[Perry Rhodan NEO 237] Das Omnitische Herz

Lesezeit circa: 6 Minuten

Nach einigen Zwischenstopps erreicht die CREST II ihr Ziel – Perry Rhodan erkundet Das Omnitische Herz.

Das Omnitische Herz
©Perry Rhodan KG

Titel: Das Omnitische Herz
Autor: Kai Hirdt
Titelbild: Dirk Schulz / Horst Gotta
Erschienen: 16.10.2020

Zur Handlung

Die CREST II erreicht Das Omnitische Herz und Perry Rhodan mit Gucky, Omar Hawk samt Okrill Watson, Ronald Tekener sowie Bingdu und Merkosh an Bord. Dort herrscht Korruption und Willkür, die Omniten haben sich seit Beginn der Belagerung durch die Shafakk nicht blicken lassen. Einzelne Shafakk dringen immer wieder in die Station ein, um Omniten zu töten und ihnen das Herz herauszureißen.

Einer dieser Shafakk namens Worrik Rhenn verletzt Bingdu schwer, sodass dieser dringend medizinische Behandlung braucht. Eine solche erhält er nur durch Tekeners Glücksspielfähigkeiten im Casino, denn auch im omnitischen Herz ist nur Bares Wahres. Dabei lernen Rhodan und Tekener den Stationschef Troduun kennen, der inkognito unterwegs ist und sie fortan unterstützt, denn sein Leben gilt dem Dienst an den Omniten.

Unterdessen geraten Omar Hawk und der Shafakk aneinander, als Letzterer Merkosh töten will. Sie werden jedoch von einer Weltuntergangssekte betäubt, die den Tod eines Omniten als Zeichen für das nahende Ende sieht. Ein Ende, welches die Mitglieder selbst per Bombe einleiten wollen – daher darf der vermeintliche Omnit erst zu einem von ihnen gewählten Zeitpunkt sterben.

Im weiteren Verlauf gelingt es Gucky jedoch, die Bombe zu entschärfen. Das Einsatzteam dringt in den Bereich der Omniten vor, welche offenbar längst die Station verlassen haben. Perry Rhodan erhält von Troduun die Zugangscodes zum Gadenhimmel, um dort Bingdu und Merkosh behandeln zu lassen. Sie fliehen von der Station und die CREST II sammelt das Team wieder auf.

Der Gadenhimmel ist nur über die nahen schwarzen Löcher erreichbar, der Code funktioniert jedoch nicht und die Terraner werden von Shafakkschiffen verfolgt. Im letzten Moment gelingt es doch noch, die Passage zu öffnen, indem Merkosh sich widerwillig bereiterklärt, die Wandlung zum Omniten ganz zu vollziehen, um das Schiff zu retten. Laut Bingdu, der von Sud stabilisiert wird, ist das die einzige Möglichkeit, den Gadenhimmel zu erreichen. Die CREST II taucht in den Ereignishorizont des schwarzen Lochs ein.

Gedanken zu Das Omnitische Herz

Die Handlung steuert stark auf das Staffelfinale zu und das merkt man dem Roman deutlich an. Das Omnitische Herz bringt zwar nicht die von den Terranern erwünschten Erkenntnisse, aber immerhin den Zugang zum Gadenhimmel. Schauen wir mal auf einige Details des Romans:

