[Perry Rhodan NEO 235] Das Mausbibergrab

Lesezeit circa: 6 Minuten

Die CREST II erreicht die Ursprungswelt der Shafakk und ein Einsatzkommando findet Das Mausbibergrab

PerryRhodan Neo 235 Das Mausbibergrab
© Perry Rhodan KG

Titel: Das Mausbibergrab
Autor: Ben Calvin Hary
Titelbild: Dirk Schulz / Horst Gotta
Erschienen: 18.09.2020

Zur Handlung

Die CREST II steht vor der Blockade der Shafakk, ein Durchkommen ist unmöglich. Der Omnit Bingdu vermutet auf der Herkunftswelt der Shafakk eine Möglichkeit sie zu beeinflussen, das nächste Ziel steht fest. Ein Einsatztrupp aus Perry Rhodan, dem Oxtorner Omar Hawk, Cameron Canary und Gucky findet nahezu apathische Shafakk vor, die durch die von einem Turm ausgehende Lethargiestrahlung vor sich hinvegetieren.

Im Inneren des Turmes erwarten sie Heerscharen Shafakk und zu ihrer großen Überraschung der Sleeker Woggrill (siehe NEO 213 – hier war er der blinde Passagier). Woggrill tritt vor den Shafakk auf und erzählt in Bildern deren Entstehungsgeschichte. Rhodan und Co. nehmen Kontakt mit ihm auf und er führt sie zur Quelle der Strahlung. Das Team muss vor den erwachenden Shafakk fliehen, rettet sich im Turm nach oben, wohin die Mausbiber nicht folgen, denn die Strahlung wird immer stärker und erzeugt körperlich starke Schmerzen.

Das Team findet dort ein silbernes Paket, von dem der Einfluss ausgeht, und wird von Robotern angegriffen. Im letzten Moment erscheint Watson, welcher aus der CREST II getürmt ist, und rettet gemeinsam mit Omar Hawk die Gruppe. Als Rhodan während des Rückzuges auf Guckys Wunsch hin die Silberfolie entfernt, steigt die Strahlung exponentiell an und nur dem erneuten Eingreifen von Omar Hawk ist es zu verdanken, dass es nicht zur Katastrophe kommt.

Auf der CREST II gelingt es den Terranern und Bingdu, die Strahlung über den Libraschirm nach außen zu projizieren und damit eine angreifende Shafakkflotte abzuwehren.

Gedanken zu Das Mausbibergrab

Inhaltlich war einiges los in Das Mausbibergrab. Schauen wir doch einmal detailliert nach.

  • Starten wir mit dem Okrill und der Positronik: Watson entkommt aus der CREST II und folgt dem Einsatzteam. Das ist zum einen der Dusseligkeit seiner Aufpasser zu verdanken, aber eben offenbar auch SENECA, der Bordpositronik der CREST II. Erneut hilft der Rechner auf eigene Faust dem Okrill, ohne es mit Kommandantin Thora Rhodan da Zoltral abzustimmen. Wieder wird hier eine spannende Entwicklung von SENECA angedeutet, jedoch weiterhin noch nicht näher erläutert bzw. aufgrund der Umstände nicht näher untersucht. Das bleibt spannend.
  • Iltu und Jumpy: Ben Calvin Hary baut zwei Namen in seinen Roman ein, die bei alten Rhodanisten die Ohren klingeln lassen. In beiden Fällen sehr geschickt auf NEO angepasst, denn “Jumpy” klingt natürlich nicht sonderlich extraterrestrisch. Der eigentliche Name Tscham-Piy – welchen Gucky dann etwas verschleift – dagegen schon. Auch die Erklärung, dass Iltu die Bezeichnung einer weiblichen Ilt ist und die Dame eigentlich Liondra heißt, ist sehr gelungen. Leider wird aber am Ende nichts aus mitreisenden Artgenossen für Gucky: Liondra stirbt, Jumpy bleibt zurück. Allerdings behält er das Multifunktionsarmband von Rhodan. Eine kleine Hintertür bleibt also offen.
  • Der Sleeker und die Geschichte der Shafakk: Woggrill tanzt die Geschichte der Shafakk, welche er wohl vom ranghöchsten Shafakk des Planeten erfahren hat. In dieser Geschichte wird die lokale Sonne in irgendeiner Weise vom Dunkelleben “infiziert”, wodurch die Vorfahren der Shafakk mutieren. Das wird später durch Experimente der Omniten noch gefördert. Unklar bleibt dabei, ob diese Geschichte komplett richtig ist oder aus Halbwahrheiten besteht. Denn später stellt sich heraus, dass der Psistrahler im Paket ein mumifizierter Ilt-Vorfahre ist. Dieser weist aber ein Alter von rund 300.000 Jahren auf, während die Experimente der Omniten vor 250.000 Jahren erfolgt sein sollen.
  • Gucky und seine Scham: Unser aller Lieblings-Ilt kämpft nicht nur mit seiner Wut auf die Shafakk, deren Verwandtschaft ihm wenig gefällt, sondern auch mit seiner Scham, womöglich das Ergebnis von Experimenten der Omniten zu sein. Als klar ist, dass die Ilt-Mumie älter als die Experimente ist und damit die Wahrscheinlichkeit, dass seine Fähigkeiten doch natürlichen Ursprung haben, erleichtert das Gucky sehr. Der NEO-Gucky ist weiterhin tiefgründiger und verletzlicher als es sein Namensvetter aus einem verwandten Universum ist – und das ist gut so!
  • Die Shafakk und die “Ascheflocken”: Wie Cameron Canary im Turm feststellt, haben die Shafakk genau wie die Omniten “Ascheflocken” im Blut, also eine Abart des Dunkellebens. Das finde ich ausgesprochen spannend, denn daraus ergibt sich die Frage, ob das für alle Shafakk gilt oder nur für die Bewohner des Ursprungsplaneten. Diesen Gedanken weitergesponnen, könnte man sich auch fragen, ob auch Ilts diese “Ascheflocken” im Blut haben und ob dies dann auch für Gucky gilt. Ob den Ilt schon einmal jemand darauf untersucht hat. Außerdem sind auch die Auswirkungen dieses Phänomens weiter unklar. Der Omnit Bingdu scheint völlig normal im Rahmen dessen, dass er ein Extraterrestrier ist und bei Merkosh erleben wir erst die Entwicklung dahin. Es bleibt spannend.

Fazit

Das Mausbibergrab ist zweifelsohne gut geschrieben, wirft die eine oder andere neue Frage auf und deutet andere Dinge an. Der Spannungsbogen funktionierte für mich nur bedingt, zu schnell war klar, dass Watson der Gruppe zu Hilfe kommt und die Situation am Ende retten wird. Vielleicht hat dieser NEO bei mir deshalb auch nicht ganz gezündet.

Der Titel Das Mausbibergrab hatte vor dem Lesen impliziert, dass es sehr viel mehr um Ilts geht und wir eher eine Art Massengrab erleben, das war dann nicht der Fall. Der Titel bezieht sich wohl auf den mumifizierten Ilt-Vorläufer in Alufolie, vollkommen schlüssig finde ich persönlich ihn für diesen Band aber nicht.

Schwamm drüber, trotzdem hat mir der zweite Beitrag von Ben Calvin Hary insgesamt gefallen und nun kann es für Rhodan und Co. auch weiter in Richtung omnitisches Herz gehen.

 


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Sven Fesser
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