[Prometheus Band 10] In der Dunkelheit 2

Lesezeit circa: 4 Minuten

Mit Band 9 der Prometheus-Reihe hat Autor Christophe Bec ordentlich auf das Gaspedal gedrückt. Kann „In der Dunkelheit 2“ da mithalten? Oder bekommen wir eine kleine Verschnaufpause, bevor der 13. Tag anbricht?

In der Dunkelheit 2
© Splitter Verlag

Historischer Rückblick: Das Leben kommt aus dem All!

Die vorherigen Bände der Prometheus-Reihe thematisierten bereits, dass das Leben womöglich aus dem All auf die Erde gekommen sei. „In der Dunkelheit 2“ zeigt uns nun in grandiosen Bildern des Zeichners Stefano Raffaele, wie dies genau geschah. Vor 1,3 Milliarden Jahren schlug ein Himmelskörper auf der Erde ein. Scheinbar brachte dieser den Keim des Lebens mit sich, da sich in der Folge immer komplexer werdendes Leben im Meer entwickelte. Vor 500 Millionen Jahren breitete sich dieses Leben auch auf das Land aus, bis schließlich Dinosaurier die Erde beherrschten.

Ein leuchtender Würfel auf dem Meeresgrund scheint der Auslöser dieser Entwicklung gewesen zu sein. Somit dürfte eine fremde Intelligenz für das Leben auf der Erde verantwortlich sein. Sind es unsere Außerirdischen? Oder sind Menschen und Außerirdische beide Schöpfungen einer anderen Intelligenz? Jedenfalls müssten die Außerirdischen, die nun die Erde zu vernichten drohen, urig alt sein, wenn sie es waren, die das Leben auf unseren Planeten brachten.

Die 13:13 Uhr-Ereignisse

Am zwölften Tag fällt um 13:13 Uhr weltweit der Strom aus, nachdem unbekannte Flugobjekte über Kernkraftwerken erschienen sind. Gleichzeitig stoppen die Motoren von Flugzeugen und Autos. Es funktionieren nur noch ältere Modelle, die keine Elektrizität benötigen. Auch die Uhren bleiben stehen. Sämtliche Vögel der Welt fallen tot vom Himmel herab, womit diese Tierart für immer ausgestorben ist. Alle Schrecken der vergangenen Tage scheinen sich am 12. Tag zu wiederholen. Diesmal aber gleichzeitig.

In Providence, Rhode Island, bricht im Rahmen der Katastrophen Chaos und Anarchie aus. Die Stadt ähnelt nun schon sehr der post-apokalyptischen Version, die wir aus den vorherigen Bänden kennen.

Die Titanic, die im Laufe der sonderbaren Ereignisse wieder aufgetaucht war, ist nun wieder auf den Meeresgrund verschwunden.

Die Machenschaften des Präsidenten

Nachdem die Reporterin Kellie Lambert die Menschheit über die anstehende Invasion der Außerirdischen informiert hat, will der US-Präsident sie tot sehen. Tatsächlich entkommt sie nur äußerst knapp einem Anschlag, bei dem jedoch eine Begleiterin angeschossen wird.

Außerdem lässt der Präsident alle energieerzeugenden Anlagen beschlagnahmen, um das Überleben einer auserwählten Minderheit zu gewährleisten. Dass auch die Stromgeneratoren der Krankenhäuser eingezogen werden, hat den Tod einiger Patientinnen und Patienten zur Folge.

Mein Eindruck von „In der Dunkelheit 2“

Im zehnten Band kommen Außerirdische nur ganz am Rande vor, während die mythische Welt gänzlich ausgeklammert wird. Auch beantwortet Bec keine der zahlreichen noch offenen Fragen. Auffällig ist hingegen, dass „In der Dunkelheit 2“ stärker auf (weibliche) Erotik setzt als seine Vorgänger. Somit passiert letztlich eigentlich relativ wenig, was damit zusammenhängt, dass dieses Wenige auf vielen tollen Bildern ausführlicher dargestellt wird.

Jedenfalls gelingt es Bec, das Tempo von Bd. 9 beizubehalten und die Geschichte weiter auf den Höhepunkt zuzusteuern: den dreizehnten Tag. „Der 13. Tag“ lautet auch der Titel des Folgebands, sodass es sein könnte, dass sich das Finale über drei Bände ziehen wird. Schließlich endet der erste Zyklus der Prometheus-Reihe erst mit – Überraschung – Bd. 13.

Bisher habe ich mich immer auf Christophe Bec als den Autoren der Reihe beschränkt. Doch lebt ein Comic selbstverständlich nicht nur von seiner Story, sondern besonders auch von seinen Bildern. Und diesbezüglich ist es höchste Zeit, endlich auf die großartigen Bilder Stefano Raffaeles zu sprechen zu kommen. Raffaele ist seit Bd. 4 „Prophezeiung“ an der Reihe beteiligt. Sein Stil lässt definitiv auf ein optisch grandioses Finale hoffen. Es ist daher wirklich kein Wunder, dass Raffaeles Name ab Bd. 5 „Sarkophag“ gleichberechtigt neben dem von Christophe Bec auf den Covern der Reihe aufgeführt wird.

Hoffen wir darauf, dass es Bec und Raffaele gelingt, den Zyklus auf dem bisherigen Niveau zu Ende zu bringen! (Weiter geht es mit Band 11.)

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Michael Kleu
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Michael Kleu

Michael ist Jahrgang 1978 und Althistoriker. Er schreibt einen eigenen Blog über die Antikenrezeption in fantastischen Medien.

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