  • Der Shafakk Worrik Rhenn und sein Ehrenkodex: In früheren Zeiten der klassischen Perry Rhodan-Serie hätte man davon gesprochen, dass dieser Charakter “gevoltzt” wurde. Er wurde nämlich in diesem Roman ganz klassisch aufgebaut, hat wichtige Anteile an der Handlung und segnet am Ende das Zeitliche. Dazu vollbringt er aus Sicht der Shafakk eine echte Heldentat, von der aber tragischerweise nie ein anderer Shafakk erfahren wird: Er hat nämlich bewirkt, dass die Schutzschirme der Station abgeschaltet werden und die Einsatzkräfte der Shafakk an Bord kommen konnten. Sehr schön beschrieben fand ich den Ehrenkodex dieses einzelnen Shafakk, der selbst nicht Willens war, Unschuldige und Unbeteiligte zu töten und sich an seinem Ende sogar die Frage stellt, warum seine Artgenossen das anders handhaben. Shafakk sind eben auch Individuen und nicht grundsätzlich ehrlose, blutrünstige Killermaschinen.
  • Der Shafa… äh Ilt Gucky in Höchstform: Zwar lag der Erscheinungstermin von Das Omnitische Herz zwei Wochen vor dem #GuckyTag, der Ilt durfte im NEOversum aber trotzdem schon ordentlich wirbeln. So aktiv und mit allen Stärken und Paragaben in die Handlung eingebunden hat man bei NEO Gucky meiner Erinnerung nach schon länger nicht erlebt. Man könnte jetzt – auch wenn die Serien offiziell natürlich völlig unabhängig voneinander sind – einen möglichen Zusammenhang zwischen der Rückkehr des Ilt in der klassischen Serie und diesem Auftritt bei NEO vermuten. Aber solche Dinge sind natürlich totaler Zufall wie uns Expokraten und Autoren immer wieder versichern, richtig?
  • Merkosh der noch-nicht-Omnit: Der Oproner hat wache Momente. Die waren zuletzt selten, hier hat er aber gleich mehrfach seinen Unwillen geäußert, ein Omnit zu werden. Er möchte sogar lieber sterben, denn laut Merkosh sind die Omniten “böse” und “an allem schuld”. Dass er am Ende doch noch zustimmt, die Umwandlung zum Omniten abzuschließen, liegt nur daran, dass er die CREST II retten will. Vor dem Hintergrund, dass Bingdu einen eigentlich recht umgänglichen Eindruck macht, bleibt es spannend, was die Abneigung, ja fast schon Panik in Merkosh auslöst und wie er das als Omnit sehen wird. Zumindest scheint das Herrschaftssystem nicht sonderlich demokratisch zu sein, eine gewisse Skepsis ist also durchaus verständlich.
  • Der Gadenhimmel liegt hinter dem Ereignishorizont eines oder mehrerer schwarzer Löcher: Hui, dazu fallen mir diverse Themen ein. Angefangen bei dem merkwürdigen Energiewesen aus NEO 236, über die mysteriöse Wesenheit Tihit, die im zentralen Black Hole Sagittarius B* leben soll, bis hin zu ähnlichen Vorkommnissen der klassischen Serie. Ja, wir sollten die beiden Serien nicht vergleichen, allerdings ist es ja unbestritten noch immer so, dass NEO Anleihen aus der Erstauflage nimmt. Schwarze Löcher und “dahinter” lebende Wesen und Völker waren dort ja das eine oder andere Mal Thema. Ich bin gespannt, wohin uns das noch führen wird.
  • Der Titel Das Omnitische Herz: Ein schönes Wortspiel, denn natürlich gibt es dafür eine Doppelbedeutung. Zum einen heißt ja bekanntlich die Raumstation eben so, zum anderen ziehen aber auch einzelne Shafakk aus, um das Herz eines Omniten zu erbeuten. Rhenn erkennt im Sterben, dass er zwar nicht das Herz eines Omniten erbeutet, dafür aber Das Omnitische Herz erobert hat. Sehr feine Spielerei am Rande.

Fazit

Alles in allem liefert Kai Hirdt einmal mehr einen wirklich guten NEO ab. Ich mag grundsätzlich seinen Stil, er setzt besonders Ronald Tekener, Gucky sowie den Shafakk Rhenn hervorragend in Szene und versteht es, den Spannungsbogen über den ganzen NEO hoch zu halten. Für die Handlung der Staffel ist Das Omnitische Herz vor den finalen zwei Bänden nochmal ein ordentlicher Push – nun kann es mit Highspeed in den Gadenhimmel gehen.


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Sven Fesser
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