Ein großartiger Mensch ist von uns gegangen. Das Fandom trauert um Thorsten Walch.
Kurz nach der FedCon, am Sonntag Abend, piepte mein Handy und ich bekam die Nachricht, dass Thorsten seinen Kampf verloren hatte. In Bonn hatte ich mit vielen Leuten über ihn Gespräche geführt. Wir alle wollten ihn wiedersehen, er fehlte einfach.
Am Montag hatte ich eine lange Autofahrt vor mir und zum Glück Ablenkung, also keine Gelegenheit zum Nachdenken. Am Abend, als ich mit meiner Frau alleine war, konnte ich das alles erst richtig erfassen. Als ich meiner Frau von ihm erzählte, sie kannte ihn nur von seiner Arbeit bei uns, kamen mir die ersten Tränen. Und auch diese Zeilen schreibe ich nicht ohne.

Da ist ein Mensch von uns gegangen, der wie kein anderer war. Thorsten war der gütigste, loyalste und aufrichtigste Mensch, den ich kannte. Wann immer ich mit ihm sprach, hatte er nicht nur Anekdoten sondern auch Ratschläge für mich. Als ich mit einem Sachbuch anfing, schaute er gerne mal drüber und gab Tipps. Er war nicht nur ein Teil der FedCon-Familie, oder des Fandoms. Er war der Yoda. Und das, obwohl er in seiner Rolle als Klingolaus auch mal gerne „arsh’Ful!“ verteilte. Aber niemand war mehr „ein echter Jedimeister“ als er – dabei habe ich ihn nie in einem Lichtschwertduell gesehen.
Meine Reise mit ihm begann erst 2019 auf der Starbase Convention. Und ich bin traurig, dass es nicht schon eher der Fall war. Vor allem, wo ich selbst mal in seiner Nähe gewohnt habe und deswegen ihn einfach viel öfter hätte sehen können. So blieb unser Kontakt halt fast ausschließlich online und auf diversen Conventions. Immerhin einmal habe ich die Distanz auf mich nehmen können und war auch beim Phantastik Treff dabei, welcher im Wechsel mit seinem Klingolaus-Dinner stattfand und grob die gleichen Gäste hatte. Überrascht war ich, als ich ihn bei den Space Days In Darmstadt traf. Da hatte ich ihn tatsächlich nicht erwartet. Neben all diesen Eigenschaften, die ihn schon besonders machten, war er obendrein auch noch ein wandelndes Nerd-Lexikon.
In seiner Brust schlug ein Herz, welches nicht nur Star Trek, sondern auch Star Wars liebte. Und er liebte die Menschen und deswegen wurde er auch von ihnen geliebt. Ein alter Spruch lautet: Viele Menschen treten in dein Leben, aber nur wenige hinterlassen Spuren in deinem Herzen. Thorsten hat dies bei mir getan.
Ein Platz im Sto’Vo’Kor ist ihm sicher und er ist nun eins mit der Macht. Viel Kraft allen Hinterbliebenen und all seinen Freunden. Die Welt ist um einen guten Menschen ärmer, der nicht einmal 60 wurde, dafür hat das All einen neuen Stern.
Wer mehr über ihn wissen mag, kann gerne in seine selbst verfasste Vorstellung schauen. Wer seine Familie bei den Bestattungskosten helfen will, der kann dies über die von Kathrin Helg organisierte Spendenaktion machen. So kommen zu der Trauer nicht auch noch finanzielle Sorgen.
Aber nun lassen wir andere Freunde und Weggefährten zu Wort kommen.
Das Jahr 2019 war mein Katapult in die große Gemeinschaft der Nerds, Geeks, Trekkies, Warsler, Whovians und mehr. Auf der Starbase Convention in Osnabrück tummelten sich viele Menschen und Aliens aus unterschiedlichen Franchises. Ich unterhielt mich gerade als ich plötzlich hinterrücks mit einer Pike angestupst wurde, gefolgt von einem sonoren „arsh’Ful!“. Ich drehte mich um und da stand er, beeindruckend und majestätisch, der ehrenvolle Klingolaus persönlich in Begleitung seines Mad Darth Reindeer. So lernte ich Thorsten kennen und wir verstanden uns prima.
Thorsten war ein wunderbarer Mensch. Mit ihm konnte ich über alles quatschen und diskutieren. Egal ob Star Trek, Star Wars, Musik, Persönliches. Alles zwischen Himmel und Erde konnte zum Thema werden. Ich habe ihm gerne zu gehört, wenn er mit seinem ihm typischen hessisch gefärbten Deutsch erzählte, sang oder aus seinen Büchern vorlas. Wir hatten eine schöne Zeit und die Erinnerungen daran werden mich begleiten.
