Der Geist in der Maschine sorgt für Ärger.

Gefangen im Holodeck

Die Mannschaft der Protostar übt verschiedene Szenarien, wie sie wieder mit der Föderation Kontakt aufnehmen könnten, ohne die Waffe, die auf ihrem Schiff installiert worden ist, zu aktiveren. Doch alle Versuche scheitern, so dass sie sich vermutlich langsam mit dem Gedanken abfinden müssen, dass sie ihr Wunschziel, Teil der Sternenflotte zu werden, wohl niemals erreichen werden. Entmutigt folgen sie Holo-Janeways (Kate Mulgrew) Ratschlag und gehen schlafen.

Doch dann häufen sich mysteriöse Vorkommen. Sie hören und sehen Dinge, die eigentlich nicht sein sollten. Bis sie feststellen, dass sie sich immer noch auf dem Holodeck befinden. Und dass der Weg hinaus darin besteht, das Holoabenteuer zu lösen, dessen Teil sie jetzt sind.

Der Geist in der Maschine ist eine Folge, bei der ich persönlich nicht weiß, wie ich sie bewerten soll. Einerseits finde ich sie an dieser Stelle der Staffel unnötig. Aber andererseits reißt das Ende der Episode vieles raus.

Was ist real, was ist virtuell?

Es sind eben jene finalen Minuten, die die Ereignisse, die zuvor geschahen, radikal uminterpretieren. Die all das, was vorher passierte, auf den Kopf stellen und am Ende endlich und eindeutig das Finale, die letzten drei Episoden der aktuellen Staffel, einleitet. Doch zuvor ist eben auch Sitzfleisch verlangt.

Das Holodeck war in der „Star Trek“-Historie schon oft genug Ort von merkwürdigen Ereignissen. Am berühmtesten sind natürlich die Geschehnisse von Das Schiff in der Flasche, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Holosimulation verschwammen. Auch in Der Geist in der Maschine ist es so, dass der Übergang zwischen den unterschiedlichen Welten fließend und nicht bemerkbar ist.

Weshalb auch der Schock der Protostar-Mannschaft verständlich ist, als sie entdeckt, dass sie nicht mehr in der normalen Realität sind. Dabei ist das Schöne an dieser Folge, dass sie zeigt, wie sehr die Crew mittlerweile zusammenarbeitet und auch zusammengewachsen ist. Sie essen beispielsweise gemeinsam Eis, um das wiederholte Scheitern zu verdauen. Und kooperieren, um das Holo-Abenteuer zu lösen.

Abwechslungsreich

Welches durchaus spaßig aufgebaut ist. Im Prinzip besteht es aus verschiedenen Szenarien. Man bekommt zu Beginn Erlebnisse in einem verwunschenen Leuchtturm, begibt sich später in eine schwarzweiße Darstellung, nur um dann in der Hintergasse eine kleine Prügelei zu haben, wo sie weitere Hinweise zur Lösung finden. Abwechslungsreichtum wird in Der Geist in der Maschine großgeschrieben.

Zwischendurch wird aber auch immer wieder auf Holo-Janeway umgeblendet. Natürlich versucht sie, ihren Schützlingen zu helfen, und erhält dafür weitreichende Befugnisse. Was sich dann im Finale rächt. Hier ist es übrigens schön zu sehen, wie sie darauf reagiert. Ihre Emotionen werden glaubwürdig rübergebracht und man ist, wegen dem, was geschieht, nicht sauer.

Ansonsten kann man über Der Geist in der Maschine nicht viel sagen. Es ist eine Folge mit netten Momenten, wie etwa, wenn Murf in dem Schwarz/Weiß-Teil plötzlich singt. Oder wenn der Hauptantagonist jemand ist, den Jenkom Pog nur allzugut kennt.

Fehl am Platze

Doch reicht das, um dies zu einer exzellenten Folge zu machen? Zugegeben: Der finale Twist ist großartig und eine gute Einführung in die Handlung der noch kommenden Episoden. Aber es stört doch sehr die Tatsache, dass er erst in den letzten Minuten geschieht, und sich die Zeit davor ein wenig wie Auf-der-Stelle-Treten anfühlt.

Denn im großen und ganzen ist Der Geist in der Maschine eben wieder eine Füllerepisode. Das wäre jetzt nicht all zu tragisch, wenn es sich hierbei nicht um die zweite hintereinander handelte, was für meinen Geschmack eindeutig zu viel ist. Es mag zwar sein, dass die Serie mit 20 Folgen eine der längsten der modernen „Star Trek“-Serien ist. Aber so kurz vor den letzten Episoden enttäuscht so eine Füllfolge doch sehr.

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Warpskala

Warpskala
7 10 0 1
7/10
Total Score

Positiv

  • Abwechslungsreiche Holoabenteuer
  • Die finalen Minuten

Negativ

  • Wieder eine Füllerepisode,
Götz Piesbergen

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