Auf ein Mal zeigt die Comicreihe, dass sie durchaus in der Lage ist, den Leser zu unterhalten.

Es geht doch!
Die Nekromantin Camilia von Eisenmark steht vor dem Höhepunkt ihrer Macht. Sie herrscht über den westlichen Kontinent und hat die alten Rassen fast vollständig ausgelöscht. Nichts und niemand kann sich ihr jetzt noch in den Weg stellen.
Wobei es durchaus einige Versuche gibt. Denn einige der alten Völker, Anführer und Helden, treffen sich. Und bilden eine Kompanie, um gegen Cammilia von Eisenmark und ihre Helfer vorzugehen. Ein hochriskantes Unterfangen, dessen Erfolg längst nicht feststeht.
Es geht doch! Es ist doch möglich, dass Die Kriege von Arran-Reihe eine unterhaltsame Ausgabe produziert! Und das einzige, was sie dafür machen muss, ist, an den bisherigen Mankos zu arbeiten.
Es wird persönlicher!
Dafür sorgen dieses Mal J.L. Istin als Autor, der nach dem ersten Band wieder zurückkehrt. Derweil ohne ein Storyboard Kyko Duarte die Zeichnungen macht. Sie hat bislang unter anderem einige Ausgaben der Elfen-Reihe illustriert.
Und so stellt sich Die Wahl des Blutes als persönlicher heraus, als es die ganzen vorherigen Ausgaben der Fall war. Es gibt dieses Mal keine Massenschlachten, keine blutigen Gemetzel. Stattdessen viele kleine, persönliche Momente, in denen die Charaktere glänzen und sich weiterentwickeln können.
Wobei natürlich klar ist, wer gut und wer böse ist. Allerdings ist dies auch die erste Ausgabe, in der die Antagonisten ein wenig besser dargestellt werden, als es die letzten Ausgaben der Fall ist. Das zeigt sich vor allem bei Camilia von Eisenmark. Man lernt eine äußerst ehrgeizige Frau kennen, die es innerhalb von kürzester Zeit geschafft hat, jede Menge Macht unter sich zu sammeln. Und die dennoch von ihrem Endziel noch weit entfernt ist.
Figuren kehren zurück
Ihr entgegen stellt sich die sogenannte weiße Kompanie. Eine Gruppierung von Helden diverser alter Völker. Angeführt wird diese von Lyorshel, dem ehemaligen König der weißen Elfen. Und er versammelt um sich herum Vertreter verschiedenen anderer Rassen. Darunter auch eine menschliche Zauberin und einige Orks.
Hier wird sogar zum ersten Mal in der Reihe auf frühere Ereignisse zurückgegriffen. Denn es tauchen hier einige Figuren auf, die man zuletzt in Die Schlacht von Torunn gesehen hat. Und man erfährt, was sie zwischendurch erlebt haben.
Es ist das erste Mal in der Reihe, dass nicht schon wieder ein neues Szenario, mit neuen Charakteren aufgebaut wird. Sondern wirklich auf frühere Ereignisse und Figuren zurückgegriffen wird. Diese Art von Verbindung wäre etwas, das man sich bereits viel früher gewünscht hätte.
Wenn die Hoffnung trügerisch ist
Dabei entwickelt sich die Story an sich sehr spannend und unvorhersehbar. So gelingt es der Kompanie, einige gute Treffer zu landen. Die unter anderem zu einem kleinen Machtverlust von Camilia führen. Es wirkt fast so, als ob sich hier das Blatt wendet. Als ob die alten Rassen, die ja ansonsten immer wieder fliehen mussten, endlich mal selber einen deutlichen Sieg erringen.
Doch anschließend zeigt sich, dass das eine trügerische Hoffnung ist. Dass am Ende das Böse eindeutig gewinnt. Und einige der Charaktere der Heldenseite sterben, um dann als Marionetten der Antagonisten zu dienen.
Das ist etwas enttäuschend. Weil man sich wirklich erhofft hatte, dass die alten Rassen endlich mal keinen Rückzugssieg erringen. Sondern von sich aus Fortschritt erlangen. Dem ist jedoch nicht so. Stattdessen sterben hier wieder wichtige Charaktere.
Man muss noch immer alle früheren Serien kennen
Und ein Manko wurde nicht behoben! Denn ist noch immer so, dass, damit verstehen kann, wer diese jeweiligen Charaktere sind, man besser die ganzen früheren Serien gelesen haben sollte. Beim wem dies nicht der Fall ist, der hat dann Pech gehabt.
Die Illustrationen von Kyko Duarte sind großartig. Er zeichnet sehr detailliert, so das man in jedem Panel etwas Neues entdecken kann. Und er hat ein Auge für die Figuren. Er weiß, wie er sie inszenieren muss, damit sie unverwechselbar wirken.
Info
Autor: J.L. Istin
Zeichnungen: Kyko Duarte
Farben: Olivier Héban
Verlag: Splitter
Sonstige Informationen: Produktseite
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