[Perry Rhodan 3076] Inmitten der Lichtfülle

Lesezeit circa: 10 Minuten

Im Zentrum der cairanischen Macht – terranische Mutanten versuchen zu infiltrieren

Perry Rhodan 3076 Inmitten der Lichtfülle
©Perry Rhodan KG

Titel: Inmitten der Lichtfülle
Autor: Arndt Ellmer
Titelbild: Dirk Schulz
Erschienen: 31.07.2020

Zur Handlung

Am und im Sternenrad (22. bis 25. Juni 2046 NGZ): Nach dem Hyperschock durch das Erscheinen des Sternenrads reorientiert, gehen von Bord der SYKE die Wissenschaftler Lionel Obioma und Chione McCathey in den Einsatz. Sie können zu dem Psi-Trio an Bord der von Cairanern abgeschleppten FONAGUR und hierüber ins Sternenrad gelangen. Auf der Welt Ecaitan gehen sie an Land und beginnen ihre Nachforschungen.

So leben auf Ecaitan allein 1,6 Mio. Terraner, sog. Kriegsflüchtlinge des 1. und 2. Orion-Krieges, denen man hier Obdach bot. Diese wissen nach 400 bzw. nur erinnerten gut 300 Jahren nichts mehr von außerhalb, können ansonsten aber frei studieren. So auch zu Emlophe, dem Weißen Loch, über das sie für die Cairaner mehr herausfinden sollen. Das Team kann mit mehreren Terranern Kontakt aufnehmen, (illegal) Daten abzapfen, kann dann aber nur dank TARA-Psi cairanischem Zugriff entgehen. In einem Sperrgebiet stoßen sie nicht nur auf eine Art Hyperschneegestöber, einen kleinen cairanischen Jungen namens Aipu, sondern nehmen die Präsenz der Superintelligenz HATH’HATHANG wahr, deren Hinterlassenschaft das Sternenrad ist und die doch nicht tot zu sein scheint…

Die Drei Ultimaten Beobachtungen

1. Willkommen zurück AE in der EA von PR

Dreihundertsechsunddreißig Wochen! Rund sechseinhalb Jahre! Solange ist es her, dass Arndt Ellmer mit 2740 Griff nach dem Galaktikum und der Vernichtung eines Planeten das Schreibfeld räumen musste. Nach sagenhaften 25 Jahren(!) Betreuung der LKS ist der LKS-Onkel 10 Wochen später (Heft 2750) auch von diesem Amt zurückgetreten. Seither hat LKS-Tante Michelle Stern den Griffel übernommen und AE beerbt.

Falls es bekannt war, wusste ich nichts Genaueres zum Grund seines Aussetzens. Daher fürchtete ich schon, AE hätte zwangsweise abdanken müssen. Doch dann las ich, dass er noch im Autorenteam geführt ist und durchaus auch auf Autorenkonferenzen zugegen gewesen ist. Und nun also nach besagten Äonen die Rückkehr des Ellmers – Willkommen zurück! Zum Restart, dass es doch noch alles auf der Kippe gestanden hat, wie Bolle er sich vorfreute und dass wir ihn in zehn Wochen erneut lesen können – PROC-Interview für Details. Bin  sehr gespannt, auch wenn ich zugegeben meine Probleme mit diesem Roman hatte – siehe Fazit.

2. Cairanisches Familienglück

Über cairanische Verhältnisse und Beziehungsformen erfuhren wir immer mal wieder. So auf Iya von Cairaner, wenn sie ihre Gespürhände intim aneinander legen … In 3031 Die Gewaltigen von Everblack erfahren wir eindrücklich, wie ein cairanischer Kommandant seine Crew händelt. Vielverwiesen die zerrüttete Familie Gaazkin mit Tochter Neseese. Und sicherlich hier und da noch mehr en detail, das ich nicht parat habe.

Arndt Ellmer wiederum kennt sich mit Alien-Kindern, an denen es hier nicht mangelt, bestens aus. Schließlich hat er schon vor 549 Wochen mit Band 2527 Kleiner Stern von Chatria die kleine Sativa in Szene gesetzt. Hier schreibt er zwar in sechs von 13 Kapiteln aus der Sicht der erwachsenen Panarchiv-Agentin der Reserve und Kosmopsychologin Dupa Emuladsu. Im Grunde dreht es sich aber zumeist um sie als Mutter ihrer zahlreichen Kinder und vor allem um den kleinen Aipu.

