren Reihe abheben.

Fazit

Gerne weiter so, aber langsam möchte ich wieder mehr von Jelena Schewtschenko auf dem Mars sehen! Warten wir also gespannt auf Bd. 4 mit dem Titel „Jahrtausende“.

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Michael Kleu

Michael Kleu

Michael ist Jahrgang 1978 und Althistoriker. Er schreibt einen eigenen Blog über die Antikenrezeption in fantastischen Medien.

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