Review: Doctor Who 009 – Das leere Kind

Lesezeit circa: 6 Minuten

Mitten im Angriff auf London sind es nicht nur die Bomben, die Angst und Schrecken verbreiten, sondern auch ein kleiner Junge, der seine Mami sucht. 

Der Doctor (Christopher Eccleston) und Rose (Billie Piper) verfolgen mit der TARDIS ein unbekanntes Flugobjekt durch Raum und Zeit bis nach London. Allerdings haben sie es um einen Monat verpasst, sodass es vor ihnen die Erde erreicht hat. Gleich zu Beginn der Folge trennen sich die Wege der beiden. Der Doctor will sich erkundigen, ob irgendwo ein unbekanntes Flugobjekt abgestützt ist, und Rose folgt den Rufen eines Kindes nach seiner Mami. 

Doctor Who 009 Das leere Kind

Are you my mummy? 

Rose folgt dem kleinen Jungen, der eine Gasmaske trägt, auf das Dach eines Gebäudes, als plötzlich ein Seil vor ihr auftaucht, das sie ohne zu zögern ergreift. Sekunden später hängt sie über den Dächern Londons unter einem Sperrballon, inmitten eines Luftangriffes der Deutschen. Sie sind im Jahr 1941 gelandet, mitten im „Blitz auf London“, wie die Angriffe der deutschen Luftwaffe auch genannt werden. 

Währenddessen klingelt zum ersten mal das Telefon an der Außenseite der TARDIS, welches nicht einmal angeschlossen ist. Ein mysteriöses Mädchen warnt den Doctor abzuheben, aber natürlich kann er nicht widerstehen. Zu hören ist, wie auch bei Rose, ein Kind das nach seiner Mami fragt. Er folgt der jungen Frau, Nancy (Florence Hoath), in ein beim Bombenangriff verlassenes Haus, in welchem sie Londoner Straßenkindern zu einer seltenen, warmen Mahlzeit verhilft. Auch hier taucht der Junge mit der Gasmaske auf und fragt immer und immer wieder nach seiner Mami. Nancy scheint den Jungen zu kennen und hat Angst vor ihm. Sie versperrt die Türen und verlässt mit den Kindern fluchtartig das Haus, obwohl sie solchen Hunger hatten und noch nicht zu Ende gegessen hatten. 

Erster Auftritt von Captain Jack Harkness

Rose wurde mittlerweile von einem technisch futuristisch ausgestatteten, amerikanischen Soldaten aus ihrer misslichen Lage befreit. Captain Jack Harkness (John Barrowman) rettet sie mit seinem Raumschiff, heilt ihre Wunden mit Nanogenen und lädt sie anschließend auf ein Gläschen Champagner mit Aussicht auf Big Ben ein. Er weiß, wie man Frau oder Mann beeindruckt. Und Rose ist beeindruckt und vielleicht ein bisschen verliebt ihren smarten, charmanten Retter. Außerdem bietet er Rose, die er für eine Zeitagentin hält, ein vollausgestattetes Chula-Kriegsraumschiff zum Verkauf an. Chula war im Übrigen der Name eines indischen Restaurants im Londoner Stadtteil Hammersmith, in dem die Schreiber das Skript diskutierten. 

Doctor Who 009 Das leere Kind

Der Doctor in Bedrängnis 

Jack hilft Rose, den Doktor wiederzufinden, und die beiden treffen in einem Krankenhaus voll seltsamer Patienten auf ihn. Nancy gab ihm den Tipp, den Doktor des Krankenhauses aufzusuchen, um mehr Informationen über das unbekannte Flugobjekt zu erlangen, das vor einem Monat während eines Luftangriffes, bei dem auch ihr kleiner Bruder Jamie starb, vom Himmel fiel. Dr. Constantine (Richard Wilson) wacht im Albion Hospital, in welchem in der Folge Aliens in London der vermeintliche Pilot des Raumschiffes untergebracht war, über hunderte Patienten, die allesamt reglos in ihren Betten liegen, eine mit dem Gesicht verschmolzene Gasmaske tragen und alle exakt identische Verletzungen aufweisen. Wie es hierzu kam, kann der Doctor kurz darauf bei Dr. Constantine life miterleben. Vor seiner Veränderung kann er dem Doctor noch mitteilen, das Nancys Bruder Jamie der Patient null war, von dem die Ansteckung seiner physischen Verletzungen durch Berührung ausging. 