Im Innersten geht es Dupa Emuladsu um das Wohlergehen der Schar und Aipus, der als meist kaum sprechfähiger Außenseiter sozial gehemmt ist. Unter Cairanern anscheinend nicht unüblich in solchen Fällen, es mit einem Korrektiv-Organoid zu versuchen. Es scheint damit jedoch eher schlimmer geworden zu sein … Ich übersetze Rhodanautisch ins Deutsche: Da braut sich was zusammen, da wurde durchs Organoid erst recht was in Aipu geweckt, was sowieso schon in ihm schlummerte. Eventuell eine Psigabe o.Ä., weshalb in seiner Anwesenheit sich Technik repariert und weshalb es ihn mutmaßlich überhaupt erst zum „Riss“ zieht. Dort, inmitten des Sperrgebiets, inmitten von auf der Hand nicht schmelzenden Trockeneis-Schneegestöber harrt er aus und lauscht wispernden Stimmen. Stimmen wie im Wehgang durch die Zerozone zu hören?

Dupa denkt fast immer an ihre Kids und lässt sich selbst im Einsatz von Ammenrobotern auf dem Laufenden halten. Ggf. schlummert in ihr die Psigabe der Helikoptermutter? Mit hochgezogener Augenbraue habe ich diesen Satz über sie gelesen: »Da ist etwas wie … mütterliche Sorge. Es ist eine Frau.« (Kap. 10) Na, wenn nur Frauen mütterlich im Sinne von fürsorglich (unter den Cairanern) sein können… Mal sehen, ob es ihr zum „Verhängnis“ wird. Denn sie springt sofort an, als sich das Einsatzteam bei ihr meldet und den entlaufenen Aipu aus dem Sperrgebiet zurückbringen will. Falls sie nun übermäßig dankbar ist und darüber ihre Aufgaben vergisst…

Apropos- sehr schön: Als Kosmopsychologin, die auf 400 Jahre psychologischer Studien an Terranern & Co. auf Ecaithan zurückgreifen kann, kann sie genauso lemuroide Báalols nur anhand derer Hände auseinander halten. Und das ist ein urcairanischer Blick auf Lebewesen! Kein Lesen in bei Cairanern ohnehin starren Gesichtern, sondern ein Erkennen ausdrucksstarker händischer Gestik anstelle lemuroider Mimik. Wie viel man doch von sich auf die anderen projiziert und diese nur gleichartig zu deuten versucht…

3. Das Sternenrad, es dreht sich – aber wie?

Das Sternenrad – Das Zentrum cairanischer Macht – wie es schon der Untertitel verheißt. Wir erfahren einiges darüber, in erster Linie aber nur die Sicht der Cairaner (stellvertretend durch Dupa). Demnach sei es nichts als ein Instrument des und für den Frieden. Ein Hort, in dem auf Ecaitan 1,6 Mio. Terraner und weitere Galaktiker vor den Wirren der Orion-Kriege geborgen werden konnten. (Auch zwecks kosmopsychologischer Studien an diesen zwangsweisen Versuchskaninchen – murmelmurmel)

Letzte Woche noch fehlerinnert hatten wir das Sternenrad schon einmal kurz in der Fernortung. In Die Gewaltigen von Everblack (3031) entdeckte die USO das Gebilde nahe dem Hovcaisystem. Und man informierte die LfG so gut, dass man an Bord der SYKE anfangs richtiggehend enttäuscht war, es mit einem viel kleineren und unimposanteren Gebilde an der Bleisphäre zu tun zu haben. Um einen gerade so erträglichen Hyperschock nach Rücksturz aus dem Hyperschub-Flug zu ermöglichen, kann man nämlich das Sternenrad in seiner Größe variieren. Ich finde das außerordentlich erstaunlich und einiger Worte wert!

Das Sternenrad, das aus dem höchst faszinierenden Fundus der Superintelligenz HATH’HATHANG stammt. Diese hat auch das Weiße Loch, Emlophe, „geborgen“, wie Aipu wortkarg andeutet. Emlophe wiederum, soweit ich verstanden habe, fungiert auch als „Schleuse“ ins und aus dem Sternenrad. Das existiert also nicht als offen zugängliches Sonnensystem. Ein Weißer Schirm, der nächste Woche Titelthema wird, erzeugt durch gegenläufige Bewegungen überhaupt erst den namensgebenden Effekt eines Rades. Zu vermuten, dass HATH’HATHANG noch wichtig wird, gar nicht „tot“ ist, sondern nur „gefangen“ oder sonst wie für hinterhändische cairanische Pläne missbraucht. Kurzum, wir haben nur allererste, grobschlächtige Ersteindrücke vom Sternenrad erhascht. Diese suggerieren friedlichste Zwecke entlang einer langen Mission der Cairaner. Ganz so unhinterfragt kann das aber nicht stehenbleiben, so sehr auch jetzt schon wieder diverse Daten falsch gestempelt worden sind. Angeblich erst ab 1722 wurden insb. Terraner ins Sternenrad geholt, laut geheimerer Daten ist deren Hauptstadt Kosmopolis jedoch seit 1600 (122 Jahre zuvor) längst errichtet worden. Thesanite Voraussicht oder verschleierte Absichten?

Fazit zu Inmitten der Lichtfülle

„Arndt Ellmer ist seit Jahrzehnten für die PERRY RHODAN-Serie und ihr Umfeld tätig, er hat uns oft bei kniffligen Situationen aus der Patsche geholfen. Zuletzt war er erkrankt – aber jetzt ist er wieder da.“ So heißt auch K. N. Frick den Autor in seinem Blog zurück. AEs Erstling im Übrigen mit Nr. 1155 Der Erwecker von 1983, als der Autor dieser Zeilen hier noch gar nicht geboren war, was den Autor von Inmitten der Lichtfülle damit zum erfahrensten Fuchs im Autorenteam macht.

Eingestehen muss ich dennoch, dass ich mit dem ggf. noch so fuchsigen Schreibstil und der so präsentierten Handlung schwer klargekommen bin. Nun neige ich sowieso zum Gegenteil, aber die teils extreme Satzkürze hatte für mich keinerlei Würze. Ab Kapitel 8 wurde es zwar besser, für mich war es jedoch viel zu abgehackt; statt eingängig wurde es für mich so arg hastig, teils gehetzt. Im Kielwasser kamen die Figuren auch nur charakterlos bei mir an, unterhielten sich, als würde ihnen pro Wort vom Sold abgezogen. Wehe, Chione und Co. beschweren sich bei Aipu über dessen Wortkargheit, sollten sie wie erwartet mit dem Kleinen in Kontakt treten…

So interessant ihre Designerbaby-Herkunft sein mag, so schrecklich finde ich sie als überschrullig gezeichnete, mit Würrd-Steinen ständig herumhantierende Wissenschaftlerin. Ich mag solche Überzeichnungen von Forschern in einer SCIENCE-Fiction-Serie nicht wirklich. Vielleicht zaubert sie noch genprogrammierte Fähigkeiten hervor, so finde ich es bisher nur fragwürdig, die Raum-Zeit-Archäologin und Astrophysikerin in einen Einsatz in unbekanntestes Feindesland zu entsenden. Gut, hat sie auch selber mit drei „Gründen“ selber eingefädelt…

Nach seinen sykophantischen Ahnungen ist im für mich sprunghaften Hin und Her der Ortswechsel auch Lionel Obioma recht blässlich. Zugegeben, ich hätte ein maximal anderes Team in den Einsatz entsendet.. Und wo war eigentlich Atlan? Mit keinem Wort wurde er vor Beginn des Ganzen involviert, hat man ihn im hyperverstrahlten Kuddelmuddel durchs Sternenrad auch nur anzufunken versucht. Mit der Kommandantin der TARTS tauschte man sich hingegen von Bord der SYKE sehr wohl aus. Offene technische Fragen dürfte Physikerin und Technikspezialistin vom Dienst Verena Themsen kommende Woche aufklären.

Apropos: Immer eine Woche vor Erscheinen wird auf die Risszeichnungen in den Romanen auf der offz. Seite vorausgeblickt. Das immer lesenswert und im Stile, als wären die RZ-Zeichner profunde Technikgrafiker aus dem Perryversum. So zuletzt vorausgeblickt auf einen cairanischen Vital-Supressor. Passend zum Stil hierzu im aktuellen Report ein Interview aus dem Perryversum in anregendem Plauderton über die technischen Besonderheiten der THORA. Höchst lesenswert! Und wünschenswert, würden die Autoren es vermehrt schaffen, perryversale Technik so lockerflockig darzustellen. Meist lesen in der Handlung Wissenschaftler, die es besser wissen und können sollten, leider nur vom Datenblatt ab, was steif und wie auswendig gelernt klingt. Da fehlen mir die Harald Leschs, wenn man sie braucht. Dabei gibt es solche – unbedingt also im hiesigen Report nachlesen!


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Dominic Schnettler
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