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Review: Star Trek TNG 100&101 – Der Kampf um das klingonische Reich

Lesezeit circa: 4 Minuten

Ein Bürgerkrieg zwischen den klingonischen Häusern droht den Friedensvertrag mit der Föderation zu gefährden.

Der Kampf um das klingonische Reich – Redemption
Staffel 4 – Folge 26 & Staffel 5 – Folge 1

Inhalt

Die Enterprise ist auf dem Weg zum klingonischen Heimatplaneten Kronos, um dort der Einführungszeremonie des neuen Führers des klingonischen Hohen Rates, Gowron, beizuwohnen. Dieser fängt die Enterprise mit seinem Bird of Prey ab und warnt Picard davor, dass ein Bürgerkrieg kurz bevorsteht, da die beiden Schwestern des getöteten Verräters Duras, Lursa und B`etor, eigene Ansprüche auf den Thron anmelden. Ohne dass Picard oder Gowron darüber im Bilde sind, haben sich diese mit den Romulanern verbündet, damit sie ihnen dabei helfen gemeinsam die Kontrolle über das klingonische Reich zu erlangen.

Unterdessen versucht Worf, seine Entehrung rückgängig zu machen, indem er sich mit seinem Bruder Kurn auf Gowrons Seite schlägt, damit dieser ihm später als Gegenleistung hilft, Worfs Ehre wiederherzustellen. Es kommt zu einem alles entscheidenden Showdown, an dem auch die Sternenflotte beteiligt ist und Data die Gelegenheit bekommt sich als Kommandant zu bewähren …

Der Kampf um das klingonische Reich

Rezension

Mehr als jede andere TNG-Folge zuvor fühlt sich Der Kampf um das klingonische Reich wie ein Kinofilm an. Die Sets, die Effekte und die Actionszenen bewegen sich deutlich auf überdurchschnittlichen Niveau. In Hinblick auf die Optik ist die Episode wesentlich düsterer als gewohnt, was aber bei einer Klingonenfolge eigentlich nicht weiter überrascht. Gerade hierin liegt eine ihrer Stärken, da sie so beweist, wie spektakulär die Serie sein kann, wenn sie in Höchstform ist.

Aber auch inhaltlich weiß die Folge auf jeder Ebene zu überzeugen. Sie hat jede Menge Dramatik zu bieten, steht doch nicht weniger als die Zukunft des gesamten klingonischen Imperiums auf dem Spiel. Doch dies ist nur einer von insgesamt drei Handlungsfäden, mit denen dieser Zweiteiler jongliert. Autor Ronald D. Moore ist das Kunststück gelungen, eine verschachtelte Geschichte abzuliefern, die in sich absolut stimmig ist und den Zuschauer nie verworren erscheint.

Da ist zum einen die recht komplexe Politstory, die einen tiefen Einblick in die Machtstrukturen des klingonischen Reiches bietet, was die vielen Fans der Kriegerrasse natürlich erfreut. Die Ereignisse dieser Folge nehmen Bezug auf zwei frühere Episoden, nämlich Tödliche Nachfolge und Die Sünden der Väter. Dadurch bilden sie zusammen einen staffelübergreifenden Story-Arc, was ein Novum in der Geschichte der Serie darstellt. Die für Worf so schmachvolle Entehrung wird wieder aufgehoben und das Reich bekommt mit Gowron einen neuen, wenn auch recht zwielichtigen Anführer, der hier seinen ersten Auftritt bekommt und in der Nachfolgeserie Deep Space Nine noch eine gewichtigere Rolle spielen wird. Unnötig zu erwähnen, dass er von Robert O`Reilly absolut grandios gespielt wird und daher völlig zu Recht zu einem Fanliebling wurde.

Aber auch auf der Seite der Föderation knüpft die Folge an frühere Ereignisse an, denn wir erfahren, was aus Tasha Yar wurde, nachdem sie in der Episode Die alte Enterprise in die Vergangenheit reiste, wodurch ihr früherer Tot wieder rückgängig gemacht wurde. Sie wurde von den Romulanern gefangen genommen, verliebte sich in einen hohen Beamten und bekam mit ihm eine Tochter, Sela, die nun eine führende Position im romulanischen Imperium innehat. Im Gegensatz zu ihrer Mutter ist sie jedoch ein erbitterter Feind der Föderation. Es ist ein bemerkenswerter Kniff, eine persönliche Beziehung zwischen der Crew der Enterprise und den Romulanern herzustellen, welche der Folge zusätzlich ein gewisses Etwas verleiht.

Der Kampf um das klingonische Reich

Und dann wäre da natürlich noch die Geschichte mit Data als vorübergehenden Captain der Sutherland. Der Erste Offizier dieses Schiffes äußert zunächst Zweifel an Datas Eignung für diese Position, die dieser jedoch durch sein professionelles Verhalten schnell zerstreut, auch wenn er bewusst gegen Picards Befehle verstößt, um die Romulaner zu stoppen. In gewisser Weise bringt dies Data seinem Ziel, menschlicher zu werden, näher, da er hier eben nicht, wie eine gewöhnliche Maschine, einfach nur tut, was man ihn befiehlt, sondern, ganz wie ein Mensch, seinen eigenen Kopf hat.

So ist Der Kampf um das klingonische Reich ein ziemlich komplexer, actiongeladener und absolut spannender Auftakt zur fünften TNG-Staffel, der im Grunde keine Wünsche offenlässt.

Sven Wedekin

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