Star Trek Deep Space Nine
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Review: DSN 130 – Sieg oder Niederlage?

Lesezeit circa: 5 Minuten

Sieg oder Niederlage? Liegen in Deep Space Nine nahe beieinander.

Atemberaubend

Benjamin Sisko (Avery Brooks) und seine Offiziere führen eine Flotte an Sternenflottenraumschiffe in einem Angriff auf Deep Space Nine, wo sie schon erwartet werden. Der Captain stellt der Gegenseite eine Falle, um eine Lücke in deren Verteidigung zu reißen. Willentlich geht diese darauf ein, um ihrerseits dem kommandierenden Offizier das Leben schwer zu machen. Es ist vollkommen offen, wer in dieser Auseinandersetzung gewinnt.

Der Kampf wird auf der Raumstation aufmerksam beobachtet. Während Gul Dukat (Marc Alaimo) sich absolut siegessicher gibt, will Kira Nerys (Nana Visitor) einen letzten Sabotageakt verüben, um die Cardassianer aufzuhalten. Und genau wie bei der Raumschlacht ist es vollkommen offen, welche dieser beiden Gruppen am Ende erfolgreich sein wird.

Mit Sieg oder Niederlage? wird der Sechsteiler abgeschlossen, der die sechste Season eröffnet hat. Es ist ein atemberaubender Abschluss, bei dem jeder Aspekt überzeugt. Und der mit jeder Menge überraschender Wendungen aufwartet.

Sieg oder Niederlage

Charaktermomente

Es ist eine Star Trek-Folge, die das erste Mal eine Massenraumschlacht zwischen verschiedenen Raumschiffen präsentiert. Es sind keine Einzelgefechte, noch ist hier die titelgebende Raumstation mit involviert. Und wenn man bedenkt, dass Raumgefechte bislang ein Schwachpunkt des Franchise war, dann zeigt diese Episode, was möglich ist. Es ist ein riesiges Spektakel, bei dem die Schüsse nur so durch die Gegend fliegen. Bei dem man sieht, wie die einzelnen Schiffe schwer beschädigt werden. Während parallel Benjamin Sisko und Gul Dukat auf ihren jeweiligen Stationen das Geschehen kommentieren und kommandieren.

Denn eben dies zeichnet Sieg oder Niederlage? aus. Dass trotz dieser Materialschlacht die Macher von Deep Space Nine sich die Zeit nehmen, um auch auf die Figuren einzugehen. Vor allem das Gegeneinander von Benjamin Sisko und Gul Dukat treibt diese Folge voran.

Auf der einen Seite hat man einen äußerst siegessicheren Cardassianer, der die Taktik des Captains von Anfang an durchschaut und zu seinen eigenen Gunsten einsetzt. Er scheint überlegen, hat sogar Zeit für einen kleinen Plausch mit Weyoun (Jeffrey Combs), wo es auch um den richtigen Plan im Umgang mit der Erde geht. Und der in kleinen Momenten seine Irritation darüber zeigt, dass die Bajoraner, die er doch so wohlwollend „erzogen“ hat, ihm keine Statue errichtet haben. Oder der gemeinsam mit Gul Lamar plant, das Dominion bei passender Gelegenheit loszuwerden, um selber zu herrschen.

Die Kavallerie kommt

Auf der anderen Seite ist Benjamin Sisko, der bewusst in die Falle der Falle fliegt, um die einzige Chance zu nutzen, die der Sternenflotte bleibt. Und der am Ende ein Wagnis eingeht, das trotz allem aufgeht. Wenn auch mit der Andeutung, dass er sein Manöver irgendwann bereuen wird.

Klar, man kann sich jetzt darüber streiten, ob das plötzliche Auftauchen der klingonischen Flotte in Sieg oder Niederlage? für den Plot wirklich notwendig war. Aber es passt am Ende doch noch zum Krieg, einfach weil auch in der realen Welt so manche Schlacht eher durch glückliche Zufälle entschieden wurde. Und es hätte verkehrt gewirkt, wenn diese Unterstützung nicht gekommen wäre, da dadurch eine narrative Lücke entstanden wäre.

Wichtig ist natürlich ebenso das, was an Bord von Deep Space Nine abseits von Gul Dukat geschieht. Auch hier bietet die Folge viele kleine Charaktermomente.

Vielleicht mit einer der bedeutsamsten ist die Wandlung von Quark  (Armin Shimerman). Er, der sich bislang eher zurückhielt, um ja keine Profite zu vereiteln, nimmt in dieser Episode endgültig eine Seite ein. Und dies tut er eindrücklich, indem er zunächst mit Ziyal (Melanie Smith) Gefangene befreit. Wobei er dabei das erste Mal andere Lebensformen umbringt, eine Tat, die ihn, wie man in „Sieg oder Niederlage?“ gut erkennen kann, erschüttert. Hoffentlich wird dieses Ereignis wieder aufgegriffen werden.

Sieg oder Niederlage

Sieg, aber der Krieg ist noch nicht vorbei

Doch auch Odos (René Auberjonois) Entwicklung ist interessant. Man merkt im Laufe dieser Folge, wie er sich langsam aber sicher von der großen Gemeinschaft seines Volkes abwendet. Es werden leise Zweifel angedeutet, als er bereits die Vereinigung mit der Gründerin hinauszögert. Nur um dann am Ende sich endgültig auf die Seite von Kira Nerys und den Rebellen zu schlagen.

Sieg oder Niederlage? geht am Status Quo der Reihe nicht spurlos vorbei. Es gibt Opfer, Personen, die sterben. Darunter auch jemand, der einem in den letzten Folgen ans Herz gewachsen ist und dessen Ableben eine andere nahestehende Figur wahnsinnig werden lässt. Dies ist ebenfalls ein Ereignis, das vor allem dazu dient, zukünftige Plots vorzubereiten.

Am Ende ist das Dominion geschlagen und die Raumstation wieder im Besitz der Föderation und Bajor. Doch der Krieg ist noch nicht vorbei. Und bedingt durch die Geschehnisse dieser Folge wird man gespannt darauf sein, was die nächsten Episoden bringen werden.

Götz Piesbergen
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