Calvin Lockhart

Spotlight: Calvin Lockhart

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Calvin Lockharts Karriere war alles andere als geradlinig.

Ein arroganter Start

Im Laufe seines Lebens kam Calvin Lockhart weit herum. Ursprünglich wurde er als Bert McClossy Cooper am 18. Oktober 1934 in Nassau auf den Bahamas geboren. Er war das achte Kind eines Schneiders. Als er 18 Jahre alt war, zog er nach New York um. Dort ging er für ein Jahr auf die Cooper Union School of Engineering, die er allerdings bereits nach einem Jahr wieder verließ, um Schauspieler zu werden.

Doch es sollte dauern, bis er erste Rollen erhielt. In dieser Zeit fuhr er Taxi und betrieb eine Tischlerei in Queens, derweil er parallel das Schauspielerhandwerk erlernte. Die Legende besagt, dass er von der berühmten Theaterregisseurin Ketti Frings entdeckt wurde, die sich von seiner Arroganz so beeindruckt zeigte, dass sie ihn 1960 für ihr Stück The Cool World castete. In dieser Zeit trat er vor allem am Broadway auf.

Doch ernstzunehmende Rollenangebote für farbige Darsteller waren in jener Zeit rar. Deshalb zog er nach Europa, wo er in Italien ein Restaurant aufmachte und seine eigene Theaterkompanie gründete. Gleichzeitig feierte er 1961 sein Filmdebüt, als er in dem italienischen Streifen Palmen, Meer und stolze Hähne die Hauptrolle innehatte.

Auftritte links und rechts des Atlantik

Doch es hielt Calvin Lockhart nicht lange in diesem südeuropäischen Land, da er, mit Umweg über Deutschland, nach Großbritannien zog, wo er schon bald weitere Rollen erhalten sollte. Er trat 1966 in der Serie Theatre 625 in zwei Folgen auf und war von 1965 bis 1967 in Thirty Minutes Theatre sogar in drei Episoden zu sehen. 1968 kam er wieder mit Amerika in Berührung, als er in der britisch-amerikanischen Co-Produktion Katanga den Präsidenten Mwamini Ubi darstellte.

Für Kontroversen sollte das Musical Joanna sorgen. Denn in diesem Film wurde die Liebesbeziehung zwischen einem weißen Mädchen und einem farbigen Mann, der von Calvin Lockhart gespielt wurde, thematisiert. Das war für die damaligen Verhältnisse ein absolutes Tabu-Thema und wurde dementsprechend heftig diskutiert.

Doch 1968 sollte er sich langsam von der Alten Welt verabschieden, um wieder verstärkt in der Neuen zu arbeiten. Eine der ersten Produktionen jener Zeit war Salz und Pfeffer, wo Richard Donner Regie führte und Sami Davis Jr. Hauptdarsteller war. 1969 hatte er in der britisch-amerikanisch-französischen Co-Produktion Le Grabuege die Hauptrolle.

Wenn die Rollen ausbleiben

1970 wurde Calvin Lockhart Teil von dem Blaxpolation-Film Wenn es Nacht wird in Manhattan. 1973 trat er in dem Giallo-Streifen Contratto Carmale als Hauptdarsteller auf, ehe er 1974 wieder ganz in Amerika arbeitete. Denn niemand geringerer als Sidney Poitier entdeckte und förderte ihn ein wenig und ließ ihn, gemeinsam mit dem berühmten Darsteller selbst, Bill Cosby und Harry Belafonte in der Komödie Samstagnacht oben in der Stadt auftreten. Ein Jahr darauf geschah dasselbe in Drehn wir noch’n Ding erneut, nur dieses Mal ohne Belafonte.

Doch ab Beginn der 1980er-Jahre sollte die Schauspielkarriere des Darstellers langsam abklingen. Er hatte noch eine Rolle in der Komödie Der Abstauber, wo übrigens auch Bruce Boxleitner mitwirkte. Ebenso war er von 1985-1986 in sieben Folgen zu Gast in der Soap Der Denver-Clan. Doch ansonsten war da nichts nennenswertes Weiteres.

Anfang der 1990er sah es nicht besser aus. Er hatte 1990 eine Nebenrolle in Predator 2 und zwei Jahre später in Twin Peaks – der Film: Die letzten 7 Tage im Leben der Laura Palmer. Seine letzte Rolle war 2008 in dem Bahamas-Film Rain, der posthum herausgebracht wurde.

Zurück in die Heimat

Denn Calvin Lockhart war, wegen des ausbleibenden Erfolges, in den 1990ern zurück nach Bahamas gezogen, wo er als Regisseur der Freeport Players Guild arbeitete. Er verstarb am 29. März 2007 an Komplikationen nach einem Schlaganfall.

Zu diesem Zeitpunkt war er viermal verheiratet gewesen. Von wann bis wann die erste Ehe ging, ist unbekannt. Aber von 1972 bis 1978 war er mit dem jamaikanischen Model Thelma Waters zusammen und von 1982 bis 1989 mit der britischen Geschäftsfrau Lynn Sloan. Zuletzt hatte er die New Yorker Innenarchitektin Jennifer Miles geehelicht, mit der er zwei Kinder hatte.

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Götz Piesbergen
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