Sein Leidensweg und sein Tod haben mich tief betroffen und er wird mir fehlen.Michael Ende lässt seinem Buch „Momo“ Meister Hora auf Momos Frage, was denn sei, wenn das Herz aufhörte zu schlagen, antworten: „Dann hört auch die Zeit für dich auf. Man könnte sagen, du selbst bist es, die durch die Zeit zurück geht. Du wanderst durch dein Leben zurück, bis du zu dem großen Silbertor kommst, durch das du einst hereinkamst. Dort gehst du wieder hinaus.“ Was auf der anderen Seite ist, beschreibt Ende als Musik. Meine christliche Erziehung und mein Glaube lassen mich ein anderes Bild sehen. Aber was auch immer dort liegt, lieber Freund, wir werden uns dort wiedersehen.
Es war mir eine Ehre. Qapla‘
-Kirsten Pevestorf
Thorsten hat bei mir einen so großen Eindruck hinterlassen, dass ich ihn schon nach kurzer Zeit in meinen Büchern verewigt habe. In meinem zweiten Star Wars Buch habe ich ihm eine Rolle als Thoori Valshnu förmlich auf den Leib geschrieben. Am Ende des Buches schreibe ich, wie mein Protagonist ihm in naher Zukunft an der Ampel begegnet, als er auf dem Weg zu einer Con ist, um sein Buch „Es lebe Star Wars 2“ vorzustellen.
Und im dritten Buch aus meiner Reihe, das auf der FedCon spielt, ist er in seiner Paraderolle als wandelndes Filmlexikon auf dem Nerdquiz zu lesen. Vieles von dem, was ich gemacht habe, nachdem wir uns kennenlernten, gäbe es heute nicht ohne ihn. So auch das T-Shirt, das ich ihn zum Geburtstag geschenkt habe, auf dem er aufgrund eines Missverständnis als „Herr Rissenford“ zu sehen ist. Thorsten war ein Geber, ein großer Menschenfreund. Er war ein herzensguter Mensch, der die Menschen geliebt hat und das hat er sie spüren lassen. Deswegen liebten die Menschen auch ihn. Er hinterlässt eine Riesenlücke. Im Fandom und in meinem Leben. ich bin froh, dass ich ihn kennenlernen durfte. Was ich zurückgeben kann ist, ihn in meinen Texten weiterleben zu lassen.
-Joachim Sohn
Wie fängt man an, wenn man innerlich eigentlich immer noch leer ist?
Am Pfingstsonntag hat ein Mann diese Welt verlassen, den ich seit 30 Jahren mit Stolz einen meiner engsten Freunde nannte. Aber Thorsten war mehr, er war fast schon Familie. Und nicht nur Thorsten, auch seine Frau Sabine hat diesen Platz in meinem Herzen.
Uns verband nicht nur unsere gemeinsame Leidenschaft für Sci Fi im Allgemeinen und für Star Trek im Besonderen.
Ich erinnere mich an lange Abende, an denen wir über alle möglichen Themen philosophierten, an seine Auftritte in Gestalt des Klingolaus, an seinen „Rockabilly Klingon“. Diese Kunstfiguren weckten dann auch in mir das Interesse am Cosplay. Zuerst als Teil der legendären „Starfleet Expendables“, später dann mit diversen Eigenkreationen, die in meinem Projekt „The Wheelchair Cosplayer“ gipfelten.
Ja, ich sage es gern immer wieder, ohne Thorsten wäre ich niemals ein Cosplayer geworden, ohne Thorsten wäre ich niemals Teil des Star Trek Fandoms gewesen.An diesem Pfingstsonntag ist die Welt ein großes Stück ärmer geworden, und der Himmel um einen hell leuchtenden Stern reicher!
„Der Tod ist der Zustand, in dem man nur in der Erinnerung anderer existiert, weshalb er kein Ende ist. Keine Abschiede, nur schöne Erinnerungen.“
Machs Gut, mein Freund…
-Silko Rodig
Lieber Thorsten,
in unseren Herzen wirst du für immer bei uns sein.
Deine Worte, durch die wir die Welt mit deinen Augen sehen durften, und die vielen gemeinsamen Momente werden uns ewig in Erinnerung bleiben.
Du hast Spuren hinterlassen, die niemals verblassen werden.Ad astra per aspera, Thorsten.
-Marcus Stock – Trekdinner Ruhrpott

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