Review: Perry Rhodan NEO 23 – Zuflucht Atlantis

Lesezeit circa: 6 Minuten

Crest erlebt den Untergang von Atlantis

Zuflucht AtlantisTitel: Zuflucht Atlantis
Autor: Christian Montillon
Titelbild: Dirk Schulz/Horst Gotta
Erschienen: 3. August 2012

Zur Handlung

Crest da Zoltral, Tatjana Michalowna und Trker-Hon werden auf der PESKAR XXV über Tramp Wrack geschossen. Den sicheren Tod vor Augen rettet sie ein arkonidischer Geleitzug vor der Vernichtung durch die Maahks. Larsaf III, das heutige Terra, ist das Ziel des Flottenverbands. Dort trifft derweil die einheimische Seherin D’ihra auf den Arkoniden Feltif de Khemrol, der ihr mehrfach das Leben rettet. Entgegen jeglicher Protokolle und Richtlinien geht der Arkonide eine Beziehung mit der Ureinwohnerin ein und gewährt ihr Zugang zur Zuflucht Atlantis, dem nach Atlan benannten arkonidischen Stützpunkt auf Larsaf III. Tarts de Telomar, Ziehvater von Atlan und Kommandant der TOSOMA, kehrt nach der Vernichtung eines Maahk-Kreuzers ebenfalls nach Atlantis zurück. Dort entscheidet er, als stellvertretender Befehlshaber aufgrund Feltif’s Abwesenheit, über die unmittelbare Ausweisung von Crest und seinen Begleitern aus der Zuflucht. Die drei Zeitreisenden verraten ihm ihre wahre Identität und versuchen ihn damit vorerst erfolglos zu überzeugen, dass der Untergang der Kolonie unmittelbar bevorsteht. Sie werden als Konsequenz unter Arrest gestellt und beim maak’schen Angriff auf Atlantis von der völlig verwirrten Quiniu Soptor bei ihrer Flucht unterstützt. Tarts befiehlt der Kommandantin des arkonidischen Geleitzugs, Demeira on Thanos, Crest und seine Begleiter zum atlantischen Transmitter zu eskortieren, da sich deren Erzählungen tatsächlich bewahrheitet hatten. Nach langer Odyssee schließt sich der Kreis und Crest betritt den Transmitter auf Terra zum zweiten Mal, mit Rico’s kryptischem Hinweis, dass er dieses Mal das Ziel seiner Wünsche erreicht hätte. Atlan, mit einem Zellaktivator ausgestattet und damit relativ unsterblich, kehrt zurück ins SOL-System. Er findet neben dem völlig zerstörten Atlantis den Roboter Rico vor, der ihn auf diese Reise geschickt hatte.

Meinung zu Zuflucht Atlantis

Es sind oft die Kleinigkeiten, die einen Roman für mich zu einem besonderen Highlight werden lassen. So sind es dieses Mal die Erlebnisse auf der “Sternenbarke”. Alleine die Namensgebung dieser kleinen Nußschale ist für mich eine Freude, das Boot aus Schilf und Papyrus erinnert mich in seiner symbolischen Bedeutung an die Mondlandung. Im übertragenen Sinn trifft das auch auf die Ereignisse auf Larsaf III zu, das ja genau diesen Entwicklungsschritt machen wird. Der Mut und die Entschlossenheit der Menschen haben den Arkoniden bereits lange vor der arkonidischen Havarie auf dem Erdmond imponiert, das blitzt im Roman immer wieder durch.