Es stellt sich heraus, das Jack nur ein Trickbetrüger ist, der den beiden ein wertloses und leeres Chula Ambulanz Schiff andrehen wollte, als plötzlich die bis dahin reglosen Patienten ihre Betten verlassen und das Trio in die Ecke drängt. Eine Berührung hätte fatale Folgen. 

Fazit 

Das leere Kind ist der erste Teil einer Doppelfolge und endet in einem schönen Cliffhanger, da nicht nur das Leben des Doctors bedroht ist, der ja in der Regel nicht mitten in der Staffel sterben und regenerieren wird, sondern auch Rose und Jack stecken in der Klemme und hier sind die Überlebenschancen nicht so gut. Es ist außerdem die erste Folge, die der spätere Showrunner und Sherlock-Macher Steven Moffat in New Who schrieb. Er zeigt hier eindrücklich, dass es kein furchterregendes Monster braucht, um eine bedrückende Atmosphäre zu schaffen, sondern nur einen kleinen Jungen, der seine Mami sucht. Wie schon in Thrillern wie Das Omen, Das Dorf der Verdammten oder Friedhof der Kuscheltiere ist auch in dieser Doctor-Who-Folge ein Kind der Ursprung des Unbehagens. Hier geben sich Drama und Grusel die Klinke in die Hand. Einerseits spürt man Nancys Angst gegenüber dem unheimlichen Jungen mit der Gasmaske, andererseits möchte man das arme Kind einfach trösten, weil es in den Wirren des Krieges wortwörtlich mutterseelenallein durch London streift.  Nancys hat nicht nur ihren kleinen Bruder verloren, sondern ein Ding, das aussieht und spricht wie er, verfolgt sie seitdem und jeder, den er berührt, teilt sein Schicksal. Umso erstaunlicher ist es, dass sie sich nicht vergräbt, sondern sich um die verwaisten Kinder Londons kümmert. 

What’s the plan then? You going to do a scan for alien tech or something?
-Rose

Jeder der bisherigen New-Who-Doktoren hatte Episoden, die in einem der beiden Weltkriege spielten. In Großbritannien ist das Gedenken der Kriegsgefallen tief in der Gesellschaft verankert. Gerade um den 11. November, den Remebrance Day oder in der Umgangssprache Poppy Day, wird der Gefallenen der beiden Weltkriege gedacht, indem die Menschen rote Klatschmohn-Blüten, Poppies, aus Papier tragen. 

Zusammen mit dem 2. Teil der Doppelfolge, Der Doctor tanzt, ist es die beste Episode der ersten Staffel und wurde 2006 mit dem Hugo Award for best Dramatic presentation ausgezeichnet. Es ist außerdem der erste Auftritt von John Barrowman als Captain Jack Harkness, der auch später wieder in Doctor Who zu sehen ist und 2006 mit dem Spin-Off Torchwood seine eigene Serie bekam.


Wir brauchen euren Support!

Viele Magazine im Web werden über Werbung finanziert. Wir haben bewusst darauf verzichtet, damit euer Erlebnis auf unserer Seite möglichst ungestört ist. Wir bieten euch News, Reviews, Artikel, Videos und einen Podcast zu mittlerweile fast allen Bereichen der Phantastik. Wir haben keinen Clickbait, keine Fakenews und auch keine Paywall.

Die Kosten steigen, die wenigen Einnahmen sinken, auch dank der derzeitigen Situation. Wir wollen uns keine goldene Nase verdienen, aber es wäre schade, wenn wir die Seite irgendwann deswegen einstellen müssten.

Es ist auch ganz einfach. Ihr könnt uns regelmäßig ab 1 € monatlich bei Steady unterstützen, einmalig per PayPal oder ihr werft einfach mal einen Blick in unseren warpShop. (Die Shirts sind erste Sahne, Ehrenwort!)

Wenn ihr euch für eine Tätigkeit bei uns interessiert, dann ist die Seite MITMACHEN genau richtig.
Für den Fall, dass ihr noch mehr Infos haben wollt, findet ihr diese unter SUPPORT US. Dort findet ihr auch unsere Ref-Links.

Wir danken euch.

Stefanie Maus
Letzte Artikel von Stefanie Maus (Alle anzeigen)

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: