Review: TNG 118 – Deja Vù

Lesezeit circa: 5 Minuten

Eine Raumanomalie sorgt für Verwirrung an Bord der Enterprise.

Deja Vù – Cause and Effect
Staffel 5, Folge 18 – Sternzeit: 45652,1

Worum geht es?

Die Enterprise erhält den Auftrag, ein bisher noch unerforschtes Raumgebiet, die Typhoon Ausdehnung zu untersuchen. Diese Routinemission ist für die Crew keine besondere Herausforderung und verläuft scheinbar ohne besondere Vorkommnisse, weswegen Riker, Dr. Crusher, Geordi, Data und Worf Zeit für ihre Pokerrunde haben.

Doch insbesondere Dr. Crusher, beschleicht das Gefühl die Partie schon einmal erlebt zu haben. Bevor dieses Phänomen näher untersucht werden kann, entdeckt die Enterprise eine Art Raumanomalie, aus der sich ihr ein Schiff der Föderation nähert. Bevor die Enterprise ausweichen kann, rammt es eine der Antriebsgondeln, woraufhin sie vollständig zerstört wird.
Doch dann sitzt Dr. Crusher zusammen mit ihren Kameraden wieder in Rikers Quartier beim Pokern. Mehr als zuvor ist sie davon überzeugt diese Pokerrunde schon einmal erlebt zu haben. Im Laufe des Tages stellt sich heraus, dass viele Crewmitglieder der Enterprise ähnlich intensive Deja Vù Erlebnisse gehabt haben.

Deja Vù

Kurz darauf stößt man wieder auf jene Raumanomalie und wieder nähert sich ihr ein fremdes Föderationsschiff, welches mit der Enterprise kollidiert und sie dadurch zerstört.
Gleich darauf sitzen Dr. Crusher, Riker, Geordie, Data und Worf beim gemeinsamen Pokerspiel zusammen und nun sind sie alle sich sicher alles schon mal erlebt zu haben. Offenbar hat es die Enterprise in eine Zeitschleife verschlagen, in der die Crew dazu verdammt ist denselben Tag immer und immer wieder zu durchleben…

Rezension

Und täglich grüßt die Enterprise. So hätte man diese Folge im Grunde auch nennen können, denn ihre Grundidee ist praktisch identisch mit jener des Bill Murray Filmklassikers Und täglich grüßt das Murmeltier, in welcher er als griesgrämiger Reporter immer wieder den selben Tag erlebt. Das bemerkenswerte an dieser Star Trek Episode ist, dass sie zwei Jahre vor dem Kinostart dieses Films produziert wurde, nämlich schon im Jahr 1991.
Während Geschichten über Zeitschleifen heutzutage im Grunde nichts besonderes mehr sind – man findet sie auch in Serien wie Akte X, Supernatural oder Stargate SG-1 – war dieses Konzept damals noch etwas völlig neues. Und so bezieht diese Episode viel Spannung daraus, dass es für den unbedarften Zuschauer ja noch absolut rätselhaft ist, was da eigentlich vor sich geht und wie es möglich ist, dass die Crew ganz normal ihren Alltag nachgeht, obwohl man doch gerade eben gesehen hatte wie die gute alte Enterprise mit Mann und Maus explodiert ist.

Somit ist Deja Vù in erster Linie eine klassische Rätselepisode, in der es die Crew mit einem dubiosen Ereignis zu tun bekommt, an dessen Auflösung der Zuschauer interessiert ist, da er ja auch unbedingt wissen will, was passiert.

Dies macht die Folge zu einem echten Hochgenuss zum mit rätseln, da sich diese Ungewissheit auf den Zuschauer überträgt. Für jenen Teil des Publikums, der Star Trek vor allem für seine ausgefeilten Charakterdramen schätzt hat die Folge indes eher wenig zu bieten, da sie sich ganz auf die Handlung und die Lösung des Rätsels konzentriert und keine speziellen schauspielerischen Glanzleistungen bietet. Auch vermittelt die Folge keine Botschaft oder gar Moral, so wie es ja oft die Stärke von Star Trek ist. Sie ist reines Entertainment, allerdings auf einem hohen Niveau. In dieser Hinsicht hat Regisseur Jonathan Frakes Großartiges geleistet. Die Folge unterstreicht aber vor allem das Talent des Autors Brannon Braga, der damals noch am Anfang seiner Star Trek Karriere stand und in seinen darauf folgenden Drehbüchern öfters surreale Elemente einfließen ließ, die sowohl die Zuschauer als auch die Besatzung der Enterprise mit sonderbaren Ereignissen konfrontieren.

Deja Vù

Braga hat eine Vorliebe dafür mit unserer Wahrnehmung der Zeit zu spielen, was er in Deja Vú zum ersten Mal auf mustergültige Weise gezeigt hat, wodurch die von ihn verfassten Episoden thematisch durchaus mit den Werken von Blockbusterregisseur Christopher Nolan vergleichbar sind. Insofern stellt die Episode eine perfekte Arbeitsprobe für diesen talentierten Autor dar, der später ja auch für die Drehbücher des siebten und achten Kinofilms verantwortlich zeichnen dürfte.

Der deutsche Titel

Deja Vú ist ein passender, wenn auch nicht besonders origineller Titel, der sich auf das unterschwellige Gefühl der Crew bezieht, welches ihnen schließlich klarmacht in einer Zeitschleife gefangen zu sein. Der Originaltitel Cause and Effect, also „Ursache und Wirkung“, ist vor dem Hintergrund der Vorkommnisse in der Episode nicht weniger treffend und gibt zudem einen Hinweis darauf, dass die Deja Vú Erlebnisse der Crew mehr sind als nur eine Illusion.


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