Die Tops und Flops der Redaktion: Star Trek – Deep Space Nine

Lesezeit circa: 6 Minuten

Die Tops und Flops gehen weiter. Dieses Mal wenden wir uns Deep Space Nine zu.

Deep Space Nine war die Serie, die etwas wagte. Im Laufe von sieben Staffeln wurde mit vielen Gewohnheiten der vorherigen Reihen gebrochen. Im Zentrum des Geschehens stand zum Beispiel kein Raumschiff, sondern eine Raumstation. Spätere Staffeln erzählten eine zusammenhängende Geschichte, nämlich den Krieg mit dem Dominion, in allen möglichen Facetten. Hier sind jetzt die Tops und Flops der Warp-Core-Redaktion.

Die Tops und Flops von Götz

Top: In fahlem Mondlicht
»In fahlem Mondlicht« ist eine der besten, wenn nicht sogar die beste »Star Trek«-Episode aller Zeiten, wenn nicht, dann zumindest von Deep Space Nine.

Es war eine Story über die Auswirkungen, die ein Krieg hat. Zum Handlungszeitpunkt, in der sechsten Staffel, tobte der Dominionkrieg bereits seit einiger Zeit und es sah für die Föderation und ihre Verbündeten alles andere als gut aus. Etwas musste geschehen, um Dinge für das Sternenbündnis zu verbessern, und dazu mussten Alliierte gesucht werden. Und die Wahl fiel auf die Romulaner, die davon überzeugt werden mussten, ebenfalls in den Krieg gegen das Dominion zu ziehen. .

Was diese Episode auszeichnete, war wie sehr Benjamin Sisko sich selbst und seine Integrität und Ideale verbog, um das Gewünschte zu erreichen. Am Ende opferte er sogar die Wahrheit, um sein Ziel zu erlangen.

Die Folge war ein Schlag in die Magengrube, in der man sehr gut sieht, was der Krieg mit einzelnen Personen anstellt. Vor allem das Schauspiel von Avery Brooks und Andrew J. Robinson überzeugte. Definitiv ein Must-Watch!

Flop: Die Beraterin
Um es kurz zu machen: »Die Beraterin« ist ein Stinker, ein Reinfall, ein Flop. Nähere Begründung?

Die Episode ist klischeehaft und gibt Stereotypen kritiklos wider. Anstatt sich, wie es bei »Star Trek« üblich ist, mit dieser mentalen Einstellung kritisch auseinanderzusetzen, sah man hier eine sexistische und oberflächliche Folge. Man konnte von Glück für die beteiligten Schauspieler und Rollen reden, dass dieser Flop sie nicht beschädigte.

Die Tops und Flops von Martin

Top: Immer die Last mit den Tribbles
Gut, in erster Linie hat „Immer die Last mit den Tribbles“ nichts mit der Main-Story zu tun, aber sie ist für mich die beste Hommage an Star Trek und Gene Roddenberry! Auch technisch gibt es hier echt nichts zu meckern. Es wurde super die TOS-Ära mit der DS9 Serie zusammengefügt. TOS ein wenig aufgewertet, aber nicht zu viel und DS9 etwas verschlechtert, aber auch hier nicht zu viel. Das heißt, wir haben hier ein Treffen der Generationen in einer perfekten Harmonie. Alles ist stimmig und könnte ohne Probleme glaubhaft in TOS integriert werden. Aber mal zur Handlung. Man versucht hier einen Flüchtigen in der Vergangenheit einzufangen und hat wirklich die beste TOS Folge dafür gewählt. Auch der Humor von TOS und DS9 wurde perfekt vermengt und zu einen insgesamt „lecker Süppchen“ vereint. Diese Folge kann ich persönlich nur wärmstens empfehlen, zumal man sie auch Stand-alone ansehen kann. Danke dem Macher und den Technikern, die diese perfekte Jubiläums-Folge gemacht haben!

