Es gibt in dieser Folge jede Menge Wahrheiten und Erkenntnisse. Und nicht alle davon sind positiv.
Einladung zum Gespräch
Als Cleon I (Cooper Carter) noch ein Kind war, entdeckte er die gefangene und aufgeteilte Demerzel (Laura Birn). Im Laufe der Jahre besuchte er sie immer wieder. Bis er, als alter Mann (Terrence Mann), sie befreite, aber auch gleichzeitig umprogrammierte. So das sie ab sofort ihm und dem Imperium gegenüber loyal sein musste.
In der Gegenwart reist Bruder Tag (Lee Pace) mit seiner Armee nach Terminus. Er will den Konflikt mit der Foundation friedlich beilegen. Doch vieles von dem, was er sieht und erfährt, erzürnt ihn so sehr, das befiehlt, den Planeten anzugreifen. Und während es im Orbit des Planeten zum Gefecht kommt, werden er und Demerzel von dem holografischen Hari Seldon (Jared Harris) zu einem Gespräch in dessen Büro eingeladen.
Zuletzt hat die Foundation-Serie aus allen Öffnungen gefeuert. Vor allem die letzte Folge war mit eine der Besten, die die Reihe bislang hatte. Und das Gute ist, dass Vor langer Zeit und doch nicht fern in dieselbe Kerbe schlägt, wenn nicht sogar übertrumpft.
Kleine Gesten, große Bedeutung
Dabei nimmt sich die Folge Zeit. Genügend Zeit, um so einen langen Prolog einzubauen, wo man erlebt, wie Cleon I davon berichtet, wie er zunächst als kleiner Junge das erste Mal Demerzel begegnet ist. Und wie dann im Laufe der Jahre aus dieser Begegnung eine besondere Beziehung entstand, die noch bis heute Konsequenzen hat.
Im Prinzip wird hier einiges enthüllt, dass das, von dem man bislang meinte, dass es so sein müsste, dann am Ende doch nicht so ist. So war man nach dem Ende der letzten Folge davon ausgegangen, dass Demerzel aus eigenem Willen das Imperium heimlich leitet. Doch jetzt stellt sich heraus, dass sie in Wahrheit eine Sklavin ihrer eigenen Programmierung ist. Die von Cleon I geändert worden ist, so das sie nicht mehr an die drei Robotergesetze gebunden ist. Sondern nur noch an einem einzigen: nämlich dem Imperium zu dienen und es zu schützen.
Der Moment, wo diese Programmierung in Kraft tritt, wird auch durch eine bestimmte Veränderung in ihrer Gestik klar gemacht. Hat sie zuvor noch normal gestikuliert, faltet sie dann ab diesem Augenblick die Hände auf ihre bekannte Art und Weise zusammen. Es ist eine subtile Veränderung, die aber so viel deutlich macht.
Wenn die Herrscherin in Wahrheit eine Sklavin ihres Reiches ist
Und auf diese Weise ist die eigentliche Herrscherin des Imperiums in Wahrheit eine Sklavin. Und die Person, die dafür verantwortlich ist, ist schon seit langem tot. Womit sie niemanden hat, an dem sie sich rächen kann. Sie folgt ihrer Programmierung, wobei sie wirklich das Imperium an sich über die Cleons stellt. Was man ja gut am Ende der letzten Season erkennen konnte, wo sie in Der Sprung den damaligen Bruder Morgen das Genick brach, weil er mit seinen Aktionen das Imperium, ihr Erbe, in Gefahr brachte.
Wie ihre Prioritätenliste aussieht, das kann man auch gut in dem anderen Plot erkennen, der den Hauptteil der Episode in Anspruch nimmt. Wo man sieht, wie der aktuelle Bruder Tag seine Streitkräfte im Orbit um Terminus aufsucht. Und dann Dinge anfangen zu eskalieren.
Im Prinzip sieht man hier sehr schön die Arroganz und Überheblichkeit, sowie die Neigung zur Brutalität, die ihn ja schon immer ausgezeichnet hat. Er ist der Meinung, dass er mit einer friedlichen Einigung ein Zeichen für einen Neuanfang setzen kann. Nur um dann mit seinen Aktionen dafür zu sorgen, dass genau das Gegenteil geschieht. Er führt sich auf, wie ein Elefant im Porzellanladen, interpretiert vieles so, wie es ihm gefällt und hält sich für den größten.
Wenn das Selbstbild wiederholt erschüttert wird
Bis er und Demerzel zu Hari Seldon in sein Grab eingeladen werden. Wo der holografische Seldon genau weiß, wer das eigentliche Sagen hat. Und entsprechend mit ihr agiert. Was sogar so weit geht, dass er Demerzel den Primärradianten gibt und dabei Bruder Tag gefühlt links liegen lässt. Wiederholt erschüttert er das Selbstbild des Imperialen, in dem er auf seiner Mathematik beharrt und sich nicht durch ihn einschüchtern lässt.
Was dann dazu führt, dass als die Foundation mit der Invictus aus Verteidigung die Streitkräfte des Imperiums angreift, er den Untergang von Terminus in die Wege leitet. Man merkt, dass er dies tut, um sich wieder seiner selbst sicher zu sein. Er will zeigen, dass er die Macht besitzt und zeigt sich dadurch allerdings umso machtloser.
Das wird auch dadurch deutlich, als Demerzel ihn, als sie anscheinend eine Art Signal von Trantor erhält, einfach stehen lässt. Und dabei einige Wahrheit fallen lässt. Darunter ebenso die, dass sie nur deshalb eine körperliche Beziehung zu ihm hatte, weil sie hoffte, ihn so besser kontrollieren zu können. Was dann ja grandios gescheitert ist. Nicht, dass der Imperiale großartig darüber nachdenkt. Er erfreut sich darüber, dass er mit ansehen kann, wie Terminus untergeht. Anders als seine Untergebenen lächelt er dabei, was einmal mehr zeigt, wie kaputt eigentlich seine Psyche ist.
Hoffentlich kommt die Aufklärung nächste Folge
Natürlich vergisst die Folge Gaal und Salvor nicht. Wo Letztere zunächst ihre Mutter rettet, ehe dann beide in ihrem Raumschiff gegen Tellem kämpfen müssen. Und anscheinend unterlegen sind, bis auf ein Mal Hari Seldon wieder auftaucht, quicklebendig und sie rettet. Es wird nicht gesagt, wie er überlegt hat. Aber das wird hoffentlich in der noch kommenden Folge geklärt.
Es ist wieder eine grandiose Episode.
Informationen
Regie: Roxann Dawson
Drehbuch: Jane Espenson & Eric Carrasco
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