Nach langer Zeit beschäftigt sich der Autor wieder mit einer Star Trek-Serie.

Es geht endlich weiter
Wer sich mit dem Oeuvre von Julian Wangler beschäftigt, dem fällt etwas auf. Jetzt nicht so sehr die Tatsache, dass er nun auch Franchise abseits von Star Trek analysiert. Als vielmehr, dass er, wenn er zuletzt über unser beliebtes Franchise geschrieben hat, den Fokus eher auf einzelnen Spezies richtete. Serienanalysen, wie man es von seinen früheren Werken her kannte, kamen nicht mehr vor.
Das war insofern auffällig, als dass da noch einige Star Trek-Serien offen waren. Vor allem die von „Nu-Trek“ hatte er bislang kaum besprochen. Einzige Ausnahme war sein Buch über Star Trek – Picard.
Mit Star Trek – Lower Decks: Phaser auf erhöhte Humorkonzentration ändert sich das zumindest ein klein wenig. Es ist unklar, ob dies der Auftakt zu einer Reihe von Büchern sein wird, wo er sich nach und nach mit allen bereits abgeschlossenen Serien beschäftigen wird. Aber so oder so ist es schön, dass jetzt ein solches Buch herauskommt.
Jeder Aspekt wird berücksichtigt
Und als Leser wird man reichhaltig belohnt. Wie es für ihn üblich ist, beschäftigt er sich kritisch mit der Reihe, beleuchtet sie aus jedem nur erdenklichen Aspekt und geht auch auf die Charaktere näher ein. Wobei er sich selbstverständlich nicht nur mit den Hauptfiguren beschäftigt, sondern ebenso den „Nebencharakteren“.
Dreh- und Angelpunkt dieses Sachbuchs ist natürlich der Episodenguide. Wo er auf jede einzelne Folge eingeht, die wichtigsten Infos liefern, wie beispielsweise Erstausstrahlung USA und Deutschland, sowie ebenso wer Regie war und von wem das Drehbuch stammt. Er liefert eine kurze Zusammenfassung der Handlung, ehe er dann über die Charakterentwicklung und eine Bewertung schreibt.
Wobei er zwischen den einzelnen Staffeln auch kleinere Ausflüge einbaut. In denen er unter anderem einiges über die Rückkehr diverser Völker aus der TAS-Reihe niederschreibt. Beziehungsweise er in einem Abschnitt sogar seinen Co-Autor unter anderem von Das Romulanische Imperium, Stefan Rösner, zu Wort kommen lässt, wo dieser sich mit der Darstellung der Ferengis in Lower Decks beschäftigt.
Mit Spaß bei der Spaßigen Reihe dabei
Was man diesem Sachbuch anmerkt, ist, dass Julian Wangler Spaß an der spaßigen Reihe hatte. Dass die Serie ihm gefiel, wobei er gleichzeitig auch betont, dass sie Schwächen hatte. Schwächen, die er ebenfalls benennt.
Gleichzeitig ist es überraschend, was er alles aus der Reihe ziehen kann. Er geht jetzt nicht so sehr auf die einzelnen Easter-Eggs ein, das würde auch den Rahmen des Sachbuches sprengen. Aber so widmet er sich beispielsweise in einem Abschnitt ausführlich, wie das Intro der Serie sich im Laufe der Staffeln geändert hat. Genauso, wie er das sich verändernde Design der Cerritos in den Zentrum einiger wichtiger Abschnitte stellt.
Natürlich hat man es hier mit einem Julian Wangler-Buch zu tun. Das heißt, es gibt auch fiktionale Passagen. Die aber erstaunlicherweise dieses Mal nicht stören. Es hilft vielleicht, dass er sich hier nur um zwei Mails handelt, er also dieses Mal nicht eine wirkliche Handlung mit Dialogen niederschreibt. Deshalb sind sie sogar unterhaltsam und kurzweilig und nehmen auch nicht zu viel Platz weg.
Am Ende ist dieses Sachbuch ein Must-Have für jeden deutschen Fan. Zumindest solange, bis die Star Trek Chronik der Herren Sülter, Prahl und Humberg sich irgendwann ebenfalls mit der Serie beschäftigen wird. Dann wird es spannend werden, welches der beiden Werke das Bessere ist. Doch bis dahin wird es vermutlich noch lange dauern.
Info
Autoren: Julian Wangler
Verlag: BoD – Books on Demand
Erschienen: 06/2026
Einband: Taschenbuch
Seiten: 286
ISBN: 9783696366834
Sonstige Informationen: Produktseite
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