Flop: Blasphemie
„Blasphemie“ ist für mich eine Folge zum Vergessen. Wie der Titel schon preisgibt, geht es hier sehr Religiös zu. Dann noch mein Lieblings-Hass-Charakter: Winn. Oh, wie ich sie hasse. So eine penetrante Person, aber zurück zur Folge. Diese ist leider etwas zu religiös und das Drumherum, nämlich die Attentate, gehen hierbei etwas unter. Es erinnert mich auch etwas an die Zustände im europäischen Mittelalter. Religion = Macht. Der religiöse Faktor ist in dieser Episode eben so stark, dass er die Story erdrückt. Weiteres Problem hier: Zu viele Klischees und zu vorhersehbare Handlung. Eben ein echter Flop!

Die Tops und Flops von Marco

Top: „Der Besuch“
Normalerweise käme hier auch wie bei Götz „In fahlem Mondlicht“ – da es ein einzigartiges Thema in Star Trek ist. Es wäre aber langweilig, wenn wir alle die gleiche Folge nehmen würden. Also fällt meine Wahl auf „Der Besuch„. Wie schon bei TNG habe ich diese Folge nicht umsonst fürs erste Review ausgesucht. Dies ist wieder eine dieser Folgen, bei der die Science-Fiction in den Hintergrund gedrängt wird. Es geht darum, wie ein Mensch mit dem Verlust eines geliebten Menschen umgeht. Geschichten dieser Art sind selten in der Science-Fiction und eigentlich nur Star Trek bringt sie so gewaltig auf den Schirm. Sogar meine Frau fand sie richtig gut und die mag eher den Actionteil von Star Trek.

Flop: „Macht der Phantasie
Die erste Staffel Deep Space Nine hatte einige schwache Episoden und auch später kommt es des Öfteren mal zu Aussetzern, denen kann man aber meistens wenigstens irgendetwas abgewinnen. Hier allerdings ist alles irgendwie trivial. Die Story von Wesen, die die Menschheit erforschen wollen und deswegen Figuren aus den Gedanken der Crew lebendig werden lassen, bzw. ihre Gestalt annehmen wäre vielleicht noch okay, wenn das nicht alles so vorhersehbar wäre. Auch die Effekte sind eher billig. Hängen bleibt hier nichts.

Die Tops und Flops von Sabine

Top: „Sieg oder Niederlage“
Für mich eine der Schlüsselfolgen der ganzen Serie: Die Schlacht zwischen dem Dominion und der Föderation beginnt. Dukats Tochter Ziyal wird ausgerechnet von Damar getötet und stirbt in den Armen ihres Vaters. Dukat ist danach nicht mehr derselbe und verliert den Verstand. Insbesondere der Schauspieler Marc Alaimo liefert hier grandiose Arbeit ab. War er bis dahin nur machtbesessen und unberechenbar, ist er nun völlig von der Rolle. Ob diese Wendung gut oder schlecht war, sei allerdings dahin gestellt.

Flop: „Chula – das Spiel“
Bei der Folge fragt man sich zum ersten Mal: Kommt überhaupt etwas Vernünftiges durch das Wurmloch? Bei ihrem Erstkontakt wollen die Wadi nur eines – spielen. Allein dieser Faktor mutet schon etwas seltsam und auch ein wenig platt an für eine hochentwickelte Zivilisation. Die „Spiele“ die die Crew im Simulator bewältigen muss, sind in etwa so spannend wie eine Runde Bingo im Altersheim. Und etwas mehr Budget für die Optik hätte der Folge außerdem gut getan. „Chula – das Spiel“ wirkt insgesamt recht lieblos umgesetzt.

Jetzt seid ihr dran. Welche Folgen fandet ihr gelungen und welche misslungen? Welche ist euer Top und welche euer Flop?

Mehr über Deep Space Nine findet ihr in unserer Übersicht und auf Memory Alpha

Redaktion

Gemeinsame Artikel der Redaktion.

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