Vorerst muss aber noch das letzte Rätsel auf der endlos erscheinenden Suche nach dem Ewigen Leben gelöst werden, damit Crest’s Leiden ein Ende finden. Der Arkonide verliert sich immer häufiger in philosophischen Gedanken über den Tod. In seinen Ängsten und Zweifeln hält er häufig Zwiesprache mit seinem Extrasinn. Die Angst davor, die Welt des Ewigen Lebens nicht zu finden, ist fortan sein stetiger Begleiter, das wurde von Christian Montillon eindrucksvoll umschrieben. Der Wettlauf mit dem Sensenmann ist omnipräsent. Ich konnte mich richtig in Crest hineinversetzen, litt mit ihm mit, spürte sein drohendes Ableben in jeder Zeile der Handlung. Tatjana Michalowna wirkt dabei regelmäßig stabilisierend auf den Arkoniden, sie gibt ihm den benötigten Halt und das Quentchen psychologische Unterstützung, damit der Arkonide nicht vollkommen durchdreht. Das fasziniert mich an der Russin ungemein, man merkt sehr deutlich, dass sich Crest väterlich zu ihr hingezogen fühlt, seitdem seine Ziehtochter Thora von ihm getrennt wurde.

Ein paar Ungereimheiten muss ich dem Roman aber leider ankreiden. Was die Reisebegleiter von D’ihra dazu genötigt hat, erst die höchst lebensbedrohliche Reise mit einem klapprigen Boot zu wagen und dann am Ziel nach kurzer Überlegung direkt wieder umzukehren, das bleibt leider ungeklärt. Die Erkundung von Atlantis wäre wohl das menschlichste Ziel gewesen, Neugierde lag den Barbaren allzu offensichtlich fern. Der Teil der Handlung wurde mir zu unglaubwürdig abgehakt. Auch dass Trker-Hon sich dem Schicksal der Gruppe lange Zeit unbeeindruckt und nahezu tatenlos fügt, wird zwar vom Autor in einem Nebensatz kurz umrissen, passt aber überhaupt nicht zum Charakter des Topsiders. Wie schon im Zirkus “Unter zwei Monden” (NEO Nr. 19) wirkt die Echse über weite Strecken desinteressiert und blass. Erst zum finalen Showdown wird Trker-Hon auffällig, vor allem mit plötzlich übereifrigem und cholerischem Auftreten, was so gar nicht zu seiner vorher gezeigten Teilnahmslosigkeit passt.

Alpha und Omega. Dort wo die Reise zu den Sternen für die Menschheit begann, in einer Unterwasserkuppel unter den Azoren, da endet sie auch wieder. Wir erleben den Untergang eines Mythos live mit, mit viel Phantasie ans Perryversum angepasst und deutlich modifiziert aus mysthischer Sicht. Das Geheimnis um das NEO-Atlantis wird jedenfalls gelüftet und mit Atlan einer der Hauptcharaktere der Perry-Rhodan-Serie erstmals in die Erzählungen eingebunden.

Mein Zitat des Romans

Ein Boot aus Schilf, um über die Weiten des Meeres zu fahren… Wenn ihnen erst einmal der Gedanke kommt, werden sie versuchen, mit einer lächerlich baufälligen Konstruktion ihren Planeten zu verlassen und vielleicht Segel spannen, um Sonnenwinde einzufangen….

Fazit

Ein actionreicher Roman mit spannendem Finale, die Handlung strotzt vor überraschender Wendungen! Christian Montillon fügt in seinem Beitrag zur Staffel sehr viele Puzzleteile zusammen und verleiht dabei den Charakteren eine unglaubliche Tiefe. Mit der einzigen Ausnahme Trker-Hon, der mir zu passiv eingebunden wurde. Vor allem die tragische Liebesgeschichte zwischen Arkonide und Ureinwohnerin ging mir tief unter die Haut und verleiht dem Untergang von Atlantis noch die passende Brise zusätzliches persönliches Drama. “Zuflucht Atlantis” lässt kaum Wünsche offen und katapultiert sich bei mir, zumindest vorläufig, an die erzählerische Spitze des aktuellen Zyklus! Ob das große Finale diesen Roman noch toppen kann? Zumindest wurde die Hürde im Halbfinale sehr hoch gelegt.

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