Die PAD-Seuche regiert – und ein Rechengehirn verliert den Verstand
Inhalt
Die PAD-Seuche grassiert weiterhin. Haluter gegen Lemurernachfahren, Krieg in der Galaxis droht. Geoffry Abel Waringer, Wissenschaftler und Perrys Schwiegersohn, ahnt bereits, dass es nicht dabei bleiben wird. Das Mondgehirn NATHAN, zumindest dessen Bioanteil, dreht durch. Also muss der Bioanteil abgetrennt werden.
Atlan macht sich unterdessen auf nach Turass-Neo, wo sein Zuchtprogramm zur Schaffung neuer, nicht dekadenter Arkoniden läuft. Dort soll es einen Heilungsansatz gegen die PAD-Seuche geben. Was sich als teilweise richtig erweist, wenn auch nicht ganz.
Meinung
War im Heft der Vorwoche schon einiges im Argen, haut Kurt Mahr hier in die gleiche Kerbe. Während Atlan auf Turass-Neo entdeckt, dass die Hoffnung auf Heilung der Seuche „nur“ eine temporäre Beeinflussung der kranken Haluter liefert, indem sie in ihren Aggressionen auf Terra umgelenkt werden, Haut Mahr hier Fehler auf Fehler raus.
Die Haluter greifen Turass-Neo mit etwa 800 Schiffen an, was Atlan mit der Feststellung „fast 200.000 Haluter“ quittiert. Ein Volk, welches seine Zahl auf 100.000 begrenzt hat. Was schon in Heft 200 beim ersten Auftritt drinstand. Sowas tut mir schon körperlich weh.
Setzen wir noch einen drauf? Aber sicher doch. So kann Ras Tschubai, ich zitiere, „ein Teleporterfeld von etwa 3 Metern um sich herum errichten“ und so Takvorian mitnehmen. Ja ne, ist klar. Zuletzt gab es eine solche Blödsinnsaussage in den ersten 50 Heften. Aber von einem Kurt Mahr, der quasi seit Anfang an dabei ist, mehrfach schrieb dass zum Teleportieren Körperkontakt zwingend erforderlich ist, erwarte ich mehr Sorgfalt. Einfach mal Schwachsinn postulieren, damit die Handlung irgendwie passt, das darf nach 12 Jahren Perry Rhodan nicht so passieren.
Auch der völlig unnötige Tod des Antagonisten Thring Malok passt in dieses „unlektoriert“-Schema. Wenn ich jemanden mit einem Schoker ausschalte, dann schaue ich auch nach, dass dieser wirklich gelähmt ist. Zumindest als kampferfahrener Atlan.
Reden wir nicht von NATHAN – in dem Giganten gibt es nur 8 Balpirol-Wandler, an denen die Verbindung zum Bioplasma unterbrochen werden muss, damit das Mondgehirn wieder funktioniert, zumindest rein positronisch. Okay, kauf ich. Die Auslösung dieser Unterbrecher läuft allerdings über NATHAN. Jau. Richtig. Ich gebe die Kontrolle über das Mittel, NATHAN auszuschalten, an NATHANs Kontrolle. Geht’s noch?
Ja, Perry Rhodan war eine Heftreihe für Jedermann, damals noch mehr wie heute. Entsprechend einfach und simpel musste Handlung konstruiert sein. Verstehe ich. Seine Handlung aber so arg simpel zu konstruieren, ohne wenigstens einmal EINE Sekunde nachzudenken, das ist schon Leserbeleidigung.
Wo ist da das Lektorat, dem sowas auffallen sollte?
Dieses Heft ist von Kurt Mahr. Seit Anfang an bei der Reihe dabei und oft Garant für spannende Hefte. Da darf man einfach mehr Sorgfalt erwarten.
Und eigentlich war die Handlung ja nett aufgebaut und spannend.
Aber eben so sinnfrei, dass eine Abwertung von eigentlich 7 auf 5 von 10 Sternen unvermeidbar bleibt. Sorry.
Info
Autor: Kurt Mahr
Titelbild: Johnny Bruck
Erschienen: Freitag, 25. Mai 